Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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15 09.09

Der süße Blick von außen

Von Schnezagaigeler
Leben . 16:44 Uhr

Es ist immer wieder interessant zu lesen, was in anderen Regionen über Stuttgart geschrieben wird. So schwärmt z.B. die Kölnische Rundschau von Stuttgarts Weg zur kinderfreundlichsten Großstadt Deutschlands. Und da steht:

“Gut funktioniert hat in Stuttgart das Wohnkonzept für die Innenstadt. Mit bezahlbarem Wohnraum, der subventioniert wird, will man die Abwanderung junger Familien ins Umland verhindern. Zudem werden Mietern Bestände günstig angeboten.”

Darf man seinen Augen trauen? Oder ist hier von Stuttgart, Kansas die Rede? Ich finde jedenfalls mit meiner Familie seit über einem Jahr keinen bezahlbaren Wohnraum in Stuttgart und habe das Gefühl, der wird eher noch knapper. Habe ich was verpasst? Her mit den Tipps!

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18 Kommentare zu Der süße Blick von außen

#1 Herr Linsinger . 15.09.09 . 18:06 Uhr

…und dann gibt es ja noch die in ausreichender Menge vorhandenen KiTa und Kindergartenplätze sowie die frische Luft…
etc.

#2 Ralph . 15.09.09 . 22:31 Uhr

Da hat halt ein Journalist mal wieder geschrieben, was ihm irgendein PR-Mensch in den Block diktiert hat. Oder er hat sich bei der Recherche ganz auf die schönen Hochglanzbroschüren der Stadt verlassen.

#3 U. . 16.09.09 . 10:00 Uhr

Kann es sein, dass der Artikel Wohnbauförderung meint (also Eigentum) und du eine Mietwohnung suchst?

Ich weiss von Wohnbauförderungen für junge Familien am Österreichischen Platz. Wenn das nicht Innenstadt ist…

#4 planb- . 16.09.09 . 11:02 Uhr

Vielleicht sind da irgendwelche SWSG Wohnungen gemeint ???
Aber höchstwahrscheinlich ist da ein Journalist nur PR aufgesessen.

#5 Schnezagaigeler . 16.09.09 . 17:22 Uhr

@U: Unsere Erfahrung mit Wohnbauförderung ist die, dass

1. wir entweder zu viel oder zu wenig Einkommen hatten, um in den Genuss einer Förderung zu kommen (im einen Jahr waren wir darunter, im anderen darüber - für Freiberufler mit keinem steten Einkommen sind die Richtlinien einfach nicht gemacht),

2. wir ein Objekt in Aussicht hatten, die Förderung aber schon deswegen nicht beantragen konnten, weil der Verkäufer natürlich nicht warten wollte, bis die Behörden die Förderung bewilligt hatten - unterschreiben darf man aber nichts vor Beantragung der Förderung. (Das Objekt ist aus anderen Gründen dann wieder geplatzt)

3. es zwar geförderte SWSG Objekte gibt, die Zahl der Wohnungen für 4-köpfige Familien dabei aber so begrenzt ist, dass wir in den vergangenen 1,5 Jahren das große Los noch nicht gezogen haben.

#6 Paul-geht-baden . 16.09.09 . 18:53 Uhr

Es tut mir leid, dass Sie für sich und Ihre Familie keine geeignete Wohnung finden können (soweit das Mitgefühl für einen Unbekannten denn gehen kann; aber Sie haben hier ab und zu, und in ziemlich großen Abständen, — sagen wir: unverächtliche Beiträge geliefert, einmal sogar übers Badengehen [!], und so etwas merkt man sich eben und entwickelt stille Sympathien, ja, ja…), allerdings halte ich die polemische Beziehung, in die Sie die Vergeblichkeit Ihrer Suche mit dem in dem Zeitungsartikel beschriebenen Stuttgarter „Wohnkonzept“ setzen, für etwa so nachvollziehbar wie die Empörung eines zu 100 Prozent Nassgewordenen über den Rundfunk, der am Morgen eine Regenwahrscheinlichkeit von nur 20 Prozent gemeldet hat. Sie selbst lassen ja eher leise Zweifel daran anklingen, ob das, was in dem Artikel steht, wahr und wirklich sein kann (und nehmen in Ihrem Kommentar, in dem Sie erzählen, wie es sich kleinteilig tatsächlich verhält, darauf gar keinen Bezug mehr), aber zwei Kommentatoren werden dann schon, souverän, etwas deutlicher: Wahrscheinlich hat ein (blöder, fauler) Journalist die (unverschämte) PR-Propaganda der Stadt Stuttgart ungeprüft übernommen. Warum nur gilt „Blogger“ im Allgemeinen als eine Art Synonym für „armer Idiot“?

#7 Schnezagaigeler . 18.09.09 . 17:07 Uhr

Sie haben ja recht, bester Paul-Geht-Baden, mein Dreipunktekommentar hat mit dem Zeitungsartikel nur so viel zu tun, als damit ausgedrückt werden sollte, dass ich persönlich den im Artikel beschriebenen Wunsch der Stadt, Familien am Abwandern zu hindern, bislang nur aus Sonntagsreden kennengelernt habe. Aber ich rätsle über Ihre Schlussfolgerung. Halten Sie die Vermutungen der beiden Kommentatoren für so abwegig, dass sie sich, und mit ihnen alle Blogger, in den Augen anderer zu “armern Idioten” machen? Oder halten Sie das Bild des Journalisten, das hier gezeichnet wird, für ein ähnliches Vorurteil wie jenes vom “idiotischen Blogger”, das die Presse -angeblich- gerne kolportiert? (blöd und faul kam, mit Verlaub, von Ihnen - ich würde den Verzicht auf kritisches Hinterfragen nicht darauf verkürzen.) Oder lesen Sie den “armen Idioten” zwischen irgendwelchen Zeilen meines Geschreibsels?

#8 Paul-geht-baden . 25.09.09 . 00:25 Uhr

Nein, aus ihren Zeilen ist mir der „arme Idiot“ nicht entgegengekommen, mein allerbester Schnezagaigeler, Sie haben mit Ihrem Beitrag den beiden Kommentatoren nur eine schöne Gelegenheit verschafft, den üblichen Bloggermüll zu produzieren. Und die Gelegenheit haben sie sich nicht entgehen lassen. Aus meiner Sicht haben wir folgenden Sachverhalt: Sie suchen seit längeren vergeblich für sich und ihre Familie eine bezahlbare Wohnung in der Innenstadt. Und lesen plötzlich, in einem Kölner Blatt, dass Stuttgart sich damit brüstet, durch ein Förderprogramm jungen Familien das Wohnen in der Innenstadt zu ermöglichen. Boah, denken Sie, und wieso geht das an mir vorbei? Soweit, so nachvollziehbar. Damit die Sache nun aber nicht im privaten Unglück/Ärger darüber hängen bleibt, dass Sie (bisher) leer ausgegangen sind, konstruieren Sie für den Blogbeitrag (ist ja Öffentlichkeit) eine Art Widerspruch zwischen dem Zeitungsartikel und Ihrer Lebenswirklichkeit. Sie sagen zwar nicht, dass das, was in der Zeitung steht, alles nur erlogen ist, aber Sie lassen durchblicken, dass es mit der Förderung ja wohl nicht weit her sein kann, wenn Sie davon nichts haben („von Köln aus gesehen mag sich das ja gut anhören, aber hier vor Ort…“, so etwa). Im Grunde ein „Oh, Mann!“-Beitrag, privates Stöhnen, ein bisschen frisiert auf Zweifel an der Art und Weise wie Stuttgart sich andernorts darstellt. Nicht ganz fair, aber auch nicht schlimm, finde ich. Nicht ganz fair, weil Förderprogramm einerseits und Ich-habe-nichts-gefunden andererseits sich gegenseitig ja nicht ausschließen. Es ist ja von keiner Förderung zu erwarten, dass sie allen Interessenten zugute kommt, zumal bei einem so knappen Gut wie Wohnraum in Stuttgart. Das entscheidende Kriterium dafür, ob es sich um PR (und nichts weiter) oder nicht handelt, ist nicht, dass ein Einzelner nicht in den Genuss gekommen ist, sondern um wie viele Wohnungen es sich bei dem Programm, mit dem man da renommiert, denn handelt. Wenn es zehn im Jahr sind, dann ist das, was in dem Artikel verbreitet wird, reine Hochstapelei. Aber vielleicht sind es 500? Ich weiß es nicht, Sie wissen es offenbar auch nicht, und die Kommentatoren, auf deren Einlassungen ich reagiert habe, wissen es schon gar nicht. Und die kümmert es auch nicht. Sie sind einfach glücklich über die Gelegenheit eine vorgefasste Meinung unter die Leute bringen zu können. Sie verhalten sich eigentlich genau so, wie sie es dem Verfasser des Artikels unterstellen: sie verbreiten etwas, ohne geprüft zu haben, ob es in der Wirklichkeit irgendeine Entsprechung hat. Warum Blogger als „arme Idioten“ gelten? Weil das das typische Verhaltensmuster ist: Irgendwelche steilen Schlussfolgerungen mit einem angepappten „Wahrscheinlich ist“ in die Welt zu setzen. Und solche Leute meinen allen Ernstes auf „Journalisten“ herabsehen zu können („Politiker“ wäre ein anderes Beispiel, aber das führt jetzt viel zu weit). Finden Sie denn nicht, dass es eine Lachnummer ist, wenn z.B. Nick hier (23.9.) auf 14 Zeilen erklärt, was falsch läuft in der Weltwirtschaft? Der glaubt offenbar tatsächlich, dass er das weiß…

#9 Schnezagaigeler . 25.09.09 . 22:55 Uhr

@ Paul-Geht-Baden: Ich würde würde die Kritik an den Bloggern, die ihre Meinungen auf gefühlte Tatsachen aufbauen statt fundierte Recherchen anzustellen, aber durchaus auf so manchen Journalisten ausweiten. Auch der Autor der Kölner Rundschau baut sein Lob der Wohnungspolitik Stuttgarts nicht auf eine Prüfung der Zahlen auf, sondern stellt einen Zustand dar, ohne uns zu verraten, worauf er seine Behauptung gründet. Und ich bezweifle in der Tat, dass er Zahlen verglichen und ins Verhältnis gesetzt hat - als guter Journalist hätte er dies offen gelegt, um seine Argumentation zu untermauern. Genau dies sollte der Journalist aber leisten - auch um sich von den unqualifizierten Aussagen der Blogger abzuheben. Deren Beiträge sich aber - anders als der Artikel des Kölner Journalisten - nicht als Wiedergabe von Tatsachen, sondern als Meinungsbekundung verstehen. Auch Meinungsbekundungen sollten natürlich auf fundierter Faktenlage beruhen. Andererseits ist es nicht mein Anspruch an Blogger, dass sie faktisch fundierte Kommentare mit journalistischem Anspruch verfassen, sondern ich sehe einen Weblog wie diesen eher als eine Art Stammtisch, an dem Meinung erst einmal ungefiltert in die Runde geworfen und dann mit Hilfe der Erfahrung und des Wissens der anderen diskutiert und korrigiert werden. Im Idealfall also ein Lernprozess.
In Fall meines Beitrags heißt das: Ich würde mich durchaus über eine Reaktion freuen, die mein negatives Bild (von der Wohnungspolitik sowie dem Rundschau-Artikel) widerlegt, indem sie mir darlegt, dass die Stadt massive Maßnahmen durchführt, von denen ich bisher nur noch nichts mitbekommen habe.

#10 Paul-geht-baden . 28.09.09 . 12:47 Uhr

Endlich liegt der zeitfressende Wochenend- und Vergnügungsstress (Waseneröffnung, Weinprobe des Weinguts der Stadt Stuttgart auf der Mönchshalde und Volksfestumzug) hinter uns und wir können uns wieder den beschaulicheren Dingen zuwenden und in ernsthafte Gespräche eintreten – und lesen dann was? Ein Lob des Stammtischs. So hintenrum hat uns ja schon lange keiner mehr auf den Arm genommen, verehrter Schneza. Sehr lustig fanden wir auch Ihre Argumentation, die – wir spitzen zur Verdeutlichung ein wenig zu – etwa so geht: Bloggern darf man keinen Vorwurf machen, wenn sie offenkundige Vorurteile reproduzieren oder irgendwelche haltlosen Gerüchte in die Welt setzen, weil Blogger, quasi per definitionem, immer nur dummes Zeug reden. Und in unserem aktuellen Fall kommen sie schon gar nicht als Adressaten von Kritik in Betracht, weil, wenn der Journalist einen besseren Artikel geschrieben hätte, die Kommentatoren ja gar keine Gelegenheit gehabt hätten, ihre aus der Luft gegriffenen Bemerkungen anzubringen. Das ist irgendwie großartig, muss ich sagen. Den Cinéasten in der Redaktion erinnerte das an eine Szene aus einem Woody-Allen-Film: Eine Psychoanalytikerin wirft ihrem Mann vor, dass er ein Verhältnis mit einer ihrer Patientinnen angefangen hat (d.h., ich glaube, die Analytiker sagen nicht „Patient“ sondern „Klient“), und als besonders empörend empfindet sie, dass er sie, die Klientin, im eigenen Haus kennen gelernt hat (als sie zur ‚Sitzung’ kam). Darauf, sinngemäß, der Ehemann, den Woody Allen selbst spielt: „Wo soll ich denn sonst Frauen kennen lernen? Du gehst ja nie mit mir aus!“

#11 Schnezagaigeler . 28.09.09 . 21:12 Uhr

Kompliment, lieber Paul-geht-Baden, wie Sie es rhethorisch schaffen, mir Aussagen wie jene in die Feder zu legen, Blogger redeten qua Definition immer nur dummes Zeug. Ihre Methode aufgreifend könnte ich daraus umgekehrt Ihre Überzeugung ableiten, Volkes Stimme sei generell Dummgeschwätz. Denn was sind “Blogger” anderes als Menschen aus dem Volk, die einen Computer bedienen können und davon in Foren wie dem Stuttgartblog gelegentlich Gebrauch machen, um ihre Auffassungen von bestimmten Dingen öffentlich zu machen? Wobei ich durchaus einen Unterschied sehe zwischen “Vorurteile reproduzieren” und “Gerüchte in die Welt setzen”. Ersteres passiert mangels besseren Wissens oder Borniertheit (zu erkennen an Wörtern wie “typisch”) und sollte von jenen, die es besser wissen, richtig gestellt werden; letzteres - die bewusste Falschmeldung oder unverbürgte Nachricht - ist eine Mutwilligkeit mit böser Absicht. Gerüchte konnte ich in der Welwirtschaftanalyse unseres Freundes Nick aber keine finden, nur Annahmen und Schlussfolgerungen - Meinung eben. Muss man ihm deswegen einen Vorwurf machen? Aber halt: das mit den Gerüchten haben ja nicht Sie gesagt, sondern ich. Meinen Sie jedenfalls.

#12 Paul-geht-baden . 29.09.09 . 00:29 Uhr

Aber haben Sie, mein lieber Schnezagaigeler, denn nicht von “den unqualifizierten Aussagen der Blogger” (von denen sich Journalisten abheben sollten) wie von einer allgemein bekannten und akzeptierten Tatsache gesprochen? Und jetzt unterstellen Sie mir, ich würde Ihnen das, mit rhetorischer Schaumschlägerei, “in die Feder legen”. Das müssen Sie schon auf die eigene Kappe nehmen. Ich habe auch weder Sie noch die Kommentatoren, über die wir hier reden, mit an den Haaren herbeigezogenem Zeug auf tendenziöse Weise in Verbindung gebracht wie Sie es tun, indem Sie - in der Möglichkeitsform zwar, aber mit erkennbarer Absicht zu denunzieren - mir anhängen, ich hielte “Volkes Stimme” generell für “Dummgeschwätz”. Und am Ende vernebeln Sie alles, nach guter alter Haarspaltersitte, noch mit frisierten Definitionen, die Ihnen gerade in den Kram passen. Sympathisch finde ich das nicht, aber es bricht mir auch nicht das Herz. Interessanter als diese Verrenkungen aber finde ich, dass dahinter etwas zum Vorschein kommt, was echt ist: nämlich die Überzeugung oder Auffassung (ersparen Sie mir bitte Ihre geschätzten Definitionen), dass ein Mindestmaß an Problemverständnis bzw. Sachkenntnis, das der Komplexität oder sonstigen Eigenart des Gegenstandes, über den man sich äußert, angemessen erscheint, nicht Voraussetzung dafür sein muss, dass jemand sich zu Wort meldet, sondern das jeder reden kann und keiner besser den Mund hält. Das, was Sie “Stammtisch” genannt haben. Korrekt? Ich dagegen - und auch das ist echt und keine Pose und entspringt, soweit ich erkennen kann, keinem hochmütigen Überlegenheitsgefühl - halte — sagen wir, um es kurz zu machen: uninformierte Äußerungen für Geschwätz, Gewäsch. Ich kann den Wert, dem Sie dem beimessen, beim besten Willen nicht nachvollziehen. Ich versuche solchem Gerede, wo ich nur kann, zu entkommen (und habe immer angenommen, dass es allen, die nicht selber solches Gerede produzieren, ebenso geht); und wenn’s sein muss, ertrage ich es auch. Ich kann es aber nicht ertragen, wenn die Ahnungslosigkeit auch noch in der dicken Hose daherkommt, d.h. wenn derjenige, der die Banalitäten bzw. den Unsinn verzapft, sich dabei auch noch spreizt. Mit solchen Leuten möchte ich nicht in ein Gespräch eintreten, um ihnen meine von den ihren abweichenden Auffassungen nahe zu bringen, solche Leute möchte ich einfach nur ärgern, daher dann der polemische und herablassende Tonfall. Um nun zum Ausgangspunkt unserer Auseinandersetzung zurückzukommen: Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es keinen Grund gibt, daran zu zweifeln, dass das, was in dem Artikel in der Kölner Rundschau stand, der Wahrheit entspricht. Der Zweifel, den Sie selbst in Ihrem Beitrag nur angedeutet haben, und der ja nur darauf beruht, dass Sie zur Zielgruppe gehören, aber bisher von dem genannten Programm nicht profitiert haben, ist so dünn, dass er meiner Meinung nach als Anlass für die Äußerungen der Kommentatoren bei weitem nicht hinreicht. (Was Sie im Nachhinein noch alles vorbringen, das der Journalist noch hätte tun müssen, um zu verhindern, dass die Kameraden Blogger usw., sind Konstruktionen aus Rechthaberei.) Vielmehr ist Ihr Beitrag den Kommentatoren ein willkommener Anlass gewesen, ihre vorgefasste Meinung über Journalisten in die Welt zu posaunen, mit einem Unterton, der die Vorgefasstheit als eine Art Erfahrung ausgibt, die sich wieder mal bestätigt hat (”Kennt man doch!”). Ich finde das ziemlich blöd, und weil so etwas hier immer und immer wieder zu lesen ist, habe ich es “typisch” genannt (achten Sie einfach mal drauf; ich glaube Ihnen übrigens nicht, dass Sie tatsächlich meinen, dass das ebenso ein Vorurteil ist wie die schlechte Meinung der Kommentatoren über Journalisten, sondern halte das eher für eine Ihrer Konstruktionen) - was aber natürlich nicht heißt, dass alle Blogger nur blödes Zeug schreiben. Aber zu viele, eindeutig zu viele. Und was “unseren Freund Nick” angeht… Um noch mal Woody Allen zu paraphrasieren: Wahrscheinlich weiß er nicht mal, wie ein Dosenöffner funktioniert, aber die Weltwirtschaft… die schafft er mit Leichtigkeit.
Falls Ihre Entgegnungen ihren Grund nicht nur darin haben, dass Ihnen der Senf, den ich verzapfe, auf die Nerven geht, wüsste ich wirklich gern, was Sie von solchem Schrott haben, warum Sie sich für ihn einsetzen.

#13 Schnezagaigeler . 01.10.09 . 08:53 Uhr

Wie soll ich mich zu Ihrer Frage verhalten, wenn Sie den Gegenstand schon vorab als “Schrott” - und damit natürlich als nicht akzeptabel - qualifizieren?

Grundsätzlich: Auch ich lehne vieles ab, was ich in Blogs zu lesen bekomme. Dies zu ertragen ist in meinen Augen aber der Preis der Meinungs- und Publikationsfreiheit, die uns das Internet beschert hat. Ich finde diese Freiheit grundsätzlich begrüßenswert und akzeptiere die Tatsache, dass in einem offenen Forum wie dem Stuttgart-Blog seitenlange Betrachtungen mit künstlerischem Anspruch wie die Ihren (die ich übrigens durchaus schätze) neben ggf. fachlich unqualifizierten Meinungsäußerungen stehen. Wer Inhalte einem Qualitätsstandard unterwerfen will, dem steht frei, seinen eigenen Blog zu gründen. Wer Beiträge wie jene von Nick unter seiner Würde findet, dem steht frei, sie zu ignorieren. Verstehen Sie mich aber nicht falsch: Mir ist eine gut gemachte Zeitung aus eben jenen Qualiätsaspekten und die angenehmere Lektüre (dass Journalisten diesem Anspruch häufig nicht gerecht werden, ist ein anderes Thema, über das man gesondert und differenziert diskutieren müsste).
Einen Anspruch habe ich aber an Blog-Autoren: Dass sie die Maßgaben des gegenseitigen Respekts einhalten. Probleme habe ich in der Tat damit, wenn Beiträge anderer als “Schrott” oder “Lachnummer” disqualifiziert werden. Ich würde mich als Autor dadurch diffamiert fühlen.

Aber um Ihre Frage zu beantworten: Ich halte Nicks “Gedanken zur Weltwirtschaft” für durchaus diskussionswürdig. Seine Kritik am “Paradigma des unendlichen Wachstums” und dem Festhalten an Wirtschaftsstrukturen, die auf der Automobilindustrie basieren sowie die Problematik der ungleichen Verteilung würde ich nicht als Schrott bezeichnen. Ich stimme seiner Auffassung zu, dass solche Gedanken auch von einem Mann, der “nicht vom Fach ist” geäußert werden dürfen. Allerdings finde ich nicht, dass der Stuttgartblog das geeignete Forum für diese Art der globalen Grundsatzdiskussion ist und habe den Beitrag deswegen auch erst gelesen, als Sie mich darauf aufmerksam machten.

#14 Wegschaffel . 01.10.09 . 13:39 Uhr

Ausziehn! Ausziehn!

#15 Paul-geht-baden . 01.10.09 . 16:15 Uhr

Wegschaffel. Häh? (= Ihr Zwischenruf ist ja wahrscheinlich ein Ausbund an Witz[ichkeit], und ich lach mir vorsorglich auch schon mal ‘nen Ast, aber wenn die Botschaft ankommen soll, mein geschätzter Bruder-im-Geiste, dann müssen Sie deutlicher werden.)

#16 Wegschaffel . 01.10.09 . 21:51 Uhr

Ja verehrte Redaktion und liebe Leser, da ist mir aufgrund einer Inkohärenz in der Multitaskingeinheit ein bedauerlicher Missgriff unterlaufen. Ich blogge, twittere und kommentiere ja unentwegt, laufzeitparellel, mehrfach und gleichzeitig und da kann es schon einmal vorkommen, dass sich die Ebenen wellenförmig überlagern und dann der eine Kommentar beim anderen landet. Kommt wahrscheinlich nicht mehr vor. #Indertürgeirrt

#17 Prophet Prolet . 02.10.09 . 19:24 Uhr

Wenn man sieht wie du dich permanent wirtschaftsfeindlich äußerst wundert es mich nicht, dass du zu wenig Kohle hast um mit deiner Familie wohnen zu können. Man kann auf der einen Seite nicht etwas ablehnen (Geld) und auf der anderen Seite darüber schimpfen man hätte zu wenig.

#18 Schnezagaigeler . 05.10.09 . 22:12 Uhr

Wo habe ich gesagt, dass ich Geld ablehne, Prophet Prolet? Und an deiner Stelle wäre ich mal ganz ruhig - wer ständig über Schleicher auf der Autobahn jammert, sollte halt nicht autofahren.

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