Von Herr S
Essen und Trinken . 16:21 Uhr
Ein trügerisches Spiel ist es mitunter, das die selektive Wahrnehmung mit einem treibt. Da marschiere ich nun seit vielen Monaten die Gutbrodstraße entlang, ohne dass mir Nennenswertes aufgefallen wäre, sieht man von den schmucken Gründerzeitfassaden ab, die im Westen ja zum regulären Bild gehören. Auf die hier ausgesprochene Empfehlung des Mitstreiters Prof. U. habe ich mir dann unlängst das Großwerk »Stuttgart zu Fuß« besorgt, das man erstens gar nicht genug loben kann und dem ich zweitens den entscheidenden Hinweis auf die eigentliche Sensation der Gutbrodstraße verdanke, die auch noch just an ihrem Beginn stattfindet, im Haus Nummer 1, an der Ecke Vogelsangstraße:

»Nun ja, das Relief eines Bäckers unter einer Brezel«, werden Sie vielleicht müde abwinken, »das ist ja eine kolossale Sensation, doch, allerhand.« Was das Bild indes nicht zeigt, ist die unscheinbare Holztür, die sich unter dem Relief befindet und zu einer geheimen Schatzkammer für Freunde ausgesuchten Backwerks führt. Schaufenster, Leuchtbuchstaben und ähnlich verkaufsfördernde Signale werden Sie vergeblich suchen — ein nachlässig beschriftetes Schild auf dem Trottoir, mehr weist nicht hin auf das höchst erstaunliche Wirken des Bäckers Horlacher.
Streng genommen macht er eigentlich fast alles falsch. Öffnen tut er nur in den unpopulären Stunden zwischen 5:00 und 12:00 Uhr und der Laden hat so gar nichts von einem Verkaufstempel zeitgenössischen Zuschnitts. Er erinnert eher an den Vorraum einer Backstube, funktional und schmucklos, auch die übliche Leuchttheke fehlt — ein Brotregal und aufeinander geschichtete Körbe, damit erschöpft sich das Interieur. Was er in dieser kargen Umgebung feilbietet, sind freilich eindeutige Meisterleistungen: Backerzeugnisse, wie sie schmackhafter nur selten ausfallen, insbesondere die Brezeln sind von unfassbarer Güte. Warum man diesem Mann nicht schon längst das Goldene Bäckerverdienstkreuz am Band überreicht hat, bleibt gänzlich schleierhaft.
Wäre ich nur schon früher darauf gekommen, manch bitter versauter Tag wäre mir erspart geblieben, zumindest der Westen bietet bäckereitechnisch nämlich wenig Anlass zur Euphorie. An der Ecke Schwab-/Lerchenstraße gibt es zwar noch den Bäcker Bosch, der sich ebenfalls in die Riege großer Backkünstler einreihen darf, der Fußmarsch bis dahin gerät in meinem Fall aber stramm und kommt daher nur in besonderen Fällen in Frage. Der Rest ist leider ein langes Kapitel der Finsternis, und zwar der nachtschwärzesten Art.
Wie die übrige Stadt, wird auch der Westen von den Unheimlichen Drei kontrolliert: dem traurigen Kamps, dem minden Lang und dem ganz und gar schrecklichen Herrmann von der Alb. Welcher von Ihnen die abscheulichsten Machwerke unter die Leute bringt, ist dabei nicht so einfach zu entscheiden, viel zu grausig ist alles, um sich langwierigen Selbstversuchsreihen auszusetzen. Nur geringfügig leichter lässt sich die Frage nach der größten Scheinheiligkeit beantworten — dem Kamps darf man immerhin attestieren, dass er traditionelles Bäckerhandwerk unverhohlen als Schnee von gestern betrachtet und sein Heil in der weiträumigen Flächenversorgung durch den italienischen Konzern Barilla sieht, dem er seit 2001 angehört. Ganz im Gegensatz zum Bäcker Lang, zu dem seiner Ansicht nach jeder Gang lohnt: Der wird nicht müde zu betonen, dass er »seit 1935« zugange ist und »zahlreiche Produkte in halbmanuellen Prozessen hergestellt oder komplett von Hand produziert werden«. Das mag ja alles sein — was man bei ihm erwirbt, bleibt dennoch ungenießbares Kroppzeug, das durch die vorgetragenen Beteuerungen keinen Deut besser wird. Schwer verdächtig will mir auch der Herrmann von der Alb erscheinen, eine Brotfabrik aus Dettingen an der Erms, die auf Öffentlichkeitsarbeit augenscheinlich ganz verzichtet und lieber darauf baut, dass kumpelige Namensgebung nebst üppig eingesetztem Massivholz ländliches Idyll suggerieren und mithin darüber hinwegtäuschen, dass man die pappigen Brotsurrogate noch nicht einmal klapprigen Ackergäulen als Gnadenbrot reichen möchte, sofern man noch Reste von Mitleid kennt.
So sieht er aus, der Brotalltag. Vor diesem Hintergrund werden Sie verstehen, dass ich manches Mal weinend nach Hause gekommen bin, eines der ungezählten Opfer der Unheimlichen Drei — erniedrigt, beleidigt und gedemütigt bis aufs Blut. Warum findet kein empörtes Auflehnen statt? Ginge es mit rechten Dingen zu, müssten sich Menschenmengen vor den Filialen versammeln, die unnachgiebig auf sofortige Schließung pochen, andernfalls die Verantwortlichen geteert und gefedert würden oder schlimmer noch: den Scheißdreck selber zu verspeisen hätten. Stattdessen tragen die Leute ihre Gelder hin und ermöglichen ihnen so, ihr verderbliches Netz immer engmaschiger zu knüpfen.
Dem Himmel sei Dank, ist der Fall für mich erledigt. Ein wenig mulmig ist mir allenfalls, weil ich Ihnen mit dem Bäcker Horlacher eine Geheimadresse verraten habe und damit zu befürchten steht, dass sich ab sofort Schlangen bis zum Westbahnhof hinauf bilden werden, wie sie beim ungleich bekannteren Bäcker Bosch schon die Regel sind. Ich darf also wenigstens darum bitten, dass Sie mich vorlassen, erkennen werden sie mich am freudig erregten Mienenspiel. Und behalten Sie auf jeden Fall für sich, was ich Ihnen gesagt habe, sonst droht am Ende noch der Brezel-Engpass.
#1 Prof.U. . 18.11.05 . 22:38 Uhr
Lieber Herr,
das wundert mich aber sehr, dass Sie als alter Kesselbewohner, den Horlacher noch nicht gekannt haben!
Das ist doch seit Jahrzehnten ein Insidertipp!! Jeder der im Westen wohnt, oder wohnte (wie meine Wenigkeit) muss ihn doch kennen. Ansonsten ein Lob auf diesen Bäcker, dass sehe ich wie Sie…
#2 Herr S . 19.11.05 . 01:41 Uhr
Das ist exakt, was ich mit »selektiver Wahrnehmung« meinte. Mitunter sehe ich unglaubliche Dinge, die niemand außer mir je erblicken wird, während das Naheliegende unbeachtet an mir vorüberweht. Und sagen tut mir ja nie einer was.
#3 Martin Hiegl . 19.11.05 . 11:33 Uhr
Du vergisst die K&Us, die überall bei den Edekas dabei sind und die Sparbacks, welche auch wie Pilze aus dem Boden sprießen.
Beim Hermann v. d. Alb kauf ich aber ganz gern das Brot - Ermstäler Laible zum Beispiel.
#4 Herr S . 19.11.05 . 13:06 Uhr
Schon richtig, die gibt es auch noch. Dazu den Veit und Snack und Back. Lediglich aus dramaturgischen Erwägungen entschied ich mich für die Beschränkung auf die Unheimlichen Drei. Ich gebe auch zu, K&U verschont zu haben, weil ich deren Kümmelbrötchen schätze, die entfernt an den offenbar ausgestorbenen Knauzenwecken aus Jugendtagen erinnern.
#5 Herr Enderle . 23.11.05 . 20:30 Uhr
Das ist schon eine böse Schinderei mit dem täglichen Bachwerkerwerb. Und früher war ja eh alles besser. Vielleicht aber führt Sie die Brot-, Brötchen- und Brezelsuche ja auch mal ins Heusteigviertel. Dann lassen Sie den Hafendingsbums bitte links oder rechts liegen. Ihr wahres Backwarenglück finden Sie ein paar Häuser weiter beim Weible in der Heusteigstraße 39, laut Eigenaussage auf der Tüte ausgezeichnet von der Zeitschrift “Feinschmecker” als einer der besten Bäcker Deutschlands. Jawoll!
#6 Herr S . 23.11.05 . 20:55 Uhr
Den gottgleichen Bäcker Weible kenne ich natürlich, Herr Enderle. Sehr gut sogar: Als ich vor Jahren im Heusteigviertel gearbeitet habe, gehörte der Einkauf – neben dem Besuch bei Herberts – zum täglichen Pflichtprogramm. Zu meinem Leidwesen schaffe ich es heutzutage allerdings nur noch selten in dieses schöne Gebiet.
#7 Herr Enderle . 23.11.05 . 21:42 Uhr
Ich mag Sie ja fast bemitleiden, Herr S., aber eben nur fast. Denn ich vermute in Ihrem Wohnquartier den nahezu ebenbürtigen Bäcker B. Sind Sie da in West nicht auch einer der samstäglichen Schlangensteher?
#8 Herr S . 24.11.05 . 00:09 Uhr
Das kann gut sein, aber Genaueres weiß ich auch nicht. Ich führe schließlich nicht Buch über alle Schlangen, in denen ich jemals herumgestanden bin, das wäre ja noch schöner.
#9 Pawel Sitza . 09.03.06 . 20:04 Uhr
Mag sein, dass über Geschmack nicht zu streiten ist. Deshalb ein kurzer persönlicher Vermerk. Bei Herrmann von der Alb hab ich immer sehr leckeres Backwerk bekommen. Es waren immer sehr nette Verkäuferinnen, die flink, flott und sauber bedient haben. Und mal ganz ehrlich - das sieht und schmeckt man, dass da eine handwerkliche Bäckerei dahinter steht! Daher: Herrmann von der Alb bleibt meine Stuttgarter Lieblingsbäckerei!
#10 Karin Gaggeler . 10.03.06 . 19:50 Uhr
Da muss ich zustimmen. Herrmann von der Alb ist ein superguter Bäcker. Ich konnte mir mal die Bäckerei ansehen. Echt toll, wie viele Bäcker da noch arbeiten und wieviel Sorgfalt und Handwerk da drinnsteckt! Ein kleiner Einzelbetrieb kann nie so sicher, hygienisch sauber und perfekt arbeiten. Da bin ich etwas von der Objektivität des Autors enttäuscht…
#11 Herr S . 10.03.06 . 20:55 Uhr
Hä hä hä. Beide Hermann-Jubler mit derselben IP und demselben Nachnamen in der E-Mail-Adresse, geht es auch noch ein bisschen plumper? Bekommen Sie Geld vom Hermann, damit Sie Ihre Gesänge hier ablassen, oder machen Sie das freiwillg? »Sorgfalt und Handwerk«, man reiche mir mein Brecheimerchen bitte! Mit Handwerk hat der Hermann ungefähr so viel zu tun wie ich mit Ihnen.
#12 Corinna Wirth . 11.03.06 . 16:41 Uhr
Also das ist interessant. Auch ich finde Herrmann von der Alb echt gut. Hier in Kornwestheim ist er in zwei Supermärkten. Irgendwie ist es ganz schön anrüchig, wenn der Autor auf so gemeine Weise versucht sein Meinungsbild durchzusetzen. Ich denke eher, der Autor ist ein gescheitertet Bäcker, der aus welchen Gründen auch immer die erfolgreicheren Bäcker zu defamieren versucht! Pfui! Nett ist das nicht und Gründe gibt es auch nicht!!!
#13 Karin Gaggeler . 11.03.06 . 22:05 Uhr
Herr S., vielleicht sollten auch Sie es bereits vermerkt haben in Ihren wohl sehr einfach strukturierten Denkweisen und Denkkreisen, dass Ehepaare nicht unbedingt zwei Internetanschlüsse benötigen und dennoch - obwohl ein Paar - ähnlicher Meinung sein können. Auf Ihr verbalvulgäres Eimerchen und den an sonsten einfältigen Kommentar werde ich aufgrund anerzogenem Niveau nicht näher eingehen…
#14 Herr S . 11.03.06 . 23:24 Uhr
Was wenige wissen: lausiges Brot schmeckt nicht nur nicht, sondern man wird auch noch uncool vom Verzehr. Mal ganz am Rand bemerkt: Dies hier ist nicht das öffentlich-rechtliche Fernsehen und insofern pfeife ich drauf, ob meine Meinung ausgewogen ist oder nicht. Über Ihre Idee mit dem gescheiterten Bäcker musste ich aber immerhin lachen, Frau Wirth, das gelingt nicht jedem. Auch wenn man nicht unbedingt Bäcker sein muss, um beschissenes Essen beschissen zu finden. Ich schlage vor, Sie ergötzen sich einfach weiterhin an Ihren brotähnlichen Versuchsanordnungen und ich esse in aller Ruhe das gute Zeug. Ein geradezu salomonischer Vorschlag, wie ich meine.
#15 Djoser . 14.03.06 . 17:21 Uhr
Wo kommt eigentlich der Spruch “Dumm wie Brot” her? Keine Ahnung, wie ich gerade drauf komme … Wer von Hermann, Stefan & Co. die Nase voll hat, kanns ja mal mit selbermachen probieren. Hier gibts Rezept und Anleitung.
#16 Brot-Fan . 15.03.06 . 11:08 Uhr
Also, ich mag das Brot und die Backwaren von Herrmann von der Alb!
#17 Gunvald . 15.03.06 . 11:38 Uhr
Und ich finde das Brot von Herrmann von der Alb schrecklich.
#18 Herr S . 15.03.06 . 11:48 Uhr
Also, ich mag das Brot und die Backwaren von Herrmann von der Alb!
Herr oder Frau Brot-Fan, wenn Sie die grausligen Erzeugnisse Ihres Arbeitgebers schon hochjubeln müssen, dann rate ich Ihnen, sich zu diesem Behufe eine anonyme E-Mail-Adresse zu besorgen und nicht mit @hermannvonderalb.de aufzuwarten. Diese halbschlauen Gegen-PR-Offensiven sind einfach nur peinlich — ich dachte eigentlich, dass sich das sogar schon bis auf die Alb hinauf herumgesprochen hat. Immerhin passt es zum Rest, das ist ja schon mal was. Und sagen Sie Ihrem Chef einen schönen Gruß: wenn er nicht aushält, das jemand seinen Dreck nicht so toll findet wie er selbst, dann ist er eben kein rechter Kerle.
#19 Brot-Fan . 16.03.06 . 09:29 Uhr
Ein Kunde hat mich angerufen und mich auf diese Seite verwiesen. Wir sollen uns das mal anschauen. “Sein Vater hat bereits Herrmann gekauft und er tut das auch! Er war immer zufrieden und geschmeckt hat es auch!” Und das es mir schmeckt, ist doch klar! :O) . Außerdem gibt es keinen Grund sich nicht unter der e-mail-Adresse zu melden. Den Verweis auf PR finde ich gut und mache das auch gleich:
Markenphilosophie
Die Unternehmensphilosophie von Herrmann von der Alb stützt sich auf drei wesentliche
Säulen:
REGIONALITÄT
NATÜRLICHKEIT
HANDWERKLICHE TRADITION
Regionalität
bedeutet Stolz auf seine Herkunft, der Region verbunden, in ihr verwurzelt, aber aufgeschlossen für Neues und Produkte aus anderen Regionen. Die Heimat von Herrmann von der Alb ist die Schwäbische Alb. Rustikale, ländliche Natürlichkeit prägt diese Landschaft und kennzeichnet die typische Art von Herrmann von der Alb.
Herrmann von der Alb ist ein schwäbischer (württemberger) Bäcker. Er ist Regionalversorger. Alle Produkte, die Herrmann von der Alb bäckt und verkauft, stammen aus der Region. Die Backrezepte sind schwäbisch, und die zum Backen verwendeten Rohstoffe (Mehl, Wasser,etc.) kommen - soweit machbar - aus der Region. Dies macht Kontrollen leichter und gute Qualität möglich. Transportwege werden ökologisch sinnvoll abgekürzt.
Regionalität in den Rezepten bedeutet auch Qualität, die auf regional gewachsene Kompetenz und auf eine lange Tradition zurückblickt.
Natürlichkeit
Die in den Backwaren verwendeten Rohstoffe sind natürlich. Es wird ohne chemische Zusätze gebacken, es werden keine Konservierungsstoffe verwendet.
Es wird natürlich reines Wasser aus Tiefenbrunnen eingesetzt. Der dreistufige Sauerteig stammt aus eigener Herstellung. Vollkornmehle werden kurz vor dem Backgang in der bäckereieigenen Mühle gemahlen. Natürlichkeit spiegelt sich auch in der Ausstattung der (neuen) Filialen wieder. Es werden, soweit lebensmitteltechnisch nicht erforderlich, natürliche Materialien und nachwachsende Rohstoffe verwendet.
Natürlichkeit bedeutet auch die Verantwortung für den Schutz der natürlichen Resourcen. Dies betrifft auch Bereiche, die nicht unmittelbar mit Produktions- und Vertriebsprozeß zusammenhängen.
Verwendung von Recycelingpapier, Energieeinsparung im Herstellungsprozeß, Wärmerückgewinnung zur Warmwasseraufbereitung, …
Handwerkliche Tradition
Das Unternehmen Herrmann von der Alb steht in einer gewachsenen Bäckertradition und feierte 1998 sein 50-jähriges Bestehen. Die langjährige Erfahrung und Kompetenz schlägt sich heute in der Qualität der Produkte nieder. Die heutige Bäckerei wurzelt fest in der handwerklichen Tradition. Alle Produkte werden weitgehend handwerklich hergestellt. Auch dieses ist die Voraussetzung für gute und konstante Qualität.
Der Umfang des Backwarenangebotes ist eine gelungenen Verbindung zwischen zeitgemäßen Ernährungsansprüchen und traditioneller Backkunst. Die Tradition reicht weit zurück, sie begründet die Backkultur von Herrmann von der Alb. Die Zukunft gehört zur Tradition wie die Frische zum Brot.
Das bestätigen die vielen Peise: Jählich DLG-Prämiert (Preis der Besten) und viele Goldene CMA-Auszeichnungen sowie eine vielzahl weiterer Auszeichnungen auf höchstem Niveau.
Im übrigen ist die Bäckerei nach dem weltweiten IFS standartisiert und die leckeren BIO-Produkte sind offiziell zertifiziert.
Na also, Herr S. !
#20 Wegschaffel . 16.03.06 . 11:34 Uhr
Ich glaubs ja sogar. Mir schmeckts aber anderschwo trotzdem besser.
#21 Rüdiger Hillenbrant . 16.03.06 . 12:19 Uhr
Herr S., so lassen Sie doch den Herrmann in Ruhe! Das ist ein ordentlicher Bäcker! Geschmack ist jedem seine persönliche Sache und so soll es auch bleiben. Interessant finde ich die Unternehmensphilosophie vom Herrmann aber schon: alle Achtung, da steht ein sauberes Konzept dahinter!
#22 Sigi . 16.03.06 . 12:50 Uhr
Neugierig gemacht, bin zum ersten Mal zu einem Herrmann hin. Hier in Wernau an der Hauptstrasse gibt es einen Laden, den ich hartnäckig gemieden habe. Brötchen und Brezel gekauft - echt lecker! Grosse Überraschung! Viiiiiiiiiel besser, als hier dargestellt wird und ich gedacht habe!
#23 Albin Weingartner . 16.03.06 . 13:17 Uhr
Lustig. Auch ich hab heute gegen meine Überzeugung beim Herrmann im Kaufhof eingekauft. War überzeugt, dass das nichts ist. Täuschung oder Fatamorgana? Es war richtig lecker da. Herr S., meinen Sie einen anderen Bäcker? Der Herrmann mit dem “von” kann es nicht sein.
#24 Herr S . 16.03.06 . 14:09 Uhr
Da wo ich herkomme, nennt man das Gehirnwäsche, Herrschaften. Offen gesagt ist es mir vollkommen schnurz, was Sie so essen, also nur zu. Scheiße bleibt es dennoch, zertifiziert hin oder her.
#25 Corinna Wirth . 16.03.06 . 17:04 Uhr
Wow, da hat sich richtig viel getan seit meinem letzten Besuch! Lasst uns einen “Herrmann von der Alb”-Fanclub gründen!
#26 Karin Gaggeler . 16.03.06 . 20:29 Uhr
…genau; und in den Gründungsstatuten wird stehen: “Herr S. hat Wesentliches zur Gründung des Herrmann von der Alb Fan-Clubs beigetragen! Danke, Herr S.!”
#27 Djoser . 16.03.06 . 20:38 Uhr
Ja genau. Gründet Clubs! Macht Statuten! Und bleibt auf der Alb!
#28 Karin Gaggeler . 16.03.06 . 20:57 Uhr
Wieso Alb? Stuttgart mein Lieber! Aber das muss man ja nicht kennen, wenn man im Provinzdreieck “Fleischwangen-Wolpertswende-Boms” wohnt.
#29 Djoser . 16.03.06 . 22:06 Uhr
Weja. Das kommt davon, wenn man sich von Fleischwangen und Alb-Brot ernährt. Dann wolperts im Hals, der Magen wendet sich und - Boms - da liegt dann die Schweinerei. Und spritzen tuts bis hierher. Das kann der Hermann aber selber wegmachen, das kann ich Euch sagen. Mich geht das nichts an! Ich mach nix!
#30 Hubi Kächele . 18.03.06 . 19:55 Uhr
Versteh ich nicht - sehr wirr, Herr/Frau DJOSER! Auf alle Fälle sind Bäcker doch keine Steinzeitbewohner mehr. In jeder Backstube stehen Kneter, Gärunterbrecher (Froster), und ein mehr oder weniger großer “Maschinenpark”. Auch die vielgerühmten kleinen Bäcker müssen bei der Menge, die ja angeblich verkauft werden mit Technik arbeiten und den kleinen Bäcker hab ich viel mehr im Verdacht, dass er auf Industriebackmischungen zurückgreift - das sagt mir meine Logik. Die großen mischen ihr Zeug selber. Scheinheilige Diskussion hier zwischen “Gut” und “Schlecht”. Jeder soll da kaufen wo es ihm schmeckt. Meinungsdiktatur, Herr S., ist scheiße. Backwaren, so glauben Sie mir, sind es nicht. Da verwechseln Sie leider was….
#31 Herr S . 19.03.06 . 19:23 Uhr
Meinungsdiktatur, Herr Kächele, so so. Weil ich darauf beharre, selber zu wissen, was mir schmeckt und was nicht? Und nicht gleich einknicke, wenn ein paar losgeschickte Herrmann-Claqueure durchsichtiges PR-Gelaber ablassen?
Wissen Sie, einerseits bin ich ja ein wenig stolz, was mein bescheidener Besinnungsaufsatz mehr als drei Monate nach seinem Erscheinen plötzlich auslöst, andererseits überrascht mich die Dreistigkeit, mit der hier ein X für ein U erklärt wird, indem man noch den allerletzten Dreck nicht nur nicht als solchen anerkennt, sondern ihn zur Krönung hochstilisiert, im angeblich ungeschminkten Verbraucher O-Ton. Lehrreich ist es aber allemal.
Im Übrigen wird das mein letztes Statement dazu gewesen sein. Ich glaube nämlich nicht, dass noch neue Aspekte zu erwarten sind. Falls die Herrmann’sche PR-Mannschaft weiterschwallen will: Bitte schön, Sie finden ja nachweislich genug Bedauernswerte, die Ihnen auf den Leim gehen.
#32 Brot-Fan . 20.03.06 . 08:00 Uhr
Hallo, Herr S., auch abschließend vom Brot-Fan ein kurzer Kommentar. So wie ich es überblicken kann, habe nur ich aus den “eigenen Reihen” geschrieben. Mein Kommentar war nett - “Also, ich mag das Brot und die Backwaren von Herrmann von der Alb!”(Kommentar 16)!
Und so nett will ich das Thema auch beenden - mit einem Witz:
“Herr S. fährt auf der Autobahn. Da schallt es aus dem Radio “”Achtung Autofahrer, auf der Autobahn Stuttgart kommt ihnen ein Fahrzeug entgegen!”" Herr S. entrüstet: “”Eins???? Tausende!!!!”"” :O)
#33 Frau Doktor . 20.03.06 . 11:03 Uhr
Da ist man mal zwei Wochen außer Gefecht – und schon geht’s ab auf dem Blog. Sowas. Und jetzt zum Thema:
Ich wohne im Stuttgarter Osten und bin quasi Nachbar der Langschen Großbäckerei. Geruchlich oft sehr schön, vor allem wenn die Zimtkringel backen. Aber der beste Bäcker weit und breit ist Bäcker Voss. Da gibt’s nix! Ihr Hauptgeschäft ist in der Ablenbergerstraße, eine auch für ortsunkundige leicht zu findende Adresse ist der zweite Laden am Ostendplatz. Die sitzen da in der Höhle des Löwen, umzingelt von Kamps, K&U, Sternebäck und Sparback. Und sie sind großartig. Dinkelseelen! Laugenweck! Brot, das auch nach zwei Tagen nicht schmeckt wie Dachpappe.
Wer aber Hardcore-Bäckerhandwerk ausprobieren will, muss in den Bio Basic oder in die Naturgut-Biomärkte. Da gibt’s Eselsmühle-Backwaren. So muss Brot geschmeckt haben, als der menschliche Gaumen noch keine naturidentischen Geschmacksverstärker kannte. Lecker, aber der Geschmack von Getreide und Sauerteig pur – daran müssen sich dekadente spätindustrielle Gaumen erst wieder gewöhnen.
#34 Lomovogt . 21.03.06 . 08:47 Uhr
Liebe Brezel-Fans!
Was den Ursprung dieser langen Diskussion - nämlich die Lobeshymne auf den von uns allen verehrten Heinz Horlacher - betrifft, da hat uns die grausame Realität nun eingeholt.
Gleich am Eingang der Backstube springt es ins Auge: am 24.3. schließt der Kult-Bäcker seine Backstube! Ein herber Verlust für Stuttgarts Brezel-Szene. Auf den Fildern darf man sich freuen: Horlacher übernimmt in Neuhausen die Bäckerei am Marktplatz.
#35 Manfred . 12.04.06 . 17:57 Uhr
Möchte hier gerne nochmals meine Meinug des anderen Freds wiederholen, daß dies offensichtlich ein übler Laden ist, der ein überaus mieses Management hat und schon bisher nicht all zu viele genießbare Produkte auf den EKZ - Mark geworfen hat und auch noch die letzten leckeren Sachen ( Käsebrötchen) aus dem Sortiment nimmt und sich damit auf eine Stufe mit den Discountern stellt.
In Schwaben braucht man gute Brezeln. um als Bäcker Erfolg zu haben ( daran sind schon Kamps und Stefansbäck gescheitert) und wenn man die schon nicht hinbekommt und dann noch die Käsewecken - die Besten in der Region - zu 08/15 degradiert, dann verdient man m.E. nichts anderes, als diesen leuchtenden Vorbildern hinterher zu gehen.
Es sind immer die geldgierigen Anteilseigner, die dem Niedergang einer - eigentlich gesunden - Firma den Weg bereiten!
#36 Claudia Eichinger . 15.04.06 . 06:24 Uhr
mal öhrlich, manfred, das wirre zeug, was du von dir gibst, ist ohne zusammenhang und versteht niemand! was willst du eigentlich sagen? oder ist das nur frustgeschreibsel um das geld für den psychiater zu sparen :O) ?
#37 O. Kauffeldt . 24.05.06 . 12:41 Uhr
Leider muß ich mitteilen das der Backbetrieb eingestellt worden ist und nach einem Nachfolger sucht !
Ich befürchte das wie in einem anderen Fall, einer kleinen Backstube, es dann nur noch ein Kepab-Brot Bäcker geben wird.
Noch heute schwärme ich über die Brezeln und Schokobrötchen.
#38 Sterling . 29.06.06 . 11:06 Uhr
Eine unglaublich bescheuerte Diskussion. Als ob es zu was führen würde, über Geschmack zu streiten. Wenns einer scheiße findet, dann ist es für die eine Person scheiße und für eine andere wiederum nicht. Mein Gott wie sinnlos und bescheuert. Da könnte man jetzt glatt eine Diskussion über Supermärkte und ihr Sortiment beginnen, Schuhe, oder vielleicht zehn- Meter Feldweg, Grashalme oder sonst was. Man hätte die Diskussion nach den ersten paar Kommentaren lassen sollen. Herr S., auch wenn ich als ehem. Mitarbeiter des H.- Betriebs anderer Meinung bin, hat doch nur eine, wenn auch unwichtige, Meinung bezüglich seines favorisierten Bäckers gegeben und ein paar Seitenhiebe verteilt. Demokratie nennt man sowas. Wie gesagt, sinnlos. Und albern!
#39 Herr S . 29.06.06 . 12:03 Uhr
Würde man Ihrer Argumentation folgen, wäre jede Diskussion sinnlos und albern. Dass der Horlacher seinen Laden inzwischen aufgegeben (bzw. die Stadt gewechselt hat), während Herrmann und Konsorten nach wie vor feixend ihren Dreck verhökern, ist nichts weniger als ein weiterer Triumph der grassierenden Verblödung und ich habe mich zugegebenermaßen noch nicht ganz von der Idee verabschiedet, dass man der entgegen arbeiten kann — zur Not mit einer sinnlosen, albernen Diskussion. Die sofortige Sprengung wäre mir sicher lieber, leider schiebt der Gesetzgeber einer solchen den Riegel vor, obwohl er geschworen hat, Schaden vom Volk abzuwenden.
#40 Stuttgart Blog » Was ist los mit der Bäckerei Bosch? . 06.08.06 . 16:34 Uhr
[…] Vor einiger Zeit fand sie hier noch - vollkommen zu Recht - lobende Erwähnung wegen Ihrer phantastischen Brezeln. Nun scheint sie aber bereits seit einigen Wochen geschlossen zu haben. Weiß jemand, warum? Vielleicht befinden sich die Bosch’s ja im Urlaub - die Alaturka’s verschlägts ja schließlich jeden Sommer auch für einige Wochen in die Heimat. Kann mich jemand beruhigen und mir versichern, daß die Schließung tatsächlich nur vorübergehender Natur ist? […]
#41 Stuttgart Blog » Was es in Stuttgart nicht gibt. Teil 11. . 07.11.06 . 19:25 Uhr
[…] Über unser Stuttgarter Brot wurde hier und da und dort schon engagiert diskutiert. Einschneidende Erlebnisse mit Nicht-Stuttgarter Brot zwingen mich, das Thema nochmals aufzugreifen und - ich sage es gleich vorweg – eine Lanze auch noch für den letzten Stuttgarter Discount-Aufbäcker zu brechen. Gegen das US-Material, das ich letzte Woche genießen durfte, schmeckt der hiesige Billig-Wecken wie Manna. […]