Von Stadtkind
Stuttgart 21 . 17:34 Uhr
Stellt Euch mal vor es gibt eine Stadt auf der West-Ost Achse Paris-Bratislava, in der der Hauptbahnhof umgebaut und den Anforderungen des 21. Jahrhunderts - und dort vor allem für eine europäische Hochgeschwindigkeitstrasse - angepasst werden muss. Stellt Euch vor, es …wird aus einem Kopfbahnhof ein Durchgangsbahnhof. Stellt Euch vor dadurch werden in zentraler Lage der Stadt enorme Flächen für Gewerbe, Handel und Wohnen frei. Ein komplett neues Stadtviertel, das mit dem ÖPNV perfekt angebunden wird entsteht. Stellt Euch vor es wird eine neue grüne Lunge in Form eines Parks geschaffen. Stellt Euch vor es wird gebaut und es gibt KEINE Proteste. Wo seid ihr? Im Stuttgart Eurer Träume? Nein, in WIEN !!!
#1 Heiko . 06.09.10 . 17:51 Uhr
Der neue Wiener Hauptbahnhof verbindet zwei (dann) ehemalige Kopfbahnhöfe.
Interessant an dem Projekt ist (im Vergleich zu Stuttgart 21), dass er doppelt so viele Gleise hat, (vermutlich deutlich weniger als) die Hälfte kostet und in der Hälfte der Zeit gebaut ist.
Unter diesen Voraussetzungen wären vielleicht auch die Proteste hier geringer gewesen.
Da der Autor keine Quellen nennt, nenne ich meine auch nicht. Google ist aber schonmal ein guter Tipp.
#2 Kurt Jaeger . 06.09.10 . 20:26 Uhr
Lt. Wikipedia hat Wien knapp dreimal soviele Einwohner.
Noch ein Faktor, warum sich das dort rechnen koennte.
#3 Paul-geht-baden . 06.09.10 . 20:45 Uhr
Nur nebenbei bemerkt: Die West-Ost-Achse Paris-Bratislava gibt es in der wirklichen Wirklichkeit nicht, sie ist eine Mystifikation, eine Erfindung von interessierter Seite - wie die Meridiane der angeblich traditionellen chinesischen Medizin.
#4 nick . 06.09.10 . 21:45 Uhr
Und stellt euch vor, die Politiker hätten das mit ihren Bürgern vorher diskutiert, einen wirklichen Dialog geführt und während der Bauzeit Rücksicht auf sie genommen.
Und stellt euch vor, der Bahnhof wäre oberirdisch und nicht unterirdisch, sodass die Risiken und Kosten nicht unkalkulierbar wären, hunderte Bäume nicht gefällt werden müssten, ein einmaliges MIneralwasseraufkommen nicht gefährdet wäre, Bauzeit und Einschränkungen überschaubar wären, […] […] […] und vor allem: Ein verkehrstechnischer Nutzen erkennbar wäre, der den Regionalverkehr stärken und wirklich Autos von der Straße holen würde. Darum wird gebaut und es gibt keine Proteste, weil es ein sinnvolles, fortschrittliches Schienenprojekt ist.
Wo seid ihr? Im Stuttgart eurer Träume? Nein, in Wien!
#5 Der Flaneur . 06.09.10 . 22:29 Uhr
Stell Dir vor, ein Bahnmanager möchte seine Bilanz durch Grundstücksverkäufe verbessern …
Stell Dir vor, ein Projekt wird erdacht, ein Slogan erfunden: Magistrale.
Visionen einer unbestimmten Zukunft: Ökostadtteil, noch größerer Park, noch mehr Bäume - irgendwann (in 20 Jahren?)…
Stell Dir vor, große Tiefbauunternehmen, Tunnelbohrer, Hochbaufirmen, Architekturbüros und Maklerfirmen nehmen via ihrer Lobbyisten Witterung auf …
Stell Dir vor, das alles macht aber als Verkehrsinfrastrukturprojekt überhaupt keinen Sinn, verhindert sogar wirklich wichtige Bahninfrastukturprojekte …
Stell Dir einfach mal eine gigantische Umverteilung von Steuergeldern zu Gunsten eines kleinen informellen Kreises vor …
in Italien haben sie dafür einen Begriff - Mafia oder auch Cosa Nostra (unser Land, unsere Stadt, unsere Sache!)
Wem gehört die Stadt?
Wir wollen gefragt werden - das Ergebnis der Befragung wird aktzeptiert, punktum!
#6 Micha . 06.09.10 . 23:11 Uhr
Hier gibt es zwei Quellen:
http://derstandard.at/2914020?seite...
http://www.hauptbahnhof-wien.at/de/...
Der große Unterschied ist eben der, dass er oberirdisch ist und nur 900 Mio. € kostet.
“Sogar” die Grünen sind dabei.
http://wieden.gruene.at/Hauptbahnho...
#7 Philgrooves . 06.09.10 . 23:42 Uhr
Aktuelle Bäume sind besser als Bäume in 20 Jahren?
#8 Peter . 07.09.10 . 10:15 Uhr
Aktuelle Bäume sind besser als Bäume in 20 Jahren?
Alter Baum ist nicht immer gut. Die alten Dinger sind morsch, weswegen man auch keine slackline hinhängen darf.
Da ist es doch besser neue Bäume zu bekommen. Und es sind ja keine jungen Bäume sondern auch schon 20 m Dinger…
#9 Rote Socke . 07.09.10 . 12:14 Uhr
@ Peter
Alter Baum ist nicht immer gut. Die alten Dinger sind morsch, weswegen man auch keine slackline hinhängen darf.
Also große Baumhäuser tragen sie noch, das hat Robin Wood ja gut demonstriert.
#10 nick . 07.09.10 . 13:01 Uhr
Aktuelle Bäume sind besser als Bäume in 20 Jahren?
Ja, weil es hunderte von Jahren dauert, bis die neuen Bäume den gleichen umwelttechnischen Verlust der alten Bäume wieder ausgleichen würden. Nicht dass ich das beurteilen könnte, aber das sagen Leute, die Ahnung haben.
Alter Baum ist nicht immer gut. Die alten Dinger sind morsch, weswegen man auch keine slackline hinhängen darf.
Da ist es doch besser neue Bäume zu bekommen. Und es sind ja keine jungen Bäume sondern auch schon 20 m Dinger…
Fundierte Expertenmeinung also. Was fürn Blödsinn…
Selbstverständlich wird so ein hunderte Jahre alter Baum von einer Slackline entwurzelt werden, während ein frisch gepflanzter Jungbaum das sofort aushalten würde…