Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
06 02.10

Gegner und Befürworter

Von Dr.D.
Stuttgart 21 . 21:01 Uhr

Diejenigen, die

den Schlossgarten durchgehend behalten wollen, besonders am Banhof, wo täglich hunderte ausruhen, Fußball, Frisbee, Federball spielen, Hunde ausführen, mit Kindern spazierengehen …

das Wahrzeichen der Stadt und ein weltweit beachtetes Kulturdenkmal in Gänze erhalten wollen

weiterhin oberirdisch in die teilweise immer noch schöne Stadt einfahren wollen

mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Tübingen, Ulm, Aalen, Murrhardt, Rottweil und vielen anderen Orten des Umlandes täglich oder gelegentlich nach Stuttgart fahren und dies weiterhin tun wollen

das viele Geld, das in eine große Baugrube versenkt werden soll, lieber für marode Schulhäuser, zusätzliche Lehrer und Pflegekräfte, die Förderung von Kultur, den weiteren Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und viele andere schöne Dinge verwenden würden

die nennen sie Gegner.

Diejenigen, die

die Meinung der Mehrheit mit Füßen treten und damit die Demokratie

Bahnfahrgäste 40 km durch die Röhre schicken wollen und selber Auto fahren

Kulturdenkmale abreißen und verfallen lassen, die fachkundige Meinung von Architekten und Denkmalpflegern weltweit in den Wind schlagen

Milliardensummen in ein Prestigeprojekt pumpen wegen zwielichtiger Gewinne

die nennen sie Befürworter.

deshalb: Bahnhof und Park schützen!

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33 Kommentare zu Gegner und Befürworter

#1 LM . 06.02.10 . 22:13 Uhr

Ich wusste gar nicht, dass man mit S21 nicht mehr mit dem Zug von Aalen nach Stuttgart kommt.

#2 Dr.D. . 06.02.10 . 22:56 Uhr

man kommt nicht mehr nach Stgt. Hbf. Das Gleisvorfeld ist weg. Züge fahren nur noch 20 km nördlich (bei Ludwigsburg) in den Tunnel und 25 km südlich wieder raus.

#3 LM . 07.02.10 . 10:37 Uhr

Aber doch hoffentlich nur während der Bauarbeiten?

#4 Peter . 07.02.10 . 11:46 Uhr

Oh mein Gott! Müssen wir jetzt alle sterben?

#5 MM . 07.02.10 . 11:57 Uhr

Ist das jetzt nicht etwas spät? Ich fände es sinnvoller, sich mal Gedanken darüber zu machen, wie man sich mit der Baustelle am besten arrangiert, denn die wird die nächsten Jahre Realität sein.

#6 nick . 07.02.10 . 12:06 Uhr

Guter Beitrag! An dieser Stelle sei noch einmal auf die Adresse der Parkschützer verwiesen…

#7 Bilbob . 07.02.10 . 13:03 Uhr

Wo steht das, dass man nicht mehr von Aalen nach Stuttgart fahren könnte? Habe darüber noch keine Informationen finden können. Im Gegenteil: im Wikipedia-Artikel zu Stuttgart 21 wird die Anbindung Stuttgart - Aalen klar als gegeben dargestellt.

#8 Dr.D. . 07.02.10 . 15:49 Uhr

Es steht nirgends, und vielleicht hat es noch kaum jemand gemerkt. Aber bitte: Wie soll ein Zug aus Richtung Aalen (oder Crailsheim, Plochingen, … nach Stuttgart Hbf einfahren, wenn zwischen Cannstatt und Hbf alle Schienen abgeschraubt sind?

Das wird noch ein böses Erwachen geben, wenn es denn je soweit kommt. Zwischen Cannstatt und Hbf fahren, wenn der Tiefbahnhof gebaut wird, nur noch S-Bahnen (außer Stadtbahnen natürlich). Es sind keine anderen Schienen mehr da. Nicht nur während der Bauzeit, auf immer. Die S-Bahnen sind in Spitzenzeiten jetzt schon voll, müssten aber dazu noch die Fahrgäste der Regionalzüge aufnehmen. Mehr S-Bahnen geht nicht, längere auch nicht, sonst bräuchte es mehr als 2 Gleise zwischen Hbf und Schwabstraße.

#9 PhilGrooves . 07.02.10 . 16:06 Uhr

http://upload.wikimedia.org/wikiped...

Auf dieser Grafik ist für mich recht gut erkennbar, dass es zwischen Cannstatt und HBF sowohl eine Fernbahnstrecke als auch eine S-Bahn-Strecke geben wird. Was soll die Züge aus Aaalen, Crailsheim, Plochingen und wie die Käffer alle heißen daran hindern, über die Fernbahnstrecke zum HBF zu gelangen?

#10 Bilbob . 07.02.10 . 17:55 Uhr

Das zeigt nur mal wieder, dass die Anti-Stuttgart21-Hetzkampagne genauso unseriös ist wie die Pro-Stuttgart21 Kampagne. Ich finde es nur schade, dass dieses Blog damit so zugemüllt wird.

#11 Dr.D. . 07.02.10 . 21:22 Uhr

o.k. und wenn: warum müsen die Aalener erst in ein Loch unter dem Killesberg gebohrt werden? Wozu soll das gut sein? außer dass Tunnelbau-Unternehmen und Betonfabrikanten sich eine goldene Nase daran verdienen?

#12 Bilbob . 07.02.10 . 22:12 Uhr

Mehr Platz für andere Dinge? Früher fuhr auf der Königstraße auch noch die Straßenbahn. Heute fragt wohl auch niemand mehr nach dem Sinn, weshalb sie unter die Erde gelegt wurde.

#13 Nordrandbewohner . 07.02.10 . 22:23 Uhr

@ #9 Dr.D: Hallo, ich stelle fest, mit Ihrer Aussage

o.k. und wenn

gestehen Sie ein, dass Ihre Darstellung nicht den Tatsachen entsprochen hat. Es gibt dafür drei mögliche Ursachen:

1. Unkenntnis
Es wäre sehr bedauerlich sich so weit aus dem Fenster zu lehnen, andere als Demokratie-mit-den-Füßen-Treter zu bezeichnen und selbst nicht die Fakten zu kennen.

2. Kenntnis und wissentliche Falschdarstellung
Es wäre sehr bedauerlich sich so weit aus dem Fenster zu lehnen, andere als Demokratie-mit-den-Füßen-Treter zu bezeichnen und selbst die Fakten zu verdrehen.

3. Kenntnis und fahrlässige Falschdarstellung
Es wäre sehr bedauerlich sich so weit aus dem Fenster zu lehnen, andere als Demokratie-mit-den-Füßen-Treter zu bezeichnen und sich selbst noch nicht mal um eine zutreffende Faktendarstellung zu bemühen.

Suchen Sie sich etwas aus.

P.S. Um dem eventuellen Vorwurf, “du böser Befürworter” gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen, nein ich bin nicht für S21, aber das kann man mit sachlichen Argumenten begründen. Propaganda hilft in der Sache nicht weiter.

#14 nick . 08.02.10 . 00:45 Uhr

Wozu soll das gut sein? außer dass Tunnelbau-Unternehmen und Betonfabrikanten sich eine goldene Nase daran verdienen?

Zu nichts, aber das sind moderne Konjunkturprogramme, wie auch S21 eines ist. Mittel und Zweck werden verwechselt: Man beschäftigt keine Leute, um Sinnvolles zu bauen. Sondern man baut irgendwas, um Leute zu beschäftigen. Z.B. verschrottet man gute Autos, nur um Leute zu beschäftigen, die dann neue Autos bauen können. Bald verbreitet man Krankheiten, um Ärzte zu beschäftigen. Oder man verursacht Kriege, um Soldaten zu beschäftigen…

#15 Peter . 08.02.10 . 08:44 Uhr

Oh gott, wir müssen doch alle sterben!

#16 Bilbob . 08.02.10 . 09:28 Uhr

Welchen Nachteil hat es denn, Gleise unter die Erde zu legen? Wären alle Gleise der S-Bahnen und Straßenbahnen in Stuttgart immer noch oberirdisch, hätte man wahrscheinlich nur die halbe Stadtfläche zur Verfügung, da überall Gleise lägen. Es gibt keinen driftigen Grund, warum Gleise oberirdisch verlaufen müssten. Insofern ist es auch nicht unsinnig, die noch oberirdisch verlaufenden Gleise unter die Erde zu legen.

#17 Heinz . 08.02.10 . 11:14 Uhr

Auch mega geil ist doch, dass die Straße vor dem Hauptbahnhof wegkommt und man direkt einen tollen Platz hat der die Königstraße verbindet. Dann noch die tollen Parkanlagen nach den Baumaßnahmen. Denk ihr auch mal weiter als nur an die nächsten 10 Jahre.

#18 LM . 08.02.10 . 13:27 Uhr

Also was ist nun mit AA < -> S? Man kann mit dem Zug fahren, nur unterirdisch?

Meine Frage bezieht sich auf nach der Bauphase. Wenn es während des Baus S-Bahn-Ersatz gibt, wäre das natürlich ärgerlich, aber kein Weltuntergang.

#19 Dr.D. . 08.02.10 . 13:51 Uhr

@BILBOB: Ich bin ein Befürworter, d.h. ich Frage nach dem Vorteil.

Nachteile sind u.a.: es kostet sehr viel Geld, man schaut in die Röhre statt auf den Schlossgarten, Anschlusszüge können bei Verspätung nicht warten, weil es nur noch acht Gleise sind …

Und welches wären die Vorteile?

Welche Vorteile hat es denn, dass die Straßenbahn unter der Erde liegt? Es gibt mehr Platz für den Autoverkehr. Z.B. der Bahnhofsvorplatz, früher der erste Blick auf Stuttgart, wenn man mit dem Zug ankam, heute eine vierspurige Schneise, die sich nur unterirdisch oder zur Lautenschlagerstraße hin mit langen Wartezeiten überqueren lässt.

Meiner Ansicht nach wäre es ein Vorteil für die Stadt, das Klima, Feinstaubbelastung, Familien mit Kindern, die in der Stadt wohnen … weniger Raum für den Straßenverkehr und mehr für den öffentlichen Verkehr zur Verfügung zu stellen. Zwei zusätzliche S-Bahn-Gleise, da hätte die Tunelbau-Industrie auch zu tun (die waren zwischen Hbf und Vaihingen nie oberirdisch.) S-Bahnen alle 7 1/2 Minuten, dazu bessere Anschlüsse in den peripheren Bereichen, wer würde da noch gern auf den Bundesstraßen im Stau stehen?

Dazu regulierende Maßnahmen: Jetzt sollen, wie ich höre, VVS-Kunden über Fahrpreiserhöhungen die durch “Stuttgart 21″ notwendige Tieferlegung (oder höher?) des Stadtbahntunnels zwischen Neckartor und Staatsgalerie finanzieren. Und wer kommt für die zig Millionen auf, die die Instandhaltung und der Ausbau des Straßennetzes verschlingt? Nicht der Autofahrer, sondern Jeder. Das ist eine Politik zugunsten des privaten und zu Ungunsten des öffentlichen Verkehrs. Warum nicht die Parkhausgebühren dafür mit heranziehen?

#20 Bilbob . 08.02.10 . 14:14 Uhr

Die Straßen haben mit Stuttgart 21 nun mal gar nichts zu tun. Dass man in Stuttgart die ÖR-Benutzung mehr fördern könnte, und dass man das Stadtbild durch weniger Straßen (und auch die Fortbewegung zu Fuß) deutlich verbessern könnte steht sicherlich ausser Frage. Die Straßen sind aber nunmal schon lange da, und ob Stuttgart 21 kommt oder nicht - an ihnen ändert sich nichts weltbewegendes. Wäre hingegen die Stadtbahn noch oberirdisch, wäre zum Beispiel die Königstraße durch Schienen zerschnitten, und der Auto-Verkehrsfluß noch weiter eingeschränkt.

Ich finde es gut, dass die Stadtbahn und die S-Bahn unterirdisch fahren. Allerdings wäre ich natürlich auch für niedrigere Fahrpreise (was den Reiz der ÖR sicher deutlich erhöhen würde).

#21 copywriter . 08.02.10 . 14:18 Uhr

Und wer kommt für die zig Millionen auf, die die Instandhaltung und der Ausbau des Straßennetzes verschlingt? Nicht der Autofahrer, sondern Jeder.

Es wäre mir neu, dass “Jeder” über die Kfz-Steuer, die Mineralölsteuer und die Umsatzsteuer auf den Verkauf von Mineralöl belastet würde, wie viel zahlt denn so ein Fußgänger da im Monat? Ist es nicht so, dass er für Instandhaltung und den Ausbau des Straßen- ebenso wie des Bürgersteignetzes und der Fußgängerzonen genauso viel bezahlt, wie ein Fahrradfahrer für Radwege - nämlich nichts?

Das ist eine Politik zugunsten des privaten und zu Ungunsten des öffentlichen Verkehrs. Warum nicht die Parkhausgebühren dafür mit heranziehen?

Weil die Parkhausgebühren von den Parkhausbetreibern erhoben werden und keine staatlichen Gebühren sind.

#22 nick . 08.02.10 . 17:17 Uhr

Welchen Nachteil hat es denn, Gleise unter die Erde zu legen?

Weil auf diesen Gleisen Züge fahren und in diesen Zügen sitzen Menschen.

Natürlich hat alles Vor- und Nachteile. Aber auch der (Nah-)Verkehr gehört zum menschlichen Leben dazu und wenn ich in der S-Bahn sitze, will ich lieber am Schlossgarten entlang fahren als in der Röhre.

Es herrscht die verbreitete Annahme, dass Züge autonome Wesen sind, die man vergraben könnte, um mehr Platz fürs “Leben” zu haben - aber warum gehört Zugfahren nicht auch zum Leben?

#23 Bilbob . 08.02.10 . 18:39 Uhr

Was sieht man denn bisher schon, wenn man in die Innenstadt fährt (von Cannstatt aus)? Zuerst fährt man durch einen Tunnel. Dann sieht man ein kleines Stückchen Park, dann links und rechts Gleisbauten. Danach befindet man sich auf dem großen Gleisfeld vor dem Hbf, von dem aus man einen tollen Blick auf das große Schuttfeld (ehemals Güterbahnhof hat). Danach verschwindet man wieder unter die Erde. Ich weiß nicht, was da so schlimm sein soll, wenn dieser Anblick in Zukunft nicht mehr vorhanden sein sollte. Die Bahn dient ja vor allen Dingen der Fortbewegung, und nicht zum Sightseeing.

Bei der U-Bahn hat es ja bisher auch niemanden gestört, dass diese praktisch in der kompletten Innenstadt unter der Erde fährt?

#24 Tom . 08.02.10 . 20:09 Uhr

Bin erst heute auf diesen Blog gestoßen, bin (natürlich) gegen Stuttgart 21 und hab mich gleich festgelesen.
Auch die anderen Sachen gelesen…
und die Kommentare.
Aber ganz ehrlich: Die Kommentare stoßen mich ab! Was herrscht denn hier für ein aggressiver Ton? Was soll denn so ein Scheiß?
Einer schreibt was von Privat-Stammtisch, aber wenn man hier die Stuttgart 21-Diskussion verfolgt, ist es genau das: Euer Privat-Stammtisch im Internet! Das Thema ist ernst, dennoch braucht man hier deswegen keinen “heiligen Krieg” vom Zaun zu brechen- verbal, meine ich. Und okay, der Typ mit dem “Armes Stuttgart” kennt sich offensichtlich nicht mit der Kommentar-Funktion aus oder was, aber na und? Muss man da so rüde sein? Schon mal überlegt, ob das vielleicht ein älterer User sein könnte oder so?
Ich bin gegen Stuttgart 21 echt engagiert, war auch bei der Demo, hab unterschrieben und so, aber hier werde ich nicht mehr so schnell reingucken geschweige denn, mich äußern.
Dazu sind mir die KOmmentare hier einfach zu aggressiv.

#25 nick . 08.02.10 . 20:09 Uhr

Klar gibt es Orte, wo ein Tunnel Sinn macht. Bei der U-Bahn in der Innenstadt ist es aber meistens so, dass sie (abgesehen von der Königstraße) den Autos Platz macht. Wie du sagst, stört das tatsächlich nicht, aber nur, weil es bereits Gewohnheit ist. Ich fände es viel besser, wenn man mit der Straßenbahn tatsächlich noch durch die Straßen fahren könnte und die Stadt bewundern könnte. Und dafür die Autos unter die Erde vergraben, oder am besten auf ein Maß reduzieren, dass sich die verschiedenen Verkehrsmittel eine Ebene teilen könnten.

Bei der ganzen Diskussion geht es um die Fortbewegung der Menschen in einer Stadt und die sollte, wenn irgendwie möglich, bei Tageslicht stattfinden und nicht in einer Röhre. Zumindest meiner Meinung nach.

Die jetzige S-Bahn-Fahrt zwischen Cannstatt und HbF ist natürlich nicht überall schön, aber das wären mal sinnvolle Investitionen…

#26 PhilGrooves . 08.02.10 . 20:23 Uhr

Das Betrachten der Stadt hätte ich in vielen anderen Städten gelten lassen, aber sicherlich nicht in Stuttgart. Hier ist es fast egal ob man im Tunnel fährt oder an der Oberfläche.

#27 Bilbob . 08.02.10 . 22:38 Uhr

Was gefällt Dir denn nicht an Stuttgart? Hässliche Straßenzüge gibt es sicherlich in jeder Stadt.

#28 nick . 09.02.10 . 17:00 Uhr

#26 PHILGROOVES
Darf ich fragen, warum du dann in Stuttgart wohnst?

#29 copywriter . 09.02.10 . 18:28 Uhr

Darf ich fragen, warum du dann in Stuttgart wohnst?

Reine Spekulation: Vielleicht gibt es noch andere Gründe, irgendwo zu wohnen, als nur, dass der Ort ausgesucht schön ist? Wie viele der knapp 600.000 wohnen wohl hier, weil sie Stuttgart für eine städtebauliche Perle halten? Vermutlich ebenso viele wie in Bochum …

#30 PS3178 . 03.03.10 . 15:43 Uhr

Hallo, natürlich ist nicht die Rede davon das man von außerhalb während der Bauzeit nicht mehr in Stuttgart ankommt, der Kopfbahnhof muß solange betrieben werden bis der Sargbahnhof fertig gebaut ist.

Das die Gleise OBEN BLEIBEN sollten hat eigentlich nichts mit den S-Bahn Fahrern zu tun die täglich die Strecke fahren, von denen bewundern wohl die wenigsten täglich die schöne Aussicht, aber ich finde das die Einfahrt in Stuttgart etwas freundliches hat, für mich war es immer das Gefühl “nach Hause” zu kommen, die Anfahrt mit Aussicht auf die Höhenzüge und danach die Einfahrt durch den Park, das hat nicht jede Stadt und dafür habe ich schon oft positive Bemerkungen von Leuten gehört die Stuttgart nur vom Durchreisen mit dem Zug kennen. Stuttgart hat eine sichtbare Identität, die im Sargbahnhof mit Tunnels vorher und nachher nur sehr vermittelbar ist, wir sollten uns nicht in einem Tunnel vor der Welt verstecken.

Ich bin sicher kein Zukunftsverweigerer, aber so wie sich die Sache für mich darstellt bauen wir ein gut funktionierendes System ab um es durch einen Engpaß mit beschränktem Zugang ersetzen, Behinderte oder Mütter mit Kinderwagen (dürfen mit solchen ja seit kurzem keine Rolltreppe mehr benützen) werden das besonders zu spüren bekommen wenn kein barrierefreier Zugang zu den Gleisen mehr möglich sein wird, wenn man den Anschluß nicht bekommt weil die Rolltreppe verstopft oder kaputt ist oder weil man auf der Verteilerebene um die Menschentraube laufen muß die dort gerade den “El Condor Pasa” spielenden Indios lauscht.

Eine ausgefallene Weiche (die erste in der Nordeinfahrt) und es ist unmöglich einen Zug aus Richtung Cannstatt in den Bahnhof zu fahren, das gleiche gilt bei der zweiten Weiche aus Richtung Zuffenhausenm, ein Unfall oder sonstige Tunnelsperrung (nur auf einer Seite) bewirkt einen Stillstand aller Züge, weil die Züge, die schon im Bahnhof sind stehenbleiben müssen, durch die Längsneigung von 15Promille ist nämlich eine zum Wenden von Zügen vorgeschriebene Bremsprobe unmöglich, also kann man die Züge nicht einfach wieder rückwärts wieder aus dem Bahnhof herauskutschieren.
Es gäbe vieles was gegen S21 spricht, aber am meisten ärgert mich die Zerstörung von fast 10ha wertvollsten Parkgeländes mitten in der Innenstadt mit fast 300 teils jahrhundertealten Bäumen, die ausgleichend für das Stadtklima arbeiten und durch Ihr Alter ein ganzes Stück Stadtgeschichte mit sich tragen, und das 3-400 Meter vom Neckartor, der bekanntlich am stärksten mit Feinstaub belasteten Stelle in Stuttgart (im Schnitt ca. 50 Tag pro Jahr über den erlaubten Feinstaub Maximalwerten).
Also kann mir jemand sagen was er will, kein Projekt, sei es noch so sinnvoll, rechtfertigt einen solchen Raubau an der Natur, es ist eine Frechheit mit solcher Dreistigkeit an der Natur herumzumanipulieren ein Verbrechen an den Bürgern denen Ihr Eigentum geraubt wird.
Dieser Park ist eine Oase der Ruhe für die gestressten Stadtmenschen, und das mitten im Zentrum, dieses Stück wird unwiederbringlich verloren sein, durchschnitten von einem Betontrog dessen Dach 8-10m in die Höhe ragt, auf dem nie mehr ein großer Baum wachsen wird.
Ich finde wir haben schon viel zu viele mit Beton versiegelte Flächen, es reicht, wir haben kein Überangebot an Natur und haben nicht vor davon vor allem in der Stadtmitte etwas zu verschenken, deshalb: Stoppt Stuttgart 21

Bitte informiert Euch was alles geplant ist z.B. auf:
www.parkschützer.de, www.kopfbahnhof-21.de oder www.leben-in-Stuttgart und natürlich auf den einschlägig bekannten Seiten der Befürworter.

Helft uns diesen Unsinn zu stoppen, werdet Parkschützer auf www.parkschützer.de
und kommt zu den Demos jeden Montag 18 Uhr vor dem Nordausgang des Stuttgarter Hauptbahnhofes

Liebe Grüße
Jürgen Reinel
Parkschützer 3178 / Stufe 3

#31 Guhse Oliver . 31.03.10 . 15:39 Uhr

Hallo Lieber Leser,
ergänzend zu Jürgens Ausführungen noch einige Zahlen über den heutigen Sack- oder Kopfbahnhof der eher einem Herz gleicht als der Neue, dessen Werbeslogan „das neue Herz …“ genannt wird, hoffentlich wird dies kein Herzinfarkt. Diese Zahlen stammen aus Berichten bzw. Briefen von Egon Hopfensitz.

Der Prognosehorizont 2015 sah unter anderem vor, im Bezirksverkehr z.B. in der Relation nach Tübingen stündlich 4 Züge, d.h. alle 15 Minuten verkehren zu lassen. Inzwischen hat die DB die Zahl dieser Züge aus Einsparungsgründen reduziert. Der Prognosehorizont stellt auch nicht den aktuellen Bedarf der Strecke Stuttgart Ulm dar, heut werden dort je Stunde nur 1 ICE Zug benötigt bzw. gefahren.

Weiter ist aus den Ausführungen von Prof. Dr. Martin, Uni Stuttgart vom Dezember 2009, Seite 2, Absatz 2, entnommen. Die praktisch relevante Kapazität des Durchgangsbahnhofs wird mit “zwischen 42 und 51 Zügen” errechnet. Dies bedeutet er ist Maximal Ausgelastet mit 51 Zügen je Stunde. Der gelbe Abfahrtsplan des Stuttgart Hbf, derzeit gültig, weist für die 7te Stunde (7.02 — 7.58 Uhr) für einen Werktag insgesamt 19 abfahrende Züge aus und für die 16te Stunde (16.00 — 16.59 Uhr) 28 abfahrende Züge. Der weiße Ankunftsplan für Stunde 7 insgesamt 35 ankommende Züge und für Stunde 16 insgesamt 23 ankommende Züge Gesamtsumme für Stunde 7 (19 + 35) = 54 Züge und für Stunde 16 ( 28 + 23) = 51 Züge. Hier sind aber wartende Züge und zum Umstieg bereitstehende Züge nicht mit eingerechnet, d.h. dies sind nicht die Maximal Werte nur die Aktuell benötigten.
Eine Gegenüberstellung des Kopfbahnhof / Tiefbahnhof :
Zufahrtsgleise K 6 / T 4
Bahnsteiggleise K 17 / T 8
Sonstige Einfahrgleise K 3 / T 0
Gleichzeitige Einfahrten K 10 / T 8
Zusätzlich bereitgestellte Züge K 7 / T 0
Vorhandene Fahrstraßen K 65 / T 32
Doppelnutzung von Gleisen K 10 / T 8
Abstellabschnitte K 16 / T 0
Leistungsprüfzahl K 134 / T 60

Die Leistungsfähigkeit eines Bahnhofs liegt in der Zahl der Zufahrtsgleise und der Zahl der möglichen Fahrstraßen aus diesen Gleisen in den Bahnhof.
Hier das Vergleichsresultat:
- Tiefbahnhof 4 x 8 = 32 Fahrmöglichkeiten (maximal geschätzt)
- Kopfbahnhof 8 x Zahl der möglichen Fahrstraßen 7 = 56 Fahrmöglichkeiten
Wieso wird immer von einer Leistungssteigerung geredet wenn es um die Tieferlegung des Bahnhofes geht und damit ein neues Stadt Viertel geplant werden soll, wie das belebt werden soll ist mir genauso fraglich. Es wird hier bewusst mit Falschen Aussagen und Argumenten versucht zu täuschen.
Wenn ich den Vergleich aufstelle, frage ich mich nun ob man mich hier für dumm verkaufen will? Wenn 6 Züge einfahren können während 4 ausfahren und noch 7 zum ein und umsteigen bereitstehen und dies auf 17 Bahnsteigen dann habe ich als Kunde einen absolut freundlichen stressfreien Nutzen.
Wenn in der S21Grube, 8 Züge einfahren, stehen auf allen 4 Bahnsteigen Menschen die dort auf diese Züge warten bzw. drängeln sich auf diese oder von diesen zu den noch stehenden Züge, die ja nicht ausfahren konnten weil die Ausfahrtsgleise Gleise noch belegt sind und dort alle Züge nur hintereinander fahren können, also können nicht 8 gleichzeitig einfahren. S21 bedeutet warten, an den Treppen oder, und auf den nächsten Zug. Der Halt ist bei 2,5 min Um und Einstiegszeit, mit bis zu 80 Gästen je Zug, sehr eng berechnet. Eng sind auch die 1,5m breiten Bahnsteige neben den Fahrtreppen von denen Menschen entgegen kommen und zu den Zügen hetzen während auf diesen Bahnsteigen Menschen den Treppen entgegenströmen um in Stuttgart zu verweilen da sie ja eh. Warten bzw. Umsteigen müssen.
Der Vorort-, Bad Cannstatt vergleichbarer, 8-gleisiger Gruben- Bahnhof bedeutet trotz der Wartezeit ein gehöriger Stressfaktor, wenn man sich Vorstellt noch zusätzlich mit Kindern, Rad, Gepäck oder alles zusammen, unterwegs zu sein. Zu dem muss die Bahnsteigoberfläche zusätzlich mit rollmindernden Oberflächen ausgestaltet werden, da er ein 1,5 Promille Gefälle besitzt und benötigt daher eine Sondergenehmigung des Eisenbahn Bundes Amtes. Damit kommt zu diesem Drängel- und Aufsichtsstress noch zusätzlich der Lärmpegel der Rollis bzw. Roll-Koffer als Geräusch Belastung hinzu.
Wieso soll also dieser neue Bahnhof uns Bürgern etwas mehr bieten als heute schon geboten, wenn wir dies als Steuerzahler schon zahlen müssen dann muss der Nutzen ersichtlich sein.
Diesen Nutzen sehe ich in diesem Bahn AG Projekt nicht.

Welche Firma hat den schon einmal einen Betontrog von 400mX90mX12m in Grundwasser gebaut? Die Züblin AG und sie weiß, dass wenn das Grundwasser abgepumpt werden muss, entsteht ein Absenktrichter von mehreren Kilometer Durchmesser [ Hier im Text beschrieben: http://www.patent-de.com/19990429/D... ]. Ist dieses Risiko Betrachtet worden, in Bezug auf die Pfahlgründungen des Bonatzturmes, in Bezug auf die Auswirkungen auf die Flora in unserer Stadt und nicht nur der im Park? Welche neuen Wege sucht sich das Wasser durch die entstandenen Veränderungen?

Wissen Sie dass direkt vor dem Staatstheater ab Mitte Mai 2010 ein Düker Bauwerk mit den Maßen 30mX30mX15m geplant ist. Zusätzlich zu den Fahrstrassen und Pumpen noch kilometerlange Wasser Rohre welche auf Stelzen gesetzt werden die, die Sekündlich anfallenden Wassermassen des Nesenbaches durch den Park abtransportieren?

Da die Bauarbeiten von Sub- Unternehmen ausgeführt werden und diese auf dem Polnischen Markt zur Zeit angeworben werden wüsste ich nicht wo hier mehr Arbeitsplätze für Stuttgart entwickelt werden. Auch soll der Betrieb und die Steuerung des S21 Bahnhofes von Karlsruhe aus bedient werden sodass es auch damit zur zusätzlichen Verkleinerung weniger Arbeitsplätze werden. Wie das heute schon mit der SBahn geschieht und oft zu verwirrenden Empfehlung bei Verspätungen führt.

Diese Zahlen lasse ich mal als einige wenige Argumente zur Begründung des Stopps zur Finanzierung eines solchen Bahnprojektes stehen, und ich könnte nun als Diplom Ingenieur noch weitere nennen, in Bezug auf die Machbarkeit, die abzusichernden Risiken, die durchzuführenden Katastrophen-Schutz Vor- und Einrichtungen, die vor Baubeginn genehmigungspflichtigen auszuarbeitenden Pläne, die nicht nur die Einhaltung der EU Norm sondern auch der VDE, der DIN und der ISO sowie der einzelnen Behörden fordern, Genehmigungen welche nicht vorliegen!

O. Guhse

PS: Liegen den alle Sondergenehmigungen bzw. Genehmigungen des Eisenbahn Bundes Amtes für den Neubau des Bahnhofes Stuttgart und die Strecke Stuttgart Ulm vor? Wieso darf der Bauherr einen Bau beginnen wenn noch nicht alle Genehmigungen vorliegen? Wenn der Tunnelbahnhof ein Herz Europas ist, dann gelten auch die neuen EU Normen für Bahnhöfe und diese sind in den Bauplänen nicht berücksichtigt! Hierzu gehören auch Behindert gerechte Zugänge sowie Verkaufsautomaten und Toiletten. Solche Bedingungen und Forderung der Einhaltung der EU Norm habe ich auf den Ausschreibungen bisher nirgends nachlesen können. Es gibt auch bis heute keine Behindert gerechte Verkausautomaten! Damit kann der Bahnhof vom EBA nicht genehmigt werden!

#32 Exilostfriese . 01.04.10 . 11:16 Uhr

Der gelbe Abfahrtsplan des Stuttgart Hbf, derzeit gültig, weist für die 7te Stunde (7.02 — 7.58 Uhr) für einen Werktag insgesamt 19 abfahrende Züge aus und für die 16te Stunde (16.00 — 16.59 Uhr) 28 abfahrende Züge. Der weiße Ankunftsplan für Stunde 7 insgesamt 35 ankommende Züge und für Stunde 16 insgesamt 23 ankommende Züge Gesamtsumme für Stunde 7 (19 + 35) = 54 Züge und für Stunde 16 ( 28 + 23) = 51 Züge

Sind da die Züge heraus gerechnet, die in der Stunde rein als auch raus fahren? Anscheinend nicht, oder? Gemeinhin muss ein Zug erst einmal rein fahren um wieder raus zu fahren. Einfach Abfahrten und Ankünfte zusammen zählen ist dann leider Milchmädchenrechnung und bietet nur Futter für die Befürworter.

#33 Guhse Oliver . 01.04.10 . 12:53 Uhr

Hallo Exilostfriese,
danke für dein Argument, genau das ist das Problem das man bei einem Durchgangsbahnhof hat. Nur die, die Eingefahren sind können auch Ausfahren. Beim Kopfbahnhof kann dies ungeheuer schwanken und man sieht dadurch seine Pufferwirkung als immensen Vorteil, welche der Durchgangsbahnhof eben nicht besitzt, und dies Stärke gilt es ja hervorzuheben. Daher Einfach mal Einfahrende zählen und Ausfahrende zählen, und dies ebenso bei dem Durchgangsbahnhof und dann Vergleichen, man könnte auch Herrn Prof. Dr. Martin von der Uni Stuttgart kontaktieren, aber er in seiner Ausführung hat er es ja schon gesagt 42 bis 51 Züge die je Stunde Einfahren und je Stunde wieder Ausfahren. Es werden nur dann mehr wenn sie nicht halten.

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