Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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11 06.08

Du schon wieder, XXXL Lutz …

Von Wegschaffel
Befindlichkeiten . 11:48 Uhr

Als Abonnent der Stuttgarter Zeitung komme ich hin und wieder in den Genuss exklusiver Werbebriefe. Heute wieder einmal vom dicken Möbel Lutz. Und wie beim letzten Mal, fällt auch heute früh ein verführerisches Angebot aus dem Umschlag: Ein 100 Euro „Vorteilsgutschein“ ist mein, wenn ich für 300 Euro einkaufe. Tolle Sache, allerdings liebt der XXXL das XXXXXS-Kleingedruckte. Und hier steht, Sie ahnen es, wofür dieser „Gutschein“ leider nicht gilt: Komplette Produktgruppen (Elektro, Garten, …), eigentlich alle Markenmöbel und obendrein noch sämtliche in Anzeigen oder Prospekten beworbenen Artikel sind ausgeschlossen. Glücklicherweise können die Leser der Stuttgarter Zeitung lesen und merken daher sofort, dass das kein „Vorteilsgutschein“ ist, sondern ein kostenpflichtiger Sperrmüll-Abholschein. Trotzdem: Wieder mal ein dicker Hund auf der nach oben offenen XXXL-Verarschungsskala.

9 Kommentare zu Du schon wieder, XXXL Lutz …

#1 Mythen in Tüten . 11.06.08 . 12:49 Uhr

Angebote von Möbelhäusern etc. sind grundsätzlich für den A…. da die ihre Ware fast generell überteuert auspreisen. Beispiel: Eine Ware hat im Einzelhandel üblicherweise eine Handelsspanne von 120%. Kauft Herr Mustermann was für 100,- EURO ein, dann verkauft er das (wenn er fair ist) für 220,- Steine. Gewährt er hierauf jetzt 20%, dann bleiben ihm aber statt einer Spanne von 110,- EURO nur 76,- EURO. Da er ja nicht doof ist preist er die Ware für 299,- EURO aus und gewährt darauf dann 20% = 239,20 EURO. Dann bleiben ihm immer noch mehr Dublonen in seiner Kasse und der Kunde hat ein prima “Schnäppchen” gemacht.
Wie überall, gilt auch hier: Augen auf beim Möbelkauf.

#2 Schnezagaigeler . 11.06.08 . 18:08 Uhr

Gehört zwar nicht in die Rubrik Möbelkauf, aber in die Abteilung “Seltsame Methoden der Kundengewinnung und -bindung”: Als ich kürzlich an der Shell-Tankstelle tanken wollte, war da ein junger Mann zur Stelle, der nahm mir den Zapfhahn aus der Hand und forderte anschließend: “Öffnen Sie bitte die Motorhaube”. Ich war - ganz ehrlich - erst so verdattert, dass ich gar nicht wusste, wie ich reagieren sollte. Ihm den Zapfhahn wieder entweden? Und dann wollte ich rauskriegen, wie weit er gehen würde: Würde er mir eine Flasche Öl aufzuschwatzen versuchen? Als er fertig war, drückte er mir eine Karte in die Hand, auf der stand: 1 Euro. An der Kasse reagierte man stinkig, als ich sagte, ich würde diesen Euro nicht bezahlen, da ich den Service weder verlang hatte noch mir vorher über den Preis etwas gesagt worden war. Ich tanke seit 30 Jahren selber und hab das inzwischen drauf.

Eine seltsame Idee, den Kunden gerade jetzt, wo der Spritpreis Rekorde feiert, mit einem solchen überflüssigen Service und einem Zusatzeuro zu nerven. Es ist wie mit diesen dämlichen Bonuspunkte-Karten: Dauernd muss man an der Kasse sagen, dass man KEINE hat (wenn man keine hat) und sich dabei vorkommen wie der Idiot. Denn das Nein-Sagen ist unangenehm und trägt nicht zu meinem Shopping-Vergnügen bei.

Als ich wieder ans Auto kam, hatte der Junge die Scheiben geputzt. Ich gab ihm den Euro in die Hand - damit er wenigstens den ganzen Euro bekam (ich bin mir sicher, die Tankstelle knapst sich sonst einen Teil davon ab).

#3 Nordman . 11.06.08 . 21:21 Uhr

@Schnezagaigeler
was wäre gewesen wenn Sie die Karte an der Kasse gar nicht gezeigt hätten?

NM

#4 Tim . 12.06.08 . 10:32 Uhr

Chuck Norris kriegt bei Praktika 20% auf Alles. Auch auf Tiernahrung. Vielleicht könnte der mit dem Gutschein was anfangen. :)

#5 Schnezagaigeler . 12.06.08 . 20:49 Uhr

@Nordman: Ich wurde danach gefragt. Vielleicht sah der Mann hinter der Kasse sie in meiner Hand, vielleicht ist das aber auch eine Routinefrage. Es ist jedenfalls keine Wegwerf-Karte, sondern ein richtig großes Ding aus Plastik.
Ich hätte sie aber auf jeden Fall gezeigt: Ich wollte ja rauskriegen, was es damit auf sich hat (um mich dann hier beschweren zu können ;-).

#6 Kosebamse . 13.06.08 . 10:18 Uhr

Moin,

es ist erschreckend wie leicht sich die Leute mit ihrer Geiz-ist-geil[tm]-Mentalität beeinflussen lassen.
Es gab mal eine Quarks & Co. Folge wo im Computertomographen nachgewiesen wurde, dass allein das Wort “Rabatt” ausreicht um das Belohnungssystem im Gehirn zu aktivieren und so rationale Entscheidungen zu beeinflussen (ja fast abzuschalten).
Infos dazu hier.
Die Sendung gibt’s auch im Podcast.

Gruss,
Kose”Haben Sie eine Paybackkarte? - Nein, Privatsphäre”bamse

#7 Exilostfriese . 16.06.08 . 10:45 Uhr

Zur Strafe ist die Anzeige mit dem vielen Kleingedrucktem dann doppelt so gross und teuer.

Diese Paybackkarten-Fragerei geht mir auch so dermassen auf die Nerven, dass ich meine es sollte T-Shirts geben mit der Aufschrift:
Ich hasse Fragen
nach der Payback.

#8 Exilostfriese . 16.06.08 . 10:45 Uhr

Zur Strafe ist die Anzeige mit dem vielen Kleingedrucktem dann doppelt so gross und teuer.

Diese Paybackkarten-Fragerei geht mir auch so dermassen auf die Nerven, dass ich meine es sollte T-Shirts geben mit der Aufschrift: Ich hasse Payback.

#9 Plechazunga . 16.06.08 . 12:41 Uhr

Mir ist das mit dieser “1-Euro-Barcode”-Karte an der Shell auch schon mal passiert. Der Mann hat mich nach dem Benzin gefragt, für mich getankt und auch irgendwas geputzt glaube ich, aber ich kann das selbst und zahle dafür sicherlich kein Geld, also habe ich die auch nur an der Kasse abgegeben.

Bei mir war da allerdings niemand stinkig, insofern habe ich da wohl Glück gehabt. ;)