Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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26 07.10

Ein Elefant vergisst nie - Und wir werden unseren Elefanten nie vergessen.

Von UeberKatze
Vermischtes . 16:49 Uhr

Was hat Stuttgart 21 mit den Elefanten der Wilhelma zu tun? -Eine ganze Menge.

Wer schonmal in der Wilhelma war wird sich beim Anblick des Elefantengeheges vielleicht an den Kopf gegriffen haben. Da lebten vier indische Elefantenkühe in einer Streichholzschachtel. Ein neues Gehege wäre angebracht! Das sah jeder, auch Menschen die von Zootierhaltung soviel Ahnung haben wie ein Pottwal vom Seilspringen.

Nun, natürlich wissen auch die Verantwortlichen um diesen Missstand. Eine neue Elefantenanlage war schon geplant, Gelder wurden für dieses Projekt gesammelt, doch dann wurde es kompliziert. Der Standort der neuen Anlage würde von den Bauarbeiten zum neuen Rosensteintunnel in Mitleidenschaft gezogen werden. Man könnte die Elefanten nicht in die neue Anlage umsiedeln, denn die Arbeiten am Tunnel würden das Wohlbefinden der Elefanten beeinträchtigen. Diese reagieren nämlich extrem empfindlich auf Vibrationen. So wurde der Neubau in weite Ferne verschoben. Der Bau der neuen Menschenaffenanlage wurde stattdessen begonnen - und man hatte erstmal enorme Probleme, da man die Gelder die für das Elefangengehege gedacht waren aus rechtlichen Gründen nicht einfach für das neue Bauprojekt verwenden durfte.

Dass das alte “Gehege” um nicht zu sagen Wohnklo, völlig unzureichend ist, wurde schon vor zwei Jahren (24.01.2008) bewiesen als die Elefantenkuh Vilja von den anderen Kühen in den Graben der Anlage gedrängt wurde. Auf eine Umsiedlung der Elefanten aus der Wilhelma wurde verzichtet, da die Tiere allesamt relativ alt sind, vor allem Vilja, die zu dem Zeitpunkt die älteste indische Elefantenkuh in Europa war die in Gefangenschaft lebte, und man den Tieren den Stress ersparen wollte.

Vilja kam am 10.07.2010 ums Leben. Offiziell wird behauptet, die Kuh hätte einen Kreislaufkollaps erlitten und wäre danach abermals in den Graben gestürzt. Ein schrecklicher Unfall also, für den niemand was kann? Wieso behaupten Augenzeugen dann, sie hätten gesehen wie die Kuh erneut in den Graben gedrängt wurde? Und wieso wird sowas verschwiegen?

Ich verstehe es nicht. Ein Tier, das mir und vielen anderen Stuttgartern am Herzen lag, starb. Und dann wird anscheinend über den Vorfall gelogen. Wieso konnte man nicht einfach das neue Gehege bauen so wie das geplant war? Ist das Hick-Hack um einen Autobahntunnel soviel wichtiger? Ich will meinen wunderbaren Elefanten wiederhaben.

Hier kann man in den Leserkommentaren den Augenzeugenbericht lesen:
http://www.stuttgarter-nachrichten.de

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8 Kommentare zu Ein Elefant vergisst nie - Und wir werden unseren Elefanten nie vergessen.

#1 Michael Fitzmayer . 26.07.10 . 17:04 Uhr

Politik mal aus einer etwas anderen Perspektive.

Jedenfalls toller Artikel der zum Nachdenken bewegt und deutlich macht wie großen Einfluss Stuttgart 21 auch auf andere Projekte rund um Stuttgart hat. In diesem Fall ein sehr negatives Beispiel dass sich die Stadt hoffentlich etwas zu Herzen nimmt (was ich leider nicht glaube). :-(

#2 planb- . 27.07.10 . 00:55 Uhr

Zoos reden doch gerne mal was schön, bzw. lassen Infos unter den Tisch fallen. Nicht vergessen, Zoos sind Wirtschaftsunternehmen. Beim Tod von Vilja habe ich vermisst wo die Dame herkam. Überall hieß es nur sie sei im Alter von 4 Jahren zur Wilhelma gekommen. Und davor? Höchstwahrscheinlich Wildfang. Das war aber nirgends zu lesen.
Traurig, am besten Zoos boykotieren.

#3 Jason . 27.07.10 . 10:30 Uhr

Was ich nicht verstehe ist warum man jetzt jedes Bauprojekt mit Stuttgart 21 in Verbindung bringt.
Stuttgart 21 ist der Umbau des Hauptbahnhofs zusammen mit der Anbindung des Flughafens an das Fernverkehrsnetz.
Das Bauprojekt Rosensteintunnel ist das Bauprojekt Rosensteintunnel. Und eben NICHT Stuttgart21.

Außerdem sollte man doch froh sein das noch jemand drauf gekommen ist das die Vibrationen bei dem Bau die Elefanten am neuen Standort stören würde.

Und anstelle sich drüber auf zu regen das die Elefanten ein zu kleinen Käfig haben sollte man sich drüber aufregen das überhaupt Elefanten in einem Käfig gehalten werden!!

Der Artikel ist nicht weiter als Propaganda gegen Stuttgart 21 auf dem Rücken von Elefanten.

#4 Philgrooves . 27.07.10 . 20:56 Uhr

Ne das ist schon richtig. Der Afghanistan-Krieg, die Atombombe im Iran, die Hitze in den ICEs und das Loveparade-Massaker ist auch alles nur wegen Stuttgart21.

#5 Wegschaffel . 27.07.10 . 22:27 Uhr

Man kann über Zoos, Stuttgart 21, das Wetter und die paar anderen Dinge im Leben unterschiedlicher Meinung sein. Aber dass die Wilhelma die Umstände des Todes der Elefantin Vilja “verschweigt”, ist Unsinn. Lesen Sie die für jedermann einsehbare Presseinformation. Hier werden die verschiedenen Wahrnehmungen und Beobachtungen verschiedener Besucher klar kommuniziert.

#6 Michael D . 28.07.10 . 10:28 Uhr

Offensichtlich ist gerade alles und jedes durch S21 verursacht.
S21 scheint die Pest sowie die Cholera zu übertreffen.

Ich freue mich auf dem Ausbau des Schienennetzes. Meine Termine in München kann ich noch schneller mit der Bahn erreichen. Das Auto benötige ich dann seltener.

#7 Michael Fitzmayer . 28.07.10 . 16:29 Uhr

@WEGSCHAFFEL: Danke für den Link. In der Tat scheint die WIllhelma das Thema sehr offen zu behandeln. Was auch verständlich ist, da ich nicht glaube dass es im Interesse des Zoos war den Bau für das neue Gehege zu verschieben.

Es wäre jedoch noch sehr interessant zu wissen wie verbindlich man einen Kreislaufkollaps nach dem Tod eines Tieres diagnostizieren kann- rein interessehalber. Denn die Berichte darüber dass die anderen Elefangen Vilja geschubst haben könnten, werden in dem Pressebericht in einem Satz abgetan und nicht weiterbehandelt. Was schade ist, denn es wäre ja nicht das erste mal gewesen…

Grüße,

Micha

#8 Wegschaffel . 29.07.10 . 14:38 Uhr

___Michael_Fitzmayer: Diese Frage müssen Tiermediziner unter den Lesern beantworten. Ich gehe davon aus, dass der Zoo genau wissen wollte, woran das Tier gestorben ist und dass sie die Leute und die Mittel haben, das zuverlässig herauszufinden. Gehen Sie mal mit Ihrer Katze zum Tierarzt; wenn Ihre Kreditkarte aufgeladen ist kann der Ihnen den Vornamen der letzten Maus nennen, die das Kätzle gefressen hat.

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