Von Schnezagaigeler
Vermischtes . 19:13 Uhr
Nein, nein, nein, ich will nicht meckern. Nicht bei meinem ersten Beitrag in diesem Blog. Loben und preisen will ich mein geliebtes Stuttgart. Dafür zum Beispiel, dass es sich auf den besten Weg zum Radfahrereldorado gemacht hat. Indem man die Deutsche Bahn dabei unterstützte, 400 “CallBikes” im Kessel zu installieren. Erst kam mir die Assoziation zu Duschkabinen in der Wüste. Aber es ist ein Anfang, zeugt vom guten Willen.
Und tatsächlich: Man erhält einen ganz neuen Eindruck von der Stadt und sieht erst, was radstreckenmäßig möglich ist, wenn man auf der Suche nach einer “Call a Bike” Station, an der man den braven Drahtesel nach getaner Fahrt wieder andocken kann, durch die Gegend kurvt. Ist eine Station belegt, muss die nächste angesteuert werden. Gut möglich, dass man dabei sogar in einer Gegend herauskommt, in die man nie wollte.
Stuttgart beschreitet hier neue Wege: Anders als in Berlin, Köln, Frankfurt und München kann man hier sein Mietrad nicht an irgendeiner Ecke stehen lassen. Drum heißt der Service in Stutgart auch “Fix”, und das nicht, weil’s besonders schnell geht. So ist gewährleistet, dass an den Stationen immer genügend Räder zur Vefügung stehen. Denn wessen Ziel sich nicht rein zufällig in der Nähe einer Station befindet, kann auf den Service getrost verzichten.
Kleiner Nebeneffekt: Unser schönes Stadtbild bleibt verschont von wild geparkten, herrenlosen Fahrrädern. Wetten, dass bei dieser weisen Entscheidung unsere Stadtväter ein Wörtchen mitgeredet haben?
#1 Franklin . 11.07.07 . 08:17 Uhr
Gerade die Stadtväter waren es, die ein System wie in Berlin abgelehnt haben. Zu unordentlich sei dies, so war die Befürchtung, wo kämen wir in unserem Stuttgart denn hin wenn an jeder Ecke Fahrräder ständen?
#2 ernaa . 11.07.07 . 10:04 Uhr
Als Exilberlinerin kann ich nur sagen, dass diese “Kehrwochen-Variante” von Call-A-Bike meine Meinung von Stuttgart nur bestätigt hat.
Aber so habe ich auch jeden Morgen was zu schmunzeln, wenn ich am Marienplatz in die U-Bahn steige.
#3 Herr S . 11.07.07 . 16:14 Uhr
Sehr beruhigend, dass wieder mal fast alles bestätigt wurde, was man schon immer wusste: Berliner Stadtväter = rot, schwul, arm und sexy, Stuttgarter Stadtväter = schwarz, hetero, reich und verklemmt. Jetzt muss mir nur noch einer erklären, warum das Konzept wahllos geparkter Leihfahrräder dem der an ausgewiesenen Punkten abgestellten überlegen sein soll. Und warum die Frage danach, wo wir hinkämen, im Konjunktiv gestellt ist – ein Blick nach draußen genügt, um zu sehen, dass – Achtung jetzt kommt’s: auch in dieser Stadt an jeder Ecke Fahrräder herumstehen! Ist das nicht der Wahnsinn?
#4 Schnezagaigeler . 11.07.07 . 18:34 Uhr
(1) Das flexible System gibt’s nicht nur in Berlin, sondern auch in Köln, Ffm, München. Und die sind nicht alle rot, schwul, sexy.
(2) Jeden Morgen fährt in Stuttgart offensichtlich ein DB-Rent-Mitarbeiter von Station zu Station, um Fahrräder so umzustellen, dass immer Plätze frei sind. Schön. Aber die können sich im Verlauf des Tages natürlich wieder füllen. Genausogut könnte doch ein DB-Rent Mitarbeiter an-den-Ecken-stehengelassene Räder einsammeln und an die Leihstationen zurückbringen. Der Aufwand wäre derselbe. Die Räder sind ja genau lokalisierbar, es ginge also keins verloren. Ich weiß nicht, wie Berlin, Köln usw. das “ohne Fix” genau machen, aber wenn’s nicht funktionieren würde, hätte man es wohl kaum in 4 Städten eingeführt.
#5 Wegschaffel . 11.07.07 . 21:55 Uhr
Jo mei. Das sind eben zwei komplett unterschiedliche Ansätze. Mobilitätsphilosophien, wenn man so will. Wer mehr dazu wissen will: Google hilft. Mit der Kehrwoche hat das so viel zu tun, wie eine Berliner Billich-Schrippe mit einem oberschwäbischen Knauzenwecken (auch hier hilft Google).
#6 Franklin . 12.07.07 . 08:15 Uhr
In Berlin etc. funktioniert die Sache ganz wunderbar, man stellt die Räder an einer Streßenecke ab und spricht das dann auf ein Band. Egal wo, im ganzen Innenstadtgebiet zumindest. Und somit steht man dann auch nicht vor einem der Probleme die sich mir bereits aufgetan haben, nämlich, dass an meiner “Zielstation” alle Plätze belegt waren und ich weiter fahren musste.
Eines aber ist in Stuttgart besser als anderswo: Die erste halbe Stunde kostet nix.
#7 mark . 13.07.07 . 17:53 Uhr
beim mir an der ecke ist immer alles belegt. wenn ich also mal in die verlegenheit kommen sollte, von irgendwo nach hause fahren zu wollen, kann ich mir das gleich sparen. denn das fahrrad werde ich bei mir nicht mehr los…
#8 Ralph . 19.07.07 . 13:38 Uhr
Die Fix-Stationen sind wirklich Blödsinn. Sie werden das ganze Projekt ad-acta führen. Gestern hab ich’s am eigenen Leib erlebt: Rad ausgeliehen und am Ziel 10 Minuten lang nach einer Station gesucht*. Der dann wieder 5 Minuten Fußweg vom eigentlichen Ziel entfernt war. Wär ich gleich zu Fuß gegangen, hätt ich’s auch in der Zeit geschafft…
*Man vergisst ja auch einfach mal, vor dem Losfahren auf den Plan zu schauen, um eine Station beim Ziel zu suchen. Oder hat gar kein konkretes Ziel, sondern sucht - wie ich gestern - ein schönes Plätzle zum Draußensitzen.
Bitte Bahn&Stadt, lasst wieder ab vom Fix-Konzept
#9 Tuppaware . 22.04.08 . 17:56 Uhr
Jetzt hat das Stuttgarter Callabike-Sytem sogar einen Preis gewonnen. So schlecht kann’s ja nicht sein, auch wenn ich ehrlich gesagt noch nie jemanden auf so einem Rad herumfahren gesehen habe und mir das mit dem Telefon viel zu kompliziert ist. In Paris habe ich ein Leihradsystem gesehen, das mit Karten funktioniert.
#10 Stuttgart Blog » Beweisfoto . 09.09.08 . 14:09 Uhr
[…] Die auch hier im Blog schon erwähnten Räder werden tatsächlich benutzt. Das war schon das zweite benutzte Rad das ich gesehen habe, aber diesmal habe ich ein Beweisfoto schießen können: […]