Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
25 03.09

Flink, flinker, Flinkster!

Von Josh von Staudach
Leben, Befindlichkeiten . 19:09 Uhr

Hä? Grammatikalische Diarrhoe? Könnte man so nennen. Aber ‘Flinkster’ ist ein todernst gemeinter Begriff der Marketingexperten der Deutschen Bahn. Und zwar für das neue Carsharing Angebot, welches am 09.03. in Stuttgart gestartet ist.

Lahm und Hirnlos: Hahn und Klingberg

70 Alfa Romeo MiTo (das erste echt hässliche Auto der Marke) werden an 40 Standorten in der Stadt angeboten! Erste Frage: warum Alfa und nicht Opel? Zweite Frage: Was soll der Quatsch, überfüllte Cities mit noch mehr Autos vollzustellen und auf der Schiene den Nahverkehr auszudünnen!?

Also nicht genug, dass wir uncoole und schwerfällige Fahrräder mit fettem DB Logo drauf in der Stadt ertragen müssen (die so langsam deutliche Verschleißerscheinungen zeigen), jetzt kommen auch noch fette (Zitat DB: ‘topgestylte’) Autos hinzu! Wer ist so blöd und zahlt dafür, dass er Werbung für Alfa und die Bahn fahren darf? Umwelt- und Bau-Bürgermeister Hahn ist sich jedenfalls wie immer für nichts zu blöd …

Mein Aufruf: der Bahn und den Flinkstern die rote Karte zeigen und statt dessen wenn überhaupt ein rotes Stadtmobil mieten!

Kommentieren . Trackback-URL

33 Kommentare zu Flink, flinker, Flinkster!

#1 PhilGrooves . 25.03.09 . 20:14 Uhr

Was ist das denn für eine Argumentation? “Bloß nicht noch mehr Autos durch Car-Sharing” (wobei durch das Prinzip ja eigentlich langfristig weniger Autos auf der Straße sein können) und “Fahrt Stadtmobil-Autos” .. Bloß weil “DB” drauf steht?

Bei Flinkster ist die Startgebühr geringer (bzw. fällt derzeit weg), es fallen nicht zwingend monatliche Gebühren an und eine Kaution gibt es auch nicht. Die Selbstbeteiligung im Schadensfall lässt sich auf Wunsch auf 300 EUR senken (bei Stadtmobil immer 900 EUR).

Ein gutes Angebot also, warum soll man das nicht nutzen. Immernoch besser als selbst ein Auto zu kaufen.

#2 planb- . 25.03.09 . 20:36 Uhr

Auch hier gilt:
Preise vergleichen.

Kosten Flinkster:

Startpreis € 20,-* (entfällt bis 31. März 2009)

Preis pro Stunde € 1,50

Kilometerpauschale € 0,25 (inklusive Kraftstoff)

Sparpaket € 20,- pro Monat (Mindestlaufzeit 12 Monate, danach monatlich kündbar)

Sicherheitspaket € 10,- pro Monat oder € 4,- pro Fahrt

*wird zu 100% als Fahrguthaben gutgeschrieben

Noch günstiger fahren – mit dem Sparpaket.

Wenn Du das Sparpaket von Flinkster buchst, werden Dir monatlich € 20,- berechnet, die Dir komplett als Fahrguthaben gutgeschrieben werden.

Gleichzeitig erhältst Du einen Rabatt von 20% auf die Zeitpreise sowie Kilometerpauschale aller Fahrzeuge exklusiv in Stuttgart und Köln. Das Fahrtguthaben verfällt immer monatlich.

Besser geschützt – mit dem Sicherheitspaket.

Für € 10,- pro Monat oder € 4,- pro Fahrt kannst Du ein Sicherheitspaket erwerben, das die Selbstbeteiligung im Schadensfall von € 1000,- auf nur € 300,- reduziert. Inbegriffen ist die Nutzung Deines Flinkster durch einen Zweitfahrer, den Du bei der Buchung angegeben hast.

#3 Frau Doktor . 25.03.09 . 20:45 Uhr

Ist doch eine clevere Idee von der Bahn - und schon lange überfällig. Schade nur, dass sich die Bahn nach langjähriger Kooperation mit Stadtmobil entschlossen hat, eine eigene Nummer aufzuziehen und via Parkplatz-Abwerbung auch ganz massives Mobbing betreibt.
Ganz so easy-peacy wie das in dem hübschen Bahn-Werbetextchen geschildert wird, das die Stadt netterweise auf ihre Webseit gestellt hat, ist das Benutzen von Flinkster auch nicht. So darf man für Umbuchungen per Telefon 1,50 bezahlen; muss man eine Fahrt weniger als 24 Stunden vor Fahrtantritt stornieren, fällt mindestens die Hälfte des Buchungsbetrags an. Und braucht man einen Techniker oder hinterlässt den Wagen nicht 1A sind 25 Euro fällig. (Könnte Stadtmobil auch einführen, da würde sich der eine oder andere Benutzer vielleicht mal über sein Müllverhalten Gedanken machen.)
Kleine Berichtigung von PhilGrooves: Mit 40 Euro im Jahr kann man auch bei Stadtmobil auf 300 Euro Selbstbehalt kommen. Wäre vermutlich sogar billiger als bei Flinkster.
Weil ich hier so’n bisschen rummäkele, will ich noch mal bekräftigen, dass ich das prinzipiell eine Super-Idee finde.

#4 PhilGrooves . 25.03.09 . 21:18 Uhr

Danke für den Hinweis, dann gibts ja doch eine Möglichkeit die Kosten im Schadensfall bei Stadtmobil zu reduzieren. Aber auch in dem Punkt sehe ich einen Nachteil bei Stadtmobil: Das ganze Preismodell beruht auf einer regelmäßigen Nutzung. Bei Flinkster muss man sich nicht mit monatlichen und jährlichen Gebühren dauerhaft binden und die Kosten entstehen nur bei der tatsächlichen Nutzung.
Das erhöht die Flexibilität - wenn ich mal 6 Wochen kein Auto benötige (Urlaub, …) zahle ich auch nicht.

#5 circulus . 25.03.09 . 22:56 Uhr

Leute! Und was ist mit dem Aspekt, dass Die Bahn solche Experimente auf EURE Kosten macht? Stichwort: Steuergelder, weil bundeseigenes Unternehmen. Da werden zig Millionen investiert, um das Miet-System aufzubauen, egal ob Fahrräder oder Autos. Diese Vorschuss-Last läßt das Vorhaben praktisch nie lukrativ werden. Was passiert nach ein paar Jahren? Es wird entweder sang- und klanglos eingestellt oder mit Verlusten (auf Staatskosten) weitergeführt. Plärrt mir jetzt bloß keiner, dass die DB AG privatisiert ist und alles selbst finanziert. Solange der Staat noch Altschulden der Bahn von vor 1994 abzahlt, finanzieren die überhaupt nichts selbst, sondern verschleudern mit hoher Umdrehungszahl Milliarden Steuergelder.

Was ist das Motiv für Flinkster? Korrupte Umverteilung! Das denken sich Leute aus, die davon profitieren. Sei es der Alfa Dealer oder die Werbeagentur … Letztere ist durchaus ihr Geld wert, denn es wird höchst professionell so dargestellt, als würde es der Allgemeinheit zugute kommen — was gut funktioniert, wie man sieht ;-)

#6 Exilostfriese . 26.03.09 . 09:25 Uhr

Ok, das sieht ja gar nicht mal so schlecht aus. Was ich mich allerdings frage ist, wieviele Autos die überhaupt zur Verfügung haben. So wie ich das auf deren Karte gesehen habe, ist da bei 90% der Stationen nur jeweils ein Auto verfügbar. Rund um die Staatsgalerie im Umkreis von 1,5km gibt es 15 dieser Fahrzeuge. Könnte dann knapp werden, wenn das Angebot entsprechend angenommen wird, und die nicht entsprechend nachrüsten.

#7 Frau Doktor . 26.03.09 . 09:55 Uhr

@#4 Phil Grooves: Das stimmt - Flinkster ist was für den Gelegenheitsnutzer oder Haushalte, in denen schon ein Auto vorhanden ist. Dafür scheint mir das Modell ganz attraktiv zu sein. Da ich schon Mitglied bei Stadtmobil bin, werde ich’s wahrscheinlich nicht ausprobieren. Falls du das ausprobiert, würdest du dann mal hier drüber berichten? Das fände ich spannend.
@Circulus: Äh, Circulus, natürlich muss man in so ein Mietsystem Geld reinstecken, um es überhaupt auf die Beine zu stellen. Und wahrscheinlich wird das erstmal durch andere Bahn-Töpfe (hier möglicherweise durch die sehr lukrativen S-Bahn-Verträge, die die Bahn mit der Region Stuttgart abgeschlossen hat) querfinanziert. Aber so läuft das bei Stadtmobil auch. Eigentlich läuft das bei jeder Produktentwicklung so: Das Unternehmen geht in Vorleistung und hofft dann, dass sich Menschen finden, die das Produkt oder die Dienstleistung auch bezahlen wollen.
Dass die Bahn mit Flinkster Geld verdienen will, ist erstmal doch garnicht ehrenrührig. Und wo steckt die Korruption? Ich vermute, die Bahn hat von Alfa einen Superdeal angeboten bekommen. Alfa braucht dringend Präsenz auf deutschen Straßen und die Bahn braucht für die Pilotprojekte auffällige Autos. Also haben beide was davon. Für mich spricht das eher für die Bahn: Anscheinend hat man da neben Mega-Projekten, in denen nun wirklich Milliarden verbuddelt werden sollen und das mit ungewissem Ausgang, auch eine (wie mir scheint) ganz vernünftige Strategie, um sich im Regionalverkehr weiter zu entwickeln. Den hat man in den letzten Jahren unter Mehdorn nämlich systematisch vernachlässigt - und erst jüngst gemerkt, dass hier das Geld verdient wird (und das Image ruiniert).

Mich verwundert eher, dass sich der depperte Daimler nicht in diesem Pilotprojekt engagiert, sondern sich im eigenen Stammland von der Bahn und (ausgerechnet!) Alfa in Sachen zukünftige Mobilitätskonzepte abhängen lässt. Stattdessen sitzt man beim 9. Stuttgarter Symposium Automobil- und Motorentechnik rum und verkündet der Welt, dass man noch 20 Jahre vom Elektroauto entfernt ist (mindestens) und auch sowieso eine ganze Menge Entwicklungen verschlafen hat.

#8 nick . 26.03.09 . 15:26 Uhr

Meine Vision lautet nach wie vor: Privatauto abschaffen, alle Autos sind öffentlich zugänglich und anmietbar. Praktisch Carsharing flächendeckend. Somit brächte man viel weniger Autos, hätte immer ein Auto vor dem Haus, das Parkplatzproblem wäre gelöst und die Blechdosen würden den Straßenrand nicht so sehr verschandeln. Zudem stehen die meisten Autos über 90% der Zeit eh nur rum und keiner braucht sie. Das wäre mal eine super Idee! Nur Opel und Daimler hätten wahrscheinlich etwas dagegen.

#9 Herr S . 26.03.09 . 18:08 Uhr

Nick: Bestechende Logik, der man sich kaum entziehen kann. Leider würde ich wetten, dass es außer Opel und Daimler noch ca. 58 Milliarden andere gibt, die ebenfalls was dagegen hätten.

#10 isnochys . 26.03.09 . 18:30 Uhr

Brauchst du tagsüber deine Wohnung?
Dann biete sie mir doch an..
oder lass einfach die Tür offen.
Findet sich sicherlich jemand, der in der ungenutzten Zeit deine Wohnung bewohnen möchte..
:))

#11 nick . 26.03.09 . 19:42 Uhr

Es gibt einen wesentlichen Unterschied: Die Wohnung gehört zur Privatsphäre, während das Auto in erster Linie ein Fortbewegungsmittel ist. Zumindest war das ursprünglich so und gilt für mich heute immer noch. Es soll ja auch Leute geben, die ihr Auto als Statussymbol oder Identifikationsobjekt benötigen, es darum jeden Tag zehn Mal waschen, putzen und polieren und drei Wochen Albträume haben, wenn ein Fremder es angefasst hat. Oder es nach der Berührung mit der Stoßstange eines anderen Autos auf “unsichtbare Kratzer” (wörtliches Zitat eines Besitzers) vermessen lassen. Ich behaupte: Es gibt auch Kratzer im Kopf, und die sind sichtbar, und weitaus schlimmer als unsichtbare Kratzer im Auto. Frei nach dem Motto “Ein sauberes Auto ist Zeichen eines kranken Geistes”.

#12 PhilGrooves . 26.03.09 . 19:53 Uhr

@ Frau Doktor
Ich habe mich bereits bei Flinkster angemeldet und bin schon einmal gefahren. Die Anmeldung ist höchst simpel: Antrag online ausfüllen, Vertragsformular ausdrucken, im DB-Büro abgeben und die Kundenkarte mitnehmen - sofort losfahren.
Der Hauptgrund für mich ist, dass eine der Stationen quasi vor meiner Haustür ist. Online kann man den Belegungsplan des gewünschten Fahrzeugs einsehen und reservieren. Zum Auto gehen, Karte vorhalten, einsteigen und losfahren wie es so üblich ist. Einige Stunden nach Ende der Fahrt kann man die Gesamtkosten (Stundenpreis + Kilometergeld) online im Kundenkonto einsehen. Die Rechnung kommt ca. 2 Wochen danach.
Funktioniert soweit gut, mal sehen wie es sich langfristig macht. Das Fahrzeug an meiner Station wird zur Zeit noch nicht so häufig genutzt, so dass die gewünschten Reservierungszeiten eigentlich immer frei sind.

#13 Frau Doktor . 26.03.09 . 20:23 Uhr

@PhilGrooves: Danke schön! Da das momentan wohl keine Anmeldegebühr kostet, melde ich mich da vielleicht doch noch an. Man kann ja als Gegnerin besitzbasierten Individualverkehrs nie genug Autos zur Verfügung haben. :-)

#14 Herr Linsinger . 26.03.09 . 21:53 Uhr

Ich finde es allerdings auch auch unmöglich, dass es keine Deutsche Marke ist! Opel würde sich doch wirklich anbieten!
Ansonsten enthalte ich mich der Diskussion (Ich hasse Die Bahn…).

#15 Heinrich Jedewede . 26.03.09 . 22:48 Uhr

Oh, ja, ich enthalte mich auch geschwind.

#16 Frau Doktor . 27.03.09 . 14:30 Uhr

Offensichtlich habe ich dem Daimler unrecht getan: In Ulm läuft ein Daimler-Testprojekt zum CarSharing, natürlich mit Smarts. Hier kann man sich in einer von übermotivierten Werbemenschen und Webdesignern erstellten Internet-Präsenz informieren.
Das Interessante an deren Konzept: Es gibt keine festen Stellflächen. Bei Bedarf sucht man sich sein Wägelchen via Google-Maps (das gibt’s ganz bestimmt ganz bald als IPhone-Widget) und los geht’s. Wer damit schon mal Erfahrung gemacht hat, melde sich bitte.

#17 PhilGrooves . 27.03.09 . 14:59 Uhr

Interessant … spontan würde ich behaupten es ist sinnvoller feste Stellplätze zu haben, aber in der Praxis ist es vielleicht auch nicht schlecht schnell ein Fahrzeug zu benötigen und zufällig eines in der Nähe zu haben.

#18 Patrick . 27.03.09 . 15:12 Uhr

Ich glaube, dass das Angebot sowieso nicht genutzt wird bzw. dass es sich für die Bahn nicht lohnen wird. Das einzige was sie wirklich davon haben, ist warscheinlich die Aufmerksamkeit in den Medien! Bin auch klar dafür, dass man auf das Angebot nicht eingeht und es somit nicht noch unterstützt.

#19 Cassius . 28.03.09 . 18:50 Uhr

Das Modell ist mir egal, aber ich möchte mal festhalten, dass der Mito (nach dem 8C, der hier einfach mal nicht zählt) der erste schöne Alfa seit langer, langer Zeit ist - und nicht anders herum.

#20 Nordman . 29.03.09 . 11:01 Uhr

Ich glaube, dass das Angebot sowieso nicht genutzt wird bzw. dass es sich für die Bahn nicht lohnen wird.

Warum,

Bin auch klar dafür, dass man auf das Angebot nicht eingeht und es somit nicht noch unterstützt.

und noch mal, warum?

NM

#21 PhilGrooves . 29.03.09 . 13:23 Uhr

Das Modell ist mir egal, aber ich möchte mal festhalten, dass der Mito (nach dem 8C, der hier einfach mal nicht zählt) der erste schöne Alfa seit langer, langer Zeit ist - und nicht anders herum.

Also zumindest vom Innenraum-Design muss ich da zustimmen.

#22 circulus . 31.03.09 . 01:31 Uhr

Juhuu! Mehdorn is weg! Vielleicht dann auch bald die Flinkster (weil sich der Nachfolger auf die Hauptaufgabe konzentriert?) …

#23 Paul-geht-baden . 31.03.09 . 18:24 Uhr

Ziemlich vezögerte Reaktion, mein lieber Circulus. Hatte stundenlang auf Ihren Freudentanz gewartet und schon befürchtet, dass Sie, erschöpft vom messerscharfen Analysieren der elenden Gegenwart und vom detailgenauen Entwerfen einer schöneren und besseren Zukunft vielleicht eingenickt wären und den großen Moment, in dem die Herrschaft der Manager- und Politiker-Recken-mit-dem-Dreck-am-Stecken anfängt zusammenzubrechen, verpasst hätten. Hätte mir leid getan, aber war ja glücklicherweise dann doch nicht so. Was ich jetzt noch vermisse, ist Ihre Darlegung, wie aus dem Fall von Mehdorn zwingend der Untergang von Tiefensee und schlussendlich der krachende Zusammenbruch von Stuttgart 21 folgt (vorausgesetzt, dass die Mächte des Bösen nicht wieder eine fiese Schliche finden usw. usf.). Ich will Sie nicht drängen, aber: Dürfen wir darauf in den nächsten Tagen hoffen?

#24 nick . 31.03.09 . 23:28 Uhr

Dem schließe ich mich an. Um ganz ehrlich zu sein, habe ich mich auch gefragt, warum sich hier noch keiner zum Mehdorn-Aus geäußert hat. Hätte ich es vielleicht tun sollen? Dabei gibt es doch noch ein paar mehr Mehdorn-Hasser hier. :-)

#25 PhilGrooves . 02.04.09 . 11:57 Uhr

Was ist an Mehdorn schlechter als an den ganzen anderen Zumwinkels und Ackermanns die in allen möglichen Unternehmen vielleicht Dinge zulassen von denen wir gar nichts wissen wollen?

#26 JonesBones . 02.04.09 . 17:55 Uhr

Also ich finde das Angebot fast unglaublich fair! Ich hab mich noch kostenlos angemeldet und hab Flinkster heute zum ersten mal genutzt. Ich bin zum Einkaufen gefahren und hab mich großzügig mit Wasser eingedeckt welches ich vorher immer mühsam zu mir nach Hause schleppen musste.
Und was hat mich die Fahrt gekostet? Grade mal 1,75€. Das ist ja billiger als mit der Bahn! Also hört bitte auf, davon zu sprechen, dass man es wieder abschaffen sollte! Sonst muss ich mein Wasser wieder unter großer Anstrengung vom Lidl bis zu mir tragen…

#27 Mika . 19.04.09 . 00:09 Uhr

Josh,

Du hast das Konzept von Carsharing leider nicht verstanden. Bei keiner anderen technischen Investition gibt es so ein schlechtes Kosten/Nutzen-Verhältnis wie bei dem Privatwagen. * Flugzeuge werden von Firmen angeschafft und bis auf die Minute genau eingeplant und ausgenutzt.
* Die Rechenzeit von FIrmencomputern wird teilweise öffentlich zur Verfügung gestellt. Teilweise sogar die Rechenkapazität von Grafikkarten.

Nur Automobile werden als Statussymbole angesehen, und nicht als Nutzobjekte, die eine enorme Ressourcenverschwendung ausmachen: Durchschnittlich an 23 Stunden am Tag steht eine Maschine im Wert von ca 20.000 € ungenutzt in der Gegend rum und verbraucht gerade in Städten wie Köln das knappe Platzangebot. Carsharing erhöht - sinnvoll angewandt - die Nutzungsrate. Mit Call-a-bike hat die Bahn einen hervorragenden und funktionierenden Dienst angeboten, der mit flinkster nur konsequent weitergetrieben wird. Ich wünsche der Bahn denselben Erfolg und zahlreiche Neuanmeldungen!

#28 Josh von Staudach . 20.04.09 . 09:17 Uhr

Doch doch, Mika, das Konzept habe ich schon verstanden. Aber die Industrie hat nicht verstanden, was der Verbraucher eigentlich haben will. Will der Ressourcenverschwendung? Will der die Umwelt schädigen? Will der eine Maschine, die nur herumsteht? Gab oder gibt es Werbespots, die solche Inhalte thematisieren? … Bestimmt wollen viele ein Statussymbol, denn das ist das, was die Werbung unterm Strich suggeriert. Aber der Verbraucher, der sich keine Gedanken macht (oder sich keine machen will), der möchte doch nur ein bequemes, immer verfügbares Fortbewegungsmittel. Von daher wäre es doch nur logisch, die Industrie hätte schon immer das Carsharing betrieben und gar keine Automobile verkauft, sondern nur vermietet. Oder die Industrie hätte im Lauf der Zeit ganz andere Fortbewegungsmittel entwickelt. Dann hätten wir bspw. statt Straßen nur Schienen. Oder Magnetschwebetrassen. Oder Seilbahnen. Und einzelne Wagen/Kabinen/Gondeln, die in beliebiger Menge vor den Häusern zur Verfügung stehen, in die man nur einsteigen muss und lautlos losgleiten, ohne Stress und Stau.

Aber es ist anders gekommen. Es ist also immer eine Frage des (chronologischen) Ausschnitts, den man betrachtet. Und eine Frage der Vision, wo man hin will. Sie, Mika, betrachten den Ausschnitt JETZT ohne ein Vorher oder Nachher. Doch im JETZT haben wir schon zuviele Kraftfahrzeuge mit Verbrennungsmotor — die von Ihnen benannte “enorme Ressourcenverschwendung”. Ich kritisiere, dass durch das DB Carsharing ‘Flinkster’ nur noch mehr Autos rumstehen, bzw. dadurch mehr Menschen ein Auto durch die City jagen (flink versteht sich), die sonst ÖPNV, Fahrrad oder Füße genutzt hätten. Und ich kritisiere, dass die Bahn ein millionenschweres Experiment betreibt, welches letztendlich die Steuerkasse belastet. DAS habe ich kritisiert und nicht das Konzept des Carsharing … oke? ;-)

#29 HelmHeld . 20.04.09 . 18:15 Uhr

Für Menschen die seit langem ihren Einkauf mit dem Bus nachhause schleppen ist dieses Konzept definitiv verlockend.

Und die paar Autos mehr fallen in Stuttgart definitiv nicht ins Gewicht.
Und umso mehr Car-Sharing-Angebote desto besser. Konkurenz & Vielfalt ahoi.
Ich würd mich jedenfalls freuen, wenn dieser dynamische Autobesitz die Runde machen würde.

Und demnächst?
Die City-Elektroautos mit nem Stromsteckerchen an ihrem Stellplatz? bin gespannt was da noch kommt.

Aber als momentaner Bus- und Bahnreisender wünsch ich mir definitiv ne Veränderung.

#30 sCarecrow . 05.02.10 . 20:25 Uhr

@ Patrick:
Welcher bestechenden Logik bist Du denn zum Opfer gefallen???

Nochmal um es auf der Zunge zergehen zu lassen:

#18 Patrick . 27.03.09 . 15:12 Uhr

Ich glaube, dass das Angebot sowieso nicht genutzt wird bzw. dass es sich für die Bahn nicht lohnen wird. … Bin auch klar dafür, dass man auf das Angebot nicht eingeht und es somit nicht noch unterstützt.

#31 sCarecrow . 05.02.10 . 20:39 Uhr

@ Josh:
Das ist ja schon fast eine unverschämt kurzfristige Betrachtung.
Mit dem Verweis auf die Geschichte wird es fast schon zum Hohn.

#32 Hans . 07.08.10 . 14:00 Uhr

Das beste an Flinkster ist, dass man es in Köln und Stuttgart nutzen kann, und vor allem, wenn es noch weiter ausgebaut wird, in immer noch mehr Städten.
Wenn ich z.B. nach Berlin zu einem Kunden fliege, kann ich mir einen Flinkster nehmen, fahr die 10 oder 20 Kilometer zu dem, halt meinen Termin ab und bring ihn nach 3 oder 4 Stunden wieder zurück.
Dann kostet mich der Spaß vielleicht 15 € und die Fahrt dauert 20 Minuten. Mit der S-Bahn o.ä. wäre ich vielleicht mit 2mal umsteigen dann in der Nähe des Kunden und müsste noch nen halben Kilometer laufen und es würde mich trotzdem vermutlich 5 € kosten. Und z.B. im Ruhrgebiet ist der ÖPNV nicht wirklich angenehm, da kommt man sich vor wie im Fahrstuhl eines Plattenbaus in Wanne-Eickel… Und wenn der Kunde auch noch irgendwo im Gewerbegebiet irgendwo außerhalb ist, komme ich mit dem ÖPNV vielleicht gar nicht hin… Mit dem Taxi wär ich dann eher 50 € los und mit einem Mietwagen einer “normalen” Autovermietung bezahle ich dann halt die Tagespauschale plus Sprit, auch wenn ich ihn nur 3 Stunden brauche => 60-70 €.
Und wenn man mal mehrere Tage in verschiedenen Städten und Regionen unterwegs ist, hat man auch Gepäck dabei, das man dann eben im Auto lassen kann. Und man kann mit der Karte ja momentan auch das “normale” DB-Carsharing nutzen. Und was nutzt es mir, dass es z.B. in Münster irgendeinen lokalen Carsharinganbieter (wie in Stuttgart wohl dieses “Stadtmobil”) gibt, wenn ich um 14 Uhr da ankomme, um 15 Uhr einen Termin habe und um 18 Uhr wieder woanders hinfliege oder fahre? Soll ich mich in 300 Städten bei Vor-Ort-Anbietern anmelden und dann einen Koffer mit 300 Karten mit mir rumschleppen? Und dazu noch 300 mal Jahresgebühr bezahlen?
Flinkster ist eine tolle Idee. Ich hoffe, das Konzept bewährt sich und wird ausgebaut.

#33 Stephan5 . 10.09.10 . 16:37 Uhr

Leider wurde in den letzten Monaten ein Standort nach dem anderen in Stuttgart-West aufgegeben. Ich glaube die Bahn macht bald Schuß mit dem Projekt. Schade.

Kommentar hinterlassen


Made by 6B