Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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10 01.06

Erinnerungen an Honig-Bernd

Von Lloyd
Vermischtes . 12:43 Uhr

Seit 1948 ein Vertreter des schwäbischen Bäckerhandwerks

Als ich heute morgen in mein Tafelbrötchen biß, dachte ich an das Café Schmälzle in der Hauptstätter Straße. Warum? Meine Semmel richte ich gerne mit Butter und Honig an, etwas Kümmel gehört auch dazu. Ich dachte an den Honig-Bernd, der mich und andere junge Menschen damals in Lohn und Brot brachte. Jeden Samstag, so gegen Neune, hieß der Treffpunkt für die regionale Honig-Verkaufstour Café Schmälzle. Wir stärkten uns mit Butterbrezeln und Kaffee, der eine oder andere zupfte auch schon mal einen handwarmen Kolben, um wieder auf Pegel zu kommen. Und Finas wurden geraucht! Dann stiegen wir mit Honig-Bernd in seinen orangefarbenen VW-Bus und juckelten Richtung Remstal, Schwäbische Alb, ins Gäu - und liefen getrennt mit vier zweieinhalb-Kilo-Töpfen Pansch-Honig durch die kleinen Käffer und brachten den Brotaufstich an die Hausfrau. Pünktlich zum Ende der Bundesligaspiele saßen wir alle wieder versammelt im Honig-Bus, hörten die Schlußkonferenz (die damals noch nicht so hieß) und teilten den Raub untereinander auf. Jaja, es ist, als würde man in den Kriegstagebüchern blättern …

10 Kommentare zu Erinnerungen an Honig-Bernd

#1 liamara . 10.01.06 . 12:45 Uhr

Honig-Bernd? So etwas wie Aal-Uwe, Käse-Karl oder Wurst-Paule?

#2 Lloyd . 10.01.06 . 12:47 Uhr

Werter Liamara, so ähnlich, allerdings nicht so bekannt wie die von Ihnen genannten Herren.

#3 Herr S . 10.01.06 . 12:53 Uhr

Das Café Schmälzle existiert doch hoffentlich noch, oder? Ich meine, es wäre unlängst mal die Rede davon gewesen. Aber was ist ein »handwarmer Kolben«? Und woher kennt man Aal-Uwe, Käse-Karl und Wurst-Paule?

#4 Lloyd . 10.01.06 . 13:01 Uhr

Selbstverständlich gibt’s das Schmälzle noch. Ein handwarmer Kolben ist nichts Schweinisches, sondern eine Flasche Bier mit Zimmertemperatur (für die Magenkranken unter uns). Und die drei Herren Uwe, Karl und Paule sind jedes Jahr auf dem Karlsplatz beim Fischfest zu bestaunen - haben aber mit Honig-Bernd wirklich nüscht zu tun.

#5 Herr S . 10.01.06 . 13:35 Uhr

Da bin ich ja gleich zweifach beruhigt. Vom Fischfest halte ich mich allerdings eher fern, kein Wunder, dass mir die Herren nicht geläufig sind.

#6 Wegschaffel . 10.01.06 . 13:39 Uhr

Also wenn eine Flasche handwarmes Bier nichts Schweinisches ist, dann weiss ich nicht, was Schweinisch sein soll.

#7 Herr Enderle . 10.01.06 . 14:40 Uhr

Selbstverständlich trafen sich damals auch einige Herren der Bettwäsche-Drücker-Fraktion im Schmelzle. Statt handwarmer Kolben konnten wir uns zum Frühstück allerdings Sekt mit Pils leisten. Mit einem dicken Amischlitten ging es dann hinaus ins Land der Ahnungslosen. “Grüß Gott, Sie haben ein Aussteuerpaket mit Laichinger Bettwäsche beim Preisausschreiben gewonnen. Bitte quittieren Sie mir doch den Empfang.” Und perfekt war der Deal. Tja, böse Buben gab es schon immer …

#8 liamara . 10.01.06 . 14:46 Uhr

Ich möchte auch mal was gewinnen. Tät auch Bettwäsche nehmen. Obwohl…

#9 Stuttgart Blog » Was es in Stuttgart nicht gibt. Teil 11. . 08.11.06 . 10:18 Uhr

[…] Über unser Stuttgarter Brot wurde hier und da und dort schon engagiert diskutiert. Einschneidende Erlebnisse mit Nicht-Stuttgarter Brot zwingen mich, das Thema nochmals aufzugreifen und - ich sage es gleich vorweg – eine Lanze auch noch für den letzten Stuttgarter Discount-Aufbäcker zu brechen. Gegen das US-Material, das ich letzte Woche genießen durfte, schmeckt der hiesige Billig-Wecken wie Manna. […]

#10 Larissa . 24.08.09 . 21:36 Uhr

Hallo Herr Lloyd, die Gedanken und gewidmeten Zeilen an vergangene Tage sind rührend.. mit was habt Ihr denn damals den Honig gepanscht? Fragt sich eine interessierte Jungimkerin mit etwas Phantasie und Gruß nach Stuttgart! .Larissa