Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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29 02.08

Der Bärenflopp

Von kesselblick
Kultur . 17:13 Uhr

Die Knutmanie hat ein weiteres Opfer gefordert. Dem Sog eines vermeintlichen Besucheransturms konnten sich die Verantwortlichen der Stuttgart Wihelma offensichtlich nicht entziehen und haben unter großem Trara ein zwei Monate altes Eisbärenbaby präsentiert, das endlich mal so richtig Geld in die Kassen spülen soll. Dieses Projekt wird scheitern. Hier die Gründe.

1. Der Name ist Mist!

“Wilbär” heißt das bissige Kuschelviech, hirnwindige Kunstschöpfung aus Wil-helma und Gattungsbezeichnung. Diese Name hat ein so hohes Identifikationspotenzial wie Franjo Pooth. Mutlose Entscheidung. Stattdessen wären so Hits der derzeitigen Vornamen wie “Paul” oder “Lars” angebracht gewesen.

2. Knut ist durch!

Das Thema “putziger Eisbär” hängt einem doch schon zu den Ohren raus. Die ganze Aktion ist obendrein ein klassischer Fall von “me-too”-Marketings nach dem Motto “Hallo Welt, wir haben das jetzt auch!” Das wirkt per se uninspiriert und provinziell.

3. Knut wurde nicht verstanden!

Irgendwie haben die in der Wilhelma nicht kapiert, dass ein Großteil des Knut-Phänomens aus dem Umstand entstanden ist, dass das Jungtier von seiner Mutter verstoßen und infolgedessen von einem Pfleger großgezogen wurde. Diese Geschichte gehört einfach dazu. Der Wilhelma-Bär hat aber eine funtkionierende Familie, die Pfleger trauen sich da gar nicht ran. Normales Zoogetier halt.

Fazit: Diese peinliche Veranstaltung wird ein großer Bärenflopp!

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21 Kommentare zu Der Bärenflopp

#1 Flakfritz . 29.02.08 . 18:57 Uhr

Wir werden von unserer Jahreskarte Gebrauch machen und auch mal Wilbär anschauen.

#2 b1g . 29.02.08 . 20:01 Uhr

Dieser Beitrag ist jetzt eher… nicht ernst gemeint.. oder?

Zu den “Punkten 1-3″ kann man eigentlich nur zusammenfassend sagen:

Wer sagt denn dass die Wilhelma auch einen Hype will? Dagegen spricht ja allein bereits der Name.

Wenn die Lokalpresse aus der Meldung der Wilhelma (”Wir haben jetzt auch ein Eisbärbaby”) so etwas wie eine gigantische Schlagzeile macht, könnte es doch eher an der Presse liegen, die das aufbauscht.

Wenigstens wird in http://www.stuttgarter-nachrichten.... die “zurückhaltende Medienpolitik” noch erwähnt. Im Übrigen wurde “Wilbär” erst 2-3 Wochen nach “Flocke” publik.

Außerdem heißt es “Erst gegen Ende August können sich die Wilhelmabesucher per Augenschein davon überzeugen.”

Klingt das etwa nach einem Marketing-Gag? Einem “klassischer Fall von “me-too”-Marketing”?

Gerade sehe ich, dass der Name des Wilhelmaeisbärbabys noch nicht mal beim Deutschen Patent- und Markenamt geschützt wurde. So viel also zu ihrem offensichtlich zu vorschnellem Urteil!

Bitte noch ein mal -in Ruhe- Nachdenken, Herr Kesselblick.

#3 David . 01.03.08 . 10:14 Uhr

Flop wäre doch ein toller Name gewesen?!

#4 Matze . 01.03.08 . 10:58 Uhr

Es wäre aber auch zu schön gewesen, wenn man sich hätte richtig aufregen können, gell Kesselblick? :) Keine Angst, bald kommt der Herzinfakt

#5 Wegschaffel . 01.03.08 . 12:00 Uhr

Normales Zoogetier halt.

Exakt. So hat das der Zoo-Capo übrigens fast wörtlich auch gesagt. Das Bärle ist nicht in der Marketingabteilung des Zoos er-, sondern im Bärenstall ge-zeugt worden. Ganz normal. Ebenso wie die mediale Wallung, für die der Zoo aber nix kann.

#6 kesselblick . 01.03.08 . 16:41 Uhr

Nee, der Herzinfarkt kommt nicht, da ist der tägliche Ritt auf dem Heimtrainer vor.

Auch der Hinweis, die Zoomanager könnten nichts für das mediale Echo, ist falsch. Es gab im Vorfeld eine knallharte Nachrichtensperre und bei der Pressekonferenz wurde alles aufgeboten, was so’n Zoo zu liefern hat, inklusive Vorproduktion von Fandevotionalien. Defensiv hätte geheißen: Fax 1 Presseinfo raus, basta! Stattdessen gabs multmediale Vollsalven. Sogar die Website hat nun eine eigene Unterseite: Aktuelles zu Wilbär.
Inklusive riesiger Pressemappe, der ich dieses Blid entnehme.

wilbaer_4.jpg

#7 Liamara . 01.03.08 . 19:32 Uhr

Ich mag Eisbären.

#8 beejees . 01.03.08 . 21:02 Uhr

Ich mag lieber Gummibärchen, aber darum geht es nicht. ;-)

… stimme Kesselblick insofern zu … Knut war optimal erfolgreich, dann machen alle anderen es natürlich nach, weil es erfolgreich ist, eine erfolgreiche Masche erfolgreich zu kopieren. Vergleichbar, wenn Stuttgart sich jetzt auch noch am neuen Berlin Claim orientierte: be Stuttgart.
Hanoi, noi.

#9 David . 01.03.08 . 22:11 Uhr

Eisbärkinder sind schon putzig. Spätestens wenn sie später ihre erste Robbe zerfleischen, sind sie dann aber nicht mehr ganz so putzig.

#10 b1g . 02.03.08 . 09:11 Uhr

Nochmals: Der Name wurde nocht nicht mal von der Wilhelma geschützt (https://dpinfo.dpma.de/protect/mar.html). Und nach den Hypes von Knut und Flock (vorallem wegen den akutellen Rechtsstreit) wäre das doch das erste woran die Wilhelma gedacht hätte!

Außerdem: Ihr Artikel fällt durch äußerst plakative Ausdrucksweise auf. Kein Satz ohne Unterstellung.
Arbeiten sie vielleicht für die B*LD-Zeitung, wenn ja, dann ist das irgendwie …nachvollziehbar. Wenn nicht, dann ist eher ihr Artikel “peinlich”, so wie sie es eigentlch der Wilhelma unterstellen.

Man muss nicht alles schlecht reden. Und man kann es vor allem nünchterner forumlieren..

#11 kesselblick . 02.03.08 . 11:15 Uhr

Nein, ich arbeite (leider) nicht für die - angeblich haben die ja Riesenspaß da ;-)

Dazu ist dieser Blog doch gut, dass man mal unverblümt subjektiv und meinungsstark formulieren kann. Dieses ausgewogene Ich-trete-keinem-auf-Füße-Gewäsch geht doch allen nur noch auf die Nerven…

#12 Wegschaffel . 02.03.08 . 14:32 Uhr

Defensiv hätte geheißen: Fax 1 Presseinfo raus, basta!

Basta? Yo man… wie die Medienmeute auf dieses Fax reagiert hätte wissen Sie ja sicher selber. Da war der Zoo gut beraten, das unvermeidliche aktiv anzugehen.

#13 b1g . 02.03.08 . 16:18 Uhr

@Kesselblick

Nur schade dass ihre Aussagen -aufgrund der genannten Tatsachen- leider immer noch vollkommener Unsinn sind, oder mit ihren Worten: Ihr Artikel “ist Mist!” und “großes Tara”.

Außerdem lesen bitte genauer, ich sprach von “nünchterner forumlieren” und nicht “nüchtern oder “sachlich”.

#14 Maegz . 03.03.08 . 09:37 Uhr

Also mir gefällt der Name Wilbär, weil er mich an Wilbur erinnert. Jedoch wird sich die Wilhelma den Namen schon deshalb nicht schützen lassen können, weil er vermutlich bereits von der Firma Wilhelm Bäcker GmbH & Co. KG als Marke reserviert worden sein dürfte.

#15 Schnezagaigeler . 03.03.08 . 09:53 Uhr

Also ich mag Dein Posting, Kesselblick - schön provokativ. Wir haben in der Redaktion auch gerätselt: Muss man jetzt auch…? Leider ist Stuttgart ja irgendwie immer hinten dran, weltgeschichtlich, trotz “viel schöner als Berlin”. Nur mit S21, da wären wir mal vorn - oder? Aber halt, hier geht’s um Knu…Wilbär. Ich denke, da müssen wir durch. Man kann nur hoffen, dass die Zeitungen diese Sau nicht allzu wild durchs Dorf treiben. Die Wilhelma macht ihre Sache schon richtig.

#16 Flakfritz . 03.03.08 . 11:48 Uhr

Also, dass mit dem Trend hinterherlaufen ist irgendwie drollig.

Sind da die Pfleger ins Gehege und haben das Eisbärpärchen an Ihre Pflichten gegenüber ihrem Herbergsvater erinnert? Ich stell mir das irgendwie schwer vor, so einen Eisbären auf die potentielle Mama draufzulegen, wobei ich an dieser Stelle zugeben muss, dass ich in der Eisbärenzucht nicht unbedingt über die aktuellsten Techniken und Methoden Bescheid weiß und es evtl. die eine oder andere kleine Wissenslücke gibt, ich bin bei sowas eher Tradionalist.

#17 isnochys . 03.03.08 . 13:38 Uhr

Beunruhigend empfinde ich die Eisbärschwemme der vergangenen Jahre!
Seit Januar 2007 kamen nun schon 3 Eisbären in Deutschland auf die Welt.
Ist in Zukunft von einer weißen Gefahr auszugehen?
:))

#18 Nordman . 03.03.08 . 18:06 Uhr

@ Kesselblick
Da hält man die Sache also Monatelang geheim um den Riesentrubel um Mutter & Kind zu vermeiden und den beiden Ruhe zu gönnen und das bezeichnen Sie als Riesentrara?

Auch das man bei der Namenswahl eben nicht irgendwelchen Trends gefolgt ist spricht m.E. eher für die Verantwortlichen als gegen sie.

Aber Geschmäcker sind eben verschieden.

NM

#19 Grafik-Schrubber . 04.03.08 . 12:34 Uhr

Ich mag den Artikel. Er ist doch sehr unterhaltsam, und wer das gleich als Aggression empfindet ist meiner Ansicht nach ziemlich dünnhäutig.

Und ich möchte auch dem zustimmen, dass der allgegenwärtige (vordergründig (!)) politisch korrekte Schreibstil wirklich nervt, vor allem, wo er weitgehend unerträglich scheinheilig ist.

in diesem Fall hat der Themenstarter doch nicht mal ansatzweise irgendeine gesellschaftliche Konvention gebrochen. Das einzige Vergehen, dass ihm Herr B1G vorwerfen kann, ist, dass er eine andere Meinung hat als er selbst. Und das ist glücklicherweise nicht verboten, auch wenn das einige Vertreter der Fraktion “Wir wollen hier so was nicht haben” gerne so hätten … :-)

#20 jp . 04.03.08 . 20:04 Uhr

Was heißt denn hier me-too-Marketing? Wilbär ist ja wohl älter als Flocke, oder?

#21 Martin Eyrer . 18.04.08 . 11:21 Uhr

Hier ein aktuelles Video von Wilbär:

http://www.youtube.com/watch?v=DOfW...

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