Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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08 02.06

Eine Schwabenbohne ist eine Schwabenbohne ist eine Schwabenbohne

Von Herr S
Essen und Trinken . 17:42 Uhr

»Meinten Sie: schwabenbühne«, fragt Google, als ich nach »Schwabenbohne« gesucht habe, meldet mit leicht nöligem Unterton, »keine Standard-Webseiten gefunden« zu haben und schlägt vor, die Schreibweise zu überprüfen oder andere bzw. allgemeinere Suchbegriffe zu verwenden. Längst haben wir gelernt, dass nicht existiert, was von Google nicht gefunden wird, eine These, die im Fall der Schwabenbohne zusätzlich untermauert wurde, indem ich lange vergeblich nach ihr suchte und viele, denen ich von ihr erzählte, so taten, als sei ich nicht mehr ganz richtig im Kopf.

Aber der Reihe nach. In den 70er-Jahren kam ich erstmals in ihren Genuss, den ich dem Garten meiner Mutter nebst ihren Kochkünsten zu verdanken hatte. Zusammen mit Spätzle wurden sie gereicht und ich zeigte mich so angetan, wie ich tatsächlich war. Danach war für lange Zeit Schluss damit — die Mutter stellte den Anbau ein und öffentlich waren sie kaum zu bekommen. Wobei »kaum« noch stark geschönt ist: genau ein Mal, vor mehr als 20 Jahren, wurde ein winziges Häuflein auf einem oberschwäbischen Wochenmarkt angeboten, zu einem absurd hohen Preis, der nahe legte, dass es sich um eine absolute Rarität handeln musste.

Meine folgenden Recherchen schienen ergebnislos zu verlaufen. Niemand hatte je von der Schwabenbohne gehört, profunde Heimatkenner winkten ebenso ab wie selbst die unerschrockensten Gourmets, denen sonst kein Aufwand zu hoch ist, um an ausgesuchte Nährmittel zu gelangen. Bald begannen Zweifel an mir zu nagen — war ich einer schwülen Phantasie aufgesessen? Hatte ich mir ihren Verzehr nur eingebildet? Ein mir weitläufig bekannter Psychiater runzelte sorgenvoll die Stirn, als ich ihm meine Befürchtungen schilderte. Die Schwabenbohne als Objekt kulinarischer Wahnvorstellungen war ihm absolut neu, immerhin hielt er ihre Existenz aber für theoretisch möglich. Dann, vor zwei oder drei Jahren, die Sensation: Ich lernte eine passionierte — wiederum oberschwäbische — Gemüsegärtnerin kennen, die nicht nur von Schwabenbohnen wusste, sondern sie in ihrem Garten anbaut! Und zwar so reichlich, dass sie mir ein jährliches Säckchen davon in Aussicht stellte, das mich seither regelmäßig auf dem Postweg erreicht. Wer immer noch zweifelt:

Schwabenbohnen

Sehr viel schlauer bin ich jetzt freilich immer noch nicht. Die Schwabenbohne ist etwa dreimal so groß wie eine stinknormale Bohne, ihr Farbspektrum reicht von hellem Altrosa bis ins tief Aubergineviolette und sie zeigt auffällige, fast ein wenig frivole Sprenkel. Das Beste aber: Sie stellt geschmacklich jede mir bekannte Bohne mühelos in den Schatten. Das war’s. Keine Ahnung, warum sie Schwabenbohne heißt, woher sie kommt und wie lange es sie schon gibt. Vor allem würde mich interessieren, warum sie zur offenkundigen Rarität wurde. Die Theorie vom lausigen »Arme-Leute-Fraß«, der sich mit zunehmendem Wohlstand erledigt, halte ich — abgesehen davon, dass Bohnen nun wahrlich nicht lausig schmecken — für wenig plausibel, bildet der Einfallsreichtum armer Leute doch den Grundstock zahlreicher hoch gerühmter Regionalküchen, man denke nur an die römische.

Wer also mehr über die Schwabenbohne weiß, der möge mich an seinem Wissen teilhaben lassen. Das Google-Problem sollte sich dagegen in zwei, drei Tagen von selbst erledigt haben, womöglich führt das hier am Ende ja noch zur — längst überfälligen — Renaissance der Schwabenbohne.

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43 Kommentare zu Eine Schwabenbohne ist eine Schwabenbohne ist eine Schwabenbohne

#1 skaddi . 08.02.06 . 18:03 Uhr

Es wird wahrscheinlich nicht dienlich sein, aber das Fahndungsfoto erinnert mich stark an meine Kindheit. Nein, gegessen habe ich keine Schwabenbohne niemals nicht. Aber damit gespielt: Das “Böhnchenspiel”. Mitgebracht aus dem Urlaub im Taunus stand eine ganze Weile eine Holztasse bei im Schrank rum, gefüllt mit Bohnen, die dem Foto arg ähnlich waren.

#2 Wegschaffel . 08.02.06 . 19:01 Uhr

Immer einen Scherz in der Funk-Tastatur, der Herr S..

Das sieht doch ein jeder, dass das keine

Schwabenbohnen

sind, sondern auf den Schenkeln von jungfräuichen Landfrauen selbstgerollte Schpiid-Pills! Wegen sowas wurde ich in den schpäden Achtzigern von ruppigen RD-Beamten unweit der oberschwäbischen Drogenkapitale RV aus dem Käfer gezerrt! Wobei sich dann glücklicherweise rausstellte, dass es doch bloss durch unsachgemässes beamen schlecht ent- und wieder materialisierte Smarties waren.

#3 Herr S . 09.02.06 . 09:22 Uhr

@Skaddi
Taunus, aha. Vermutlich von hessischen Andenkenhändlern aus Schwaben importiert und als Hessenbohnen verkloppt, das passt zum gemeinen Hessen. Andererseits erklärt vielleicht genau das die knappe Verfügbarkeit. Dass sie zum Spielzeug herabgewürdigt wird, hat die Schwabenbohne aber wirklich nicht verdient.

@Wegschaffel
Speed in RV? Eine absurde Vorstellung, die allenfalls damit erklärbar ist, dass die örtlichen RD-Angehörigen seit jeher ausgesprochene Pausenclowns sind. Jeder Ortskundige weiß, dass dem normalen Ravensburger nichts mehr verhasst ist als Geschwindigkeit, im Gegenteil strebt er nach einem Dasein in Zeitlupe. Vermutlich las der RD-Gruppenleiter einen aufrüttelnden Spiegel-Bericht zum Thema Speed und geriet in helle Panik.
»Schbied? Ha Heilandsack! Homm mir des in Raveschburg au? Und wia siehd des ieberhaupd aus, des Zeig? So kloine Bebbel wahrscheinlich. Do missa mr glei mol gugga.« So aufgepeitscht machte er seine Männer schalou, die ausfuhren und alle verdächtigen Bebbel vorsorglich beschlagnahmten. Gott sei Dank fing bald das jährliche Rutenfest an, da kamen sie dann alle wieder herunter.

#4 Schoooorsch . 09.02.06 . 12:05 Uhr

Kümmert mich die Bohne? Ja, weil ich mir genau die Sorte als Kind mal in die Nase gesteckt habe. Das Teil liegt seit der Not-OP bei Muttern in der Vitrine.

Könnte sich um eine Poppige Sorte der “Puffbohne” (Synonym der Saubohne) handeln, was jedoch durch ein Erfurter Liedlein sogleich widerlegt wird:

„Nur in Erfurt ist gut wohnen; aber wisst Ihr auch - warum?
Rings um Erfurt blüh’n Puffbohnen; unser Stolz und Gaudium.
Fragt in Pommern, fragt in Schwaben, solche Bohnen sie nicht haben…“

Ähnlich sind - laut meinen Büchlein

a) Stangenbohne “K. Rüdiger”
b) “Bunte Bratislava”, Sorte aus Zentralmarkt Bratislava
c) Buschbohne “Herrn S.´Beliebteste” - Neuheit!
d) Gleicht insbesondere “Peters Frühreife Amalienbohne”. Nur das helle Altrosa triffts nicht ganz.

Für nähere Eingrenzung sind folgende Angaben erforderlich:

Wuchshöhe:
Wuchsform:
Blütengrundfarbe:
Fädigkeit:
Anzahl der Samen:
Samengrundfarbe:
Farbe der Zeichnung:

#5 Schoooorsch . 09.02.06 . 12:49 Uhr

Ist nicht im Erweiterungsset zum Kartenspiel BOHNANZA neben der Kakao- und Kaffeebohne auch eine Schwabenbohne enthalten?

“Das Wunder von Bohn!”

… ist übrigens die letzte Erweiterung des beliebten Bohnen-Spieles (”ich glaub es hackt”)

Erhältlich auch in diversen Ablegern wie z.B.

High Bohn, Mutabohn, Bohnaparte, Telebohn, Al Cabohne,
Auszug aus Spielanleitung für Neue Karten Set “VATIBOHN”:

“Die Flehbohnen besitzen gegenüber den anderen Bohnen des Grundspieles eine Besonderheit. Hat ein Spieler zwei Flehbohnen auf einem Feld angebaut und er will oder muss die beiden Bohnen ernten, dann erhält er dafür eine Karte “Gottes Acker” und keine Taler. Beide Flehbohnen werden auf den Ablagestapel gelegt. Hat er bereits eine Karte “Gottes Acker” ausliegen, bekommt er für die zwei Flehbohnen nichts.”

“”Die Tote Bohne hat keine besondere Bedeutung. Sie ist eine normale Bohne, mit der gehandelt und die angebaut werden kann.”

#6 Herr S . 09.02.06 . 15:35 Uhr

Mein lieber Schooorsch, ich kenne zwar Ihre Nase nicht, aber dass es Schwabenbohnen waren, die Sie sich als Kind in eben diese gestopft haben, möchte ich bezweifeln — sie sind wie gesagt locker dreimal so groß wie normale. Mit botanischen Einzelheiten kann ich leider gar nicht dienen, ich meine auch, deutlich gemacht zu haben, dass ich eher über die historischen, sozio-kulturellen und kulinarischen Aspekte grüble. Und bleiben Sie mir weg mit Ihrem Kartenspiel, Kartenspiele sind des Teufels und mit dem will ich nichts zu schaffen haben. Immerhin muss ich an dieser Stelle aber mal Ihren Eifer loben. Doch doch.

#7 Schoooorsch . 10.02.06 . 15:02 Uhr

@ Herr S.:

zu meiner Nase Glück!

#8 Frau Brezel . 23.03.06 . 21:43 Uhr

Entschuldigen Sie bitte die späte Nachfrage:
Hädded Sie velleichd no a baar Schwobabohna ibrig?
Ich bin gerade dabei, die Keimlinge für den Garten vorzuziehen, bevor´s ins Freiland geht und täte mich sehr für ein paar Exemplare der berüchtigten Schwabenbohne interessieren. Selbstverständlich gegen Beteiligung an E&E (Ernte und Ertrag).

#9 Herr S . 24.03.06 . 01:29 Uhr

Ein hochinnovativer Vorschlag, Frau Brezel, ich bin dabei — es kann gut sein, dass es die einzige Schwabenbohnenkultur in Stuttgart sein wird. Natürlich habe ich welche übrig, jetzt müssen wir nur noch die Übergabe regeln. Ideen dazu?

#10 Frau Brezel . 27.03.06 . 15:51 Uhr

Immer diese unsäglichen Schwierigkeiten beim Transfer der Vyrtualität ins wyrkliche Leben! Nein, ich habe leider noch gar keine Idee, nicht die Bohne sozusagen… wie wäre es vielleicht mit so etwas wie einem geheimen (höhöhö!) Übergabeort in der Innenstadt… z.B. in der Stiftskirche zwischen dem siebten und achten Baluster (oder sind es Pilaster?) der Empore links… oder so… nein, lassen Sie uns doch darüber mal ein bißchen nachdenken… oder sagen Sie bloß, Sie hätten schon eine Lösung im Kopf (nachdem Sie heute ja schon so einiges auf selbigen bekommen haben bezüglich Ihres Nichtwähler-Outings)!?
Übrigens haben Sie ganz recht bezüglich der Schwabenbohnen-KULTUR, denn ich verstehe durchaus das “Gärteln” als Kulturarbeit im besten Sinne. Außer Wind, Wetter und allfälliger vegetabiler (Wo klettert sie denn nur jetzt wieder hin, die Bohne?) und animalischer Unbill (oh Schreck: Blattläuse im Bohneneintopf???) kommt einem überhaupt gar nichts ins Gehege… und die Kürzungen hat man sogar noch mittels Rebschere ganz selbst in der Hand! Ist das nicht was Feines?

#11 Herr S . 27.03.06 . 22:33 Uhr

Von Schwierigkeiten würde ich nicht gleich sprechen, liebe Frau Brezel. Ich werde Sie rechtzeitg wissen lassen, wie wir diese lächerlich kleine Hürde überwinden können, auch ohne langwieriges Baluster- oder Pilasterzählen. Und keine Sorge wegen meinem Schädel — ich habe fest damit gerechnet, Zurechtweisungen zu ernten. Wir müssen ja bei Gott nicht alle einer Meinung sein, wo kämen wir denn da hin? Hinsichtlich der Feldarbeit bin ich allerdings reiner Theoretiker, leidenschaftlich zwar, aber längst verhungert, gäbe es nichts anderes als meine eigenen Erträge.

#12 Frau Brezel . 28.03.06 . 14:25 Uhr

Also, Herr S., da haben Sie natürlich völlig recht! Natürlich habe ich die Sache problematisiert! In unserem Falle von Schwierigkeiten zu sprechen ist eine ungebührliche Ybertreybung! Wir kennen uns ja nicht einmal! Und so ein paar Bohnen durch die Stadt zu verfrachten, sollte nun wirklich keine übergroße Herausforderung darstellen…

Außerdem muß ich gestehen, daß ich (noch) recht weit davon entfernt war, mir über die Befindlichkeit Ihres Schädels den meinigen zu zerbrechen - immerhin lassen Ihre doch normalerweise recht lesbaren Kommentare den Rückschluß auf ein (noch) absolut intaktes Cranium zu.

Die niedere Feldarbeit lässt sich einem reinen, wenn auch vielleicht leidenschaftlichen, Theoretiker wahrscheinlich nur mit dem Argument nahebringen, daß, möchte man John Locke folgen, “nichts im Verstand sein kann, was nicht zuvor in den Sinnen gewesen ist”. Möchte man unterstellen, daß der Fähigkeit zur Leidenschaft per se die Fähigkeit zum sensuellen Erleben vorausgehen muß, muß man folglich infragestellen, ob man “hinsichtlich der Feldarbeit” überhaupt “reiner Theoretiker” sein kann oder nicht einfach und schlicht stattdessen völlig unwissend ist… und das wiederum wirft im Rückschluß den Zweifel auf, ob es so etwas wie einen leidenschaftlichen Theoretiker überhaupt geben kann…

Nachfolgend sehen Sie nun eine Liste der sogenannten Eisheiligen. Wenn die vorbei sind, dürfen frostempfindliche Jungpflanzen oder Saatgut ins Freiland gelangen, ohne Schaden zu nehmen.
Somit haben Sie einen großzügig bemessenen Zeitrahmen bis zur Übergabe Ihrer ersehnten Schwabenbohnen.

1. (Mamertus - 11. Mai)
2. Pankratius - 12. Mai
3. Servatius - 13. Mai
4. Bonifatius - 14. Mai
5. (Sophie - 15. Mai)

Wie essen Sie denn eigentlich die Bohnen? Als Salat?

#13 Herr S . 28.03.06 . 23:29 Uhr

Um als allererstes einige Halbwahrheiten gerade zu rücken, Frau Brezel: Bei der Frage, ob Mamertus zu den Eisheiligen zählt, scheiden sich die Geister. Ich persönlich bin jedenfalls entschieden nicht gewillt, ihn als solchen zu akzeptieren. Und die Kalte Sophie spielt allenfalls eine ergänzende Sonderrolle als Patronin gegen die Spätfröste. Oha! Jetzt erst sehe ich, dass Sie beide eingeklammert haben, dann will ich mal nichts gesagt haben.

Und ist das Cranium nicht lediglich der knöcherne Teil des Schädels? Nun gut, immerhin hält er das ganze Weichzeug ja beisammen. Ob Ihr Herr Locke recht hat, weiß ich nicht. Bzw. der wahrscheinlich schon, das mit dem Verstand und den Sinnen scheint mir einsichtig. Dass die Leidenschaft aber zwingend ein vorangegangenes sensuelles Erleben bedingt, würde ich entweder bezweifeln oder ich bin eine Ausnahme. Ein gut entwickeltes Vorstellungsvermögen sollte allemal ausreichen, um eine theoretische Leidenschaft heranzubilden, vielleicht verknüpfen Sie mit Ihrem Leidenschaftsbegriff ja einfach nur übertriebene Erwartungen.

Eigentlich ist es sehr einfach: Ich stelle mir vor, wie ich im Schweiße des Angesichts meine Felder bestelle, des Abends noch einen Schoppen Most trinke, bevor ich rechtschaffen müde ins Bett falle. Und im Herbst ernte ich zu Tränen gerührt die Früchte meines Schaffens. Spätestens an der Stelle überkommt mich eine Eigenbegeisterung, die ich durchaus als Leidenschaft bezeichnen würde. Der Punkt ist, dass ich Most eigentlich hasse und mir schon leichte Gartentätigkeiten ein Greuel sind — deshalb die Einschränkung theoretisch.

Und Bohnen als Salat finde ich nicht so den Knüller. Cassoulet, Chili con carne und die traditionelle Kombination mit Spätzle begeistern mich schon weitaus mehr.

#14 Frau Brezel . 30.03.06 . 21:11 Uhr

Mmmh… mmmh…
Nein, ich kaue gerade nicht auf einem Bissen zu kurz gekochter Schwabenbohnen herum, nein, ich lasse mir nur auf der Zunge zergehen, was Sie, Herr S., da so an Welt übriglassen, wenn Sie mit Ihrem am Leibe angewachsenen Eßbesteck in die Tastatur greifen…
Ein zerpflücktes Häuflein altbewährter Heiliger! Eigenbegeisterung!
“Leichte Gartentätigkeiten ein Greuel”!
Jawolldoch, ich glaube Ihnen das mit der theoretischen Leidenschaft, denke ich, doch unverzüglich und unbesehen! Ich muß gestehen, Ihre Formulierung hatte meinem Widerspruchsgeist geweckt… vermutlich ein Umstand, den ich der Tatsache verdanke, ein dickes Cranium mein Eigen zu nennen (übrigens ganz im Sinne des “knöchernen Dingens”).

Übrigens liegen nun hier neben meinem Laptop zwei Häufchen unterschiedlicher Bohnensorten. Beide Sorten sind den von Ihnen gescannten Schwabenbohnen zwar farblich recht ähnlich, größenmäßig der besagten schwäbischen Gigantes-Bohne jedoch vermutlich völlig unterlegen.
Dann legen Sie mal vor! Ich bin gespannt.
Was ich übrigens noch nicht so ganz verstanden habe: Weshalb macht sich Ihre oberschwäbische Bauersfrau die Mühe, die Bohnen für Zwecke der Vorratshaltung ausreifen zu lassen, zu trocknen und dann zu schälen. Gewöhnlich isst der Selbstversorger doch seine Bohnen reif und grün und frisch und lässt nur ein kleines Häuflein als Saatgut für die nächste Saison übrig… Die andere Variante wäre, die überreifen, also schon halbwelken Bohnenschoten aufzubrechen und die noch halbwegs weichen Kerne in Gläsern einzumachen oder einzufrieren… Ihre Bauersfrau scheint entweder Bohnen in Unmengen anzubauen oder eine Anhängerin langer Kochvorgänge zu sein… Wie macht sich denn Ihre Bohne im schwäbischen Casoulet?
Können Sie wenigstens kochen?

#15 Herr S . 30.03.06 . 22:00 Uhr

Liebe Frau Brezel, wahre Größe liegt zwar bekanntlich im Inneren, im Fall der Schwabenbohne ist mangelde äußere indes ein sicheres Indiz, dass es sich nicht um eine solche handelt. Die abgebildeten Referenzexemplare habe ich übrigens nicht gescannt, sondern fotografiert — das aber nur am Rand.

Was Sie an der grundguten oberschwäbischen Bauersfrau zu mäkeln haben, verstehe ich nicht. Wieso grüne Bohnen? Grüne Bohnen kann man essen, falls es sich um hauchzarte Kenia-Böhnchen handelt, alles andere eignet sich vielleicht als Mahlzeit für Kutscher, dem Kenner fiele der Verzehr jedoch niemals ein. Nein, ich rede hier vom reinen Kern, nicht dem Grünzeug drumherum. Ich weiß noch nicht mal, wie das im Fall der Schwabenbohnen aussieht, höchstwahrscheinlich eine unmittelbare Folge meiner praktischen Abneigung gegen gärtnerisches Schaffen.

Da ich aber immerhin der Kochkunst leidlich mächtig bin, kann ich Ihnen versichern, dass sich die Kochdauer in Grenzen hält, vorausgesetzt, die Bohnen wurden lange genug eingeweicht. Dann sind sie in spätestens 90 min. gar — soviel Zeit muss sein. Wo wir schon dabei sind: Hülsenfrüchte bitte nie während oder vor dem Kochen salzen, immer erst hinterher, sonst kann’s dauern. Und ich erinnere mich, dass ich vor Jahren in einer Gegend gewohnt habe, wo der Kalk bröckchenweise aus dem Hahn fiel, wenn man das Wasser aufgedreht hat. Dort wollte ich mal Kichererbsen kochen, die zu meiner grenzenlosen — nun ja, nennen wir es diplomatisch: Verwunderung nach vielen Stunden immer noch steinhart waren. (Irgendwann habe ich es aufgegeben und holte mir einen Döner.) Später las ich dann, dass Kalk ab einer bestimmten Konzentration Gift für Hülsenfrüchte ist und man sie auch drei Tage kochen kann, ohne dass sie jemals weich werden. Das Stuttgarter Wasser ist freilich sehr gut zu Hülsenfrüchten, das kommt ja aus dem Bodensee, einem gesegneten Gewässer in ebensolcher Landschaft.

#16 Katinka . 30.03.06 . 22:21 Uhr

Ein Bohnenfan hat Fotos auf seine Homepage gestellt:
http://mitglied.lycos.de/rkraft/Boh...
Vielleicht lässt sich so die Sorte einkreisen. Denn inzwischen bin ich neugierig - und mein (kleiner) Garten bietet noch etwas Platz für einen Bohnentest ;-)

#17 Herr S . 30.03.06 . 22:57 Uhr

Ah, eine klasse Link, Katinka, vielen Dank dafür. Es gibt da eine Bohne namens Scarlet Emperor, die kommt zwar aus Mittelamerika, aber sie scheint mir eine verblüffende Ähnlichkeit mit der Schwabenbohne aufzuweisen. Auch sie wird als Rarität gewertet. Wieviele Bohnen sind eigentlich nötig für so ein Gärtlein? Eine Bohne pro Pflanze? Nur falls das Interesse weiter expandiert …

#18 Katinka . 31.03.06 . 11:10 Uhr

Herr S., in der Regel ist es eine Bohne pro Pflanze - irgendwie auch logisch ;-)
Aber Bohnen werden nicht breitwürfig ausgesät wie beispielsweise Petersilie oder Kresse. Nein, man macht ein Pflanzloch und gibt dort mehrere Bohnen hinein. Nach einiger Zeit (viel Wasser, Sonne und gutes Zureden ist notwendig) wachsen dann dort mehrere Pflanzen, die werden nun wiederum pikiert (auseinandergesetzt). Fragen Sie nicht, warum das so gemacht wird, es steht so auf der Sämereien-Packung im Garten-Handbuch (für Großstadtpflanzen). Jedenfalls hat es bei den letztjährigen Buschbohnen funktioniert.
Da Feuerbohnen sehr hoch wachsen, dürfte der Ertrag erheblich höher sein als bei den niedrig wachsenden Buschbohnen… vielleicht können Sie die sogar auf dem Balkon ziehen?
;-)

#19 kesselblick . 31.03.06 . 11:39 Uhr

Ich würde die aber nicht pikieren, sondern die Bohnen gleich in 10 cm Abstand einzeln stecken. Das Pikieren stresst die Pflanzen nur und verzögert die Entwicklung.

#20 Katinka . 31.03.06 . 12:11 Uhr

Hmmm… aber irgendeinen Grund muss es doch geben, warum es auf der Packung UND im Gartenbuch so drinsteht…

Ich werde mal versuchen, das in einem Gartenforum in Erfahrung zu bringen ;-)

#21 kesselblick . 31.03.06 . 12:31 Uhr

Habe gerade nochmal geschaut: Man kann wohl beides machen - Horste anlegen (mehrere Bohnen mit 40 cm Abstand) oder Reihen (einzeln mit 8 cm Abstand) ziehen.
Ganz gute Seite mit allen Bohnen: www.bio-gaertner.de

#22 Frau Brezel . 31.03.06 . 13:26 Uhr

Also normalerweise hängen Aussaat-Praktiken m.E. vom Standort und der Sorte ab.
Im Freiland ist die Bohnensorte entscheidend und die Frage, ob sie eine Rankhilfe braucht. Am Fuße einer Bohnenstange steckt man mehrere Bohnen, die dann alle emporwachsen dürfen. Buschbohnen, die keine Rankhilfe brauchen, lassen sich viel besser in Reihen ziehen, sonst stehen sie zu eng.
Auf dem Balkon beispielsweise ist das Pikieren von Bohnenpflanzen übrigens manchmal unerlässlich (Schauen Sie nicht so pikiert, bitteschön!), weil die Aussaat der Rankbohnen (hier zieht man ja keine Buschbohnen) nicht in Reihen, sondern gewöhnlich in Häufchen erfolgt und weil man selten genug Platz in den Töpfen hat, um auch ganz kraftlose Pflanzen stehen zu lassen. Pikieren heißt aber in diesem Falle nicht unbedingt, daß man die Pflanzen auseinandersetzt, sondern nur, daß man mindere Sprößlinge wegnimmt, um den größten Pflanzen einen Standortvorteil zu verschaffen.
Übrigens gibt es ganz ausgezeichnete Buschbohnen, die man nicht erst aus Kenia herkarren muß, um exzellente Beilagen zu zaubern. Lassen Sie sich vom Bauern bzw. Feinkosthändler Ihres Vertrauens beraten.
Übrigens habe ich überhaupt gar nichts gegen Ihre Bauersfrau, Herr S.. Es ist tatsächlich eine Frage, die auf reinem Interesse gründet. Ich persönlich habe nämlich auch gar nichts gegen einen frischen Salat Greek Style aus grünen Bohnen, noch leicht warm und mit ausreichend gutem Olivenöl und Knoblauch. Am besten inmitten des Gärtleins mit Bienengesummse und Vogelgezwitscher und einer Crew gutausgebildeter Barbecue-Spezialisten und einem guten Wein… Ich weiß nicht… ich bin da vermutlich doch recht praktisch-schwäbisch-romantisch veranlagt… wenn es sich da nicht um einen Widerspruch per se handelt…

#23 Katinka . 31.03.06 . 13:58 Uhr

Praktisch-schwäbisch-romantisch, und das alles zur richtigen Zeit – besser kann man es nicht ausdrücken, Frau Brezel.

Ist es nicht genau das, was die Schwäbin auszeichnet und zur beliebten Heiratskandidatin macht?

#24 Frau Brezel . 31.03.06 . 20:44 Uhr

Well… Mademoiselle Katinka, merci vielmals! Doch ging ich bisher nicht davon aus, daß es sich beim Stuttgart-Blog um einen Heiratsmarkt für Jungbauern handelt… (Diese Aufgabe war vor Urzeiten noch den agrarischen Studentenschwofs auf dem Hohenheimer Uni-Campus vorbehalten… ) Wieso fragen Sie? Haben Sie Bedarf an Herren mit dem gewissen Faible für´s Schwäbeln? So wie´s ausschaut, finden Sie hier jedenfalls eher leidenschaftliche Theoretiker als romantische Praktiker… (und die brillieren offensichtlich mit versiertem Mund-/Schreibwerk und anständiger kulinarischer Bildung.. vielleicht etwas urban überzüchtet, doch durchaus unterhaltsam).
Herr S. jedoch plant, in Kürze mit einem bohnenkrautbekränzten Leiterwagen durch den Kessel zu schieben und in einer Miniatur-Parade Schwabenbohnen wie Kamellen ins begeisterte Kleingärtnervolk zu werfen…
allerdings nur, wenn sich noch mehr Interessentinnen finden…

#25 Katinka . 31.03.06 . 21:15 Uhr

Oh, Frau Brezel, ich sollte hier vielleicht einen kleinen Irrtum aufklären: Mademoiselle K. ist schon längst Madame K. und hat sich als Niemals-Schwäbin einen praktisch-romantischen und nicht-schwäbelnden Göttergatten angelachtt, der darüber wacht, dass seine Madame das Bohnenkraut im eigenen Garten pflegt - und nicht auf der Stirn von Herrn S.
Allerdings kann ich der Paraden-Bohnenaktion doch einiges abgewinnen angesichts der Qualität der Stuttgarter Faschingswurfgeschosse. Bohnen haben wenigstens einen gewissen Nährwert, sind lagerungsfähig und dienen nicht nur den Interessen der Zahnärzte.
Die Frage allerdings ist ja derzeit: Wieviele dieser Bohnen-Raritäten hat Herr S. noch in seinem Beutelchen?

#26 Frau Brezel . 31.03.06 . 21:34 Uhr

Falls Sie noch ein paar überzuckerte, kaum überlagerte Faschingskamellen benötigen, kann ich damit gerne dienen; und bei denen stimmt der Nährwert auf alle Fälle! (hüstel)
Aus dem Bohnen-Photo wird ersichtlich: Monsieur S. nennt (mindestens) 50 Böhnchen sein Eigen!
Nun kommt´s ja sehr drauf an, wie alt die schon sind, denn Saatgut leidet erheblich bei Überlagerung. Und ich werd meinen umfangreichen, gutgepflegten und äußerst nährstoffreichen Kompostboden wohl nicht mit toten Schwaben bepflanzen wollen…

#27 Herr S . 01.04.06 . 00:19 Uhr

Meine Damen, ich bitte Sie! Allmählich drohen Sie fast ein wenig hysterisch zu werden. Es sind nur Bohnen, wenn auch gute und unbedingt zur Aussaat geeignete. Und genug für beide Gärtchen – falls nicht, aktiviere ich einfach meine Oberschwaben-Connection, es ist ja nicht wie bei armen Leuten.

#28 Frau Brezel . 01.04.06 . 20:23 Uhr

Na, nun wundern Sie sich mal besser nicht, Herr S., denn so ist das nun mal, wenn die Damen der Schöpfung vom Raritäten-Fieber gepackt werden… Und darf ich vielleicht in aller Freundlichkeit und notfalls auch unter Einsatz alles internet-möglichen Charmes darauf hinweisen, daß ja nun ich es war, die Sie zuerst um die Gunst gebeten hat, den besagten Bohnen eine würdige Keimstatt antragen zu dürfen… und daß ja nun Madame K. sich nicht weniger als eine Trittbrettfahrerin schimpfen lassen muß, oja! Oh, und nun unterstellen Sie uns auch noch Hysterie! Anstatt sich geschmeichelt zu fühlen angesichts so viel und so unverhohlen offenbarter Begeisterung! Nun tun Sie doch bitte nicht so, als flögen Ihnen die Frauenherzen auch ohne Bohnen in solchen Scharen zu… ich meine, äh, und falls doch, dann gilt immer noch Monsieur Wilde, der unlängst (oder ist´s vielleicht doch ein Weilchen her?) verlautbarte: Kein Mensch ist so phantastisch, daß er nicht noch von einer Bohne übertroffen werden könnte!
Wo in Oberschwaben sitzt denn eigentlich Ihre Connection Campagnarde?

#29 Herr S . 02.04.06 . 14:35 Uhr

Ich wusste es. Mindestens ahnte ich es. Dass die nächste Stufe bald zünden würde: eifersüchtelnde Sticheleien bei gleichzeitiger Absonderung unmissverständlicher Bosheiten. Also das, was im unterschichtenkompatiblen Teil der Medienlandschaft gemeinhin als »Zickenkrieg« kolportiert wird.

Ohne jede Not übrigens — dass Sie, Frau Brezel, die allererste waren, wenn nicht sogar die allerallererste, lässt sich ja jederzeit belegen. Anderererseits sind meine salomonischen Fähigkeiten legendär, insofern möchte ich Sie ermahnen, den unbestreitbaren Beitrag, den Madame K. zur Spezifierung der Bohne geleistet hat, entsprechend zu würdigen. So werden Sie beide die anstehende Rekultivierung der Schwabenbohne im Stuttgarter Raum maßgeblich vorangetrieben haben, ein Platz in den botanischen Almanachen wird Ihnen sicher sein — knapp hinter mir natürlich.

Falls Ihre Besorgnis der zur Verfügung stehenden Menge gilt, vermag ich Sie zu beruhigen: es sind deutlich mehr als 50, auch wenn ich sie nicht zählen werde, nur Erbsenzähler zählen Bohnen, die sind schließlich schlimmeres gewohnt. Ich bin überdies gerne bereit, Ihnen beiden meine gesamten Bestände zur Aussaat zu überlassen — wenn ich es richtig verstanden habe, werden wir (besser gesagt Sie) ein Vielfaches davon ernten, und auch wenn ich nicht unbedingt der merkantile Typ bin, ist selbst mir der Vorteil dieser Aussicht einsichtig.

Nur um eines muss ich Sie noch bitten: wenn Sie in Zukunft Herrn Wilde wegließen, wäre ich Ihnen sehr verbunden. Dieser grotesk überschätzte Parvenü löst schon beim bloßen Gedanken an seine effekthascherischen Allerweltsweisheiten sofortigen Schluckauf bei mir aus, den ich nur unter größten Mühen wieder los werde.

Und der exakte Standort der Oberschwaben-Connection muss natürlich streng geheim bleiben — am Ende fallen dort Horden von Stuttgarter Kleinsparern ein und ich komme in Teufels Küche.

#30 Frau Brezel . 02.04.06 . 22:27 Uhr

Ach, Herr S., seien Sie doch nicht so streng!
Madame K. und mich verbindet allerherzlichste Kleingärtnerinnenrivalität - das kommt in den besten Lauben vor! Von Zickenkrieg keine Rede! (Übrigens: Madame K., wo liegt denn eigentlich Ihr grünes Paradies?)
Herr Wilde zu verzeihen für die Egozentrik, nichts mehr kultiviert zu haben als die eigene Oberfläche, ist Ihnen sicher ein Leichtes in Zeiten von ScreenDesign und Benutzeroberfläche, da bin ich mir sicher. Und mir zu vergeben für den Umstand, ihn - auch noch ausgesprochen frei - zitiert zu haben, sollte Ihnen auch nicht allzu schwer fallen - wie sollte ich auch ahnen, daß er bei Ihnen derartige Verstimmungen auslöst? Haben Sie schon Natron versucht? (Einem Gerücht zufolge verkürzt dieses auch die Garzeit von Bohnen, was aber gar nicht stimmt. Es zerstört nur Vitamine.) Ach, und ich plante gar nicht, eine oberschwäbische Küche zu stürmen. Mein Interesse war rein genealogisch-geographischer Natur.

#31 Katinka . 03.04.06 . 11:47 Uhr

Frau Brezel, Sie sind auch gar nicht neugierig ;-) Nun will ich mal nicht so sein, hatte ich doch schon Hinweise auf den Standort an anderer Stelle gegeben. Das Puppengärtchen befindet sich auf fruchtbarer Filderscholle - wenn ich den Kopf etwas recke (nein, ich bin nicht kleingewachsen, bringe es immerhin auf 1,71 m ohne Absätze), kann ich den Fernsehturm in etwa 1,5 km Entfernung sehen.

Herr S., seien Sie unbesorgt, es wird im stuttgart-blog keine Schlacht geben - nicht die Bohne. Frau Brezel und ich - als rivalisierende Kleinzicken - beleben hier etwas das Blog und sorgen für Erheiterung. Keine Bohne der Welt ist es Wert, es sich mit einer Geschlechtsgenossin zu verderben.

Für die weitere Vorgehensweise schlage ich daher vor, Frau Brezel zur Pilotbohnen-Gärtnerin zu ernennen – von mir aus auch mit Bohnkraut-Kranz um die kritisch gerunzelte Bloggerinnenstirn. Es wird ihre Aufgabe sein, uns über die Bohnenfortschritte auf dem Laufenden zu halten. Bei entsprechendem Erfolg bin ich dann gerne behilflich, die Brezel-Bohne einer weiteren Verbreitung zuzuführen, damit Herr S. nicht mehr ausschließlich von der Oberschwaben-Connection abhängig ist.

Na, ist das was?

#32 Stuttgart Blog » Frühlingswetter von gerade eben. . 03.04.06 . 14:35 Uhr

[…] MIt Fastblick zur Filderbohnengärtnerei. […]

#33 Frau Brezel . 05.04.06 . 20:33 Uhr

Mmmmh… irgendwie, lieber Herr S., hat sich unsere erbauliche Konversation über Fragen des Bohnentransfers in einem kleinen Scharmützel aus Anbaumethoden und Karnevalsumzügen verloren… Zut alors!
Mir ist jedwede Narretei erträglich - Oberbohnenagentin und selbst Bohnenkrautlaudatorin -, wenn´s denn zur Erheiterung aller beitragen möge! Doch darf ich denn noch hoffen auf die Bohnenkerne, die die wahre Zierde meiner diesfrühjährlichen Bemühungen sein werden - gehegt, gezogen und gepflegt in handgetonten, engobebemalten und bohnenstroh-
feuergebrannten Töpfen?

#34 Herr S . 05.04.06 . 20:57 Uhr

Sie, Frau Brezel, nun werden Sie mir nur nicht unruhig, nicht? Wenn ich muh sage, dann heißt das grundsätzlich muh und nicht mäh oder schaumermal oder sonstwas, okay? Ich habe Ihnen gesagt, dass ich Ihnen rechtzeitig Vorschläge unterbreiten werde, voraussichtlich wird rechtzeitig Anfang der nächsten Woche sein. Bei der Dreckskälte, die momentan herrscht, ist an Bohnen eh nicht zu denken. Also nur Geduld, meine Gute — kommt die Sonne, kommen in Bälde die Bohnen, wie ein altes burundisches Sprichwort weiß.

#35 Frau Brezel . 05.04.06 . 21:11 Uhr

(Frau Brezel lacht lauthals)

#36 Schwobabonni & Leid . 31.08.06 . 14:36 Uhr

Geben Sie derra Brezl auf koin Fall trocknede Schwobabohna.Dia däds bloß versaua.Ihre griene Bohna ka se an jedr Stroßaeck’ hon. - Wenn dia amol von meinr Frau (Preiß) Schwobabohne mit Spätzla kriage dät, noch däd se ihre gschissene griene Bohna de Hasa geä. Auf em Wochamarkt in Ravesburg gibts übrigens vom November bis Mai Schwobabohna, weil die Gschäftsleid wissed, daß mir wissed, daß es fascht nix bessers gibt. Und a Scowobabohn wird erscht oine, wenn se droggned isch.
Dia moß ma erscht an dr Schtanga droggna lossa, denn moß me se no auf dr Biehne droggna lossa. Wema koine hod, no auf m Schlofzimmerschrank. Denn moß me se ausbretscha und denn ka ma se erscht essa. Wenn dui Brezl wissa will, wia ma des macht, noch ka se mi froga. I frog noch mai Frau (Preiss). Dia schreibt mrs denn auf.
So

#37 Frau Brezel . 01.09.06 . 15:10 Uhr

Mmmmh… zum einen ist im Schwäbischen DER Butter männlich und DES Stroßaeck sächlich… zum anderen brauchen Sie sich hier gar nicht so kursiv und kulinarisch-besserwisserisch in Szene zu setzen… Pfffh!… Die Schwabenbohnen wären hier schon ganz ordnungsgemäß auf Bühne oder Schlafzimmerschrank zur Trockung gelangt, hätte das vermaledeite (pardon!) Saatgut überhaupt einen Ertrag gebracht… Kurz: G´stecktes und G´loifzeltes stehen sich mit dem Faktor 0.45 gegenüber, um die Statistik zu bemühen. Auf Gutdeutsch: Gesteckt wurden 40 Bohnen, geerntet sage und schreibe 18 Stück (nicht Schoten, sondern Kerne). (Von den ersten 20 Kernen gingen überhaupt nur zwei auf, von den restlichen 20 nur weitere fünf.) Wenn das mal bei dem ganzen Aufwand mit Stangenstecken, Häckeln und Gießen nicht desaströs zu nennen ist - es ist geradezu und eben ganz im Gegenteil ein Witz!

Die Vergleichsgruppe mit normalen Prunkbohnen zog da quantitativ heillos davon. Doch um der Schwabenbohne die Ehre zu lassen: Die Kerne sind faszinierend dick, groß und lila-rosa-schwarz und waren beinahe ausnahmslos einzeln verpackt in Schoten untergebracht. Diese saßen possierlich im Grün und reizten mit ihrer Dickbäuchigkeit das Auge, während die üblichen Bohnenschoten ja eher nur “herumhängen”…

Tja, so das ernüchternde Ergebnis der diesjährigen Bohnenanbauten… Schieben Sie´s auf die Gärtnerin oder auf die Anbaumethoden - meinetwegen… (Das dürfen Sie dann aber für sich behalten!)

Die Geschmacksprobe steht übrigens noch aus: Das Handvoll Kernlein befindet sich momentan beim Trocknen… und wird voraussichtlich in Bälde (und leider auch aller Übersichtlichkeit) eine hübsche Erntedanksuppe zieren…
Und einstweilen gibt´s dann eben grüne Bohnen - Sie müssen ja nicht mitessen!(Dürften Sie auch nicht, selbst wenn Sie wollten. Da Sie ja aber auch gar nicht wollen, erübrigen sich weitere Ausführungen…)

#38 Stephan . 27.10.06 . 16:59 Uhr

hallo an alle schwabenbohnenliebhaber.
hab seit 2 tagen welche eingeweicht und werde mir morgen einen schönen topf “saure schwabenbohen” mit spätzle machen.
mfg

#39 Frau Brezel . 27.10.06 . 20:57 Uhr

Da tät ich doch glatt mitessen…
Guten Appetit!

#40 Katinka . 03.11.06 . 19:20 Uhr

Verehrte Frau Brezel,
ich warte noch auf die Schilderung der Ergenibsse der organoleptischen Schwabenbohnen-Prüfung. Hott’s g’schmeckt?

#41 Höner . 21.10.07 . 14:08 Uhr

Tja, ich habe dieses Jahr auch ein paar Schwabenbohnen gesetzt ( 7 Stück pro 3m Stange) .Braune ,Weiße,Schwarze und Rosa gesprenkelt. Gibt es mittlerweile am Ravensburger Markt zu Kaufen ( 9€/kg; im Frühjahr zahlen manche Wirte das doppelte).
Die Ernte war gut und nächstes Jahr gibts mehr.
Werden in unserer Anlage schon lange Jahre immer wieder angebaut.

#42 hawel . 21.04.08 . 18:02 Uhr

Bei uns werden Schwabenbohnen von mir und einigen der Nachbarn angebaut .Viele essen sie gerne ,es handelt sich um
bestimmte Sorte von Stangenbohnen nicht mit Saubohnen zu verwechseln

#43 Saphir . 13.07.08 . 21:12 Uhr

Bin ganz zufällig über diese Seite gestolpert, da ich etwas über Schwabenbohnen suchte. Ist wohl eine Feuerbohne. War vor kurzem in Stuttgart und habe dort die Markthalle besucht.
Habe dort die Sorte Scarlett Emperor (Rarität) ergattert. Bei uns fand ich leider nie welche auf dem Wochenmarkt. Gut zu wissen, dass es angeblich in RV welche zu finden gibt.

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