Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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24 10.05

Camera Obscura 1–∞

Von Herr S
Kultur . 13:13 Uhr

Um ein Loch zu erhalten, müssen Sie normalerweise ein Ofenrohr nehmen und das Blech weg machen, wie ein nicht mehr ganz taufrischer Witz weiß. Das Problem dabei ist, dass Sie mit einem solchen Loch nicht allzuviel anfangen können. Ganz anders dagegen die Löcher, die Sie (via Ebay) bei der Stuttgarter Galerie Merid ersteigern können: Hier erhalten Sie eines von zwei Löchern einer Camera Obscura. Letztere bekommen Sie zugeschickt, machen ein Foto und schicken die Knipse wieder zurück. Das zweite Loch ersteigert dann ein anderer Interessierter, der dasselbe macht wie Sie, was bauartbedingt zu einer Überlagerung beider Bilder führt. Weil niemand weiß, wo der andere was fotografiert hat, bleibt das Ergebnis absolut offen, aufregend dürfte es aber in jedem Fall werden.

Camera Obscura 1-Inf

Damit nicht genug, können Sie im Bekanntenkreis bald vollmundig auftrumpfen, Sie werden nämlich ausgestellt, ganz wie ein echter Künstler. In den Räumen der Galerie Merid und auf der Website des Projekts. Dazu gibt es einen Katalog, in dem die Ergebnisse einmal im Jahr veröffentlicht werden und Sie erhalten einen Abzug der zur Hälfte von Ihnen gemachten Doppelbelichtung als Kunstdruck.

Das Projekt »Camera Obscura 1–∞« schafft damit eine unzweifelhaft spannende Verbindung aus neuzeitlichen Kommunikations- und Konsumtechniken mit eher vorsintflutlichen Methoden der Bilderzeugung. Da es sich außerdem als Hommage an den polnischen Künstler Roman Opalka und sein Werk »1965/1–∞« versteht, kann eigentlich nichts mehr schief gehen.
(Danke an ix für den Hinweis.)

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5 Kommentare zu Camera Obscura 1–∞

#1 ix . 24.10.05 . 13:49 Uhr

gern geschehen, der hinweis.
schön hier, übrigens. könnten sie das bitte ihrem sekretär ausrichten?

#2 Herr S . 24.10.05 . 18:28 Uhr

Zuviel Lob steigt ihm schnell zu Kopf, insofern halte ich mich mal zurück. Als Ex-Schwabenlandbewohner wissen Sie auch, dass nicht geschimpft schon gelobt genug ist.

#3 Prof. U. . 24.10.05 . 22:14 Uhr

Solche Spielchen gibt es in ähnlicher Art und Weise ebenso in der Literatur - auf was für Ideen die Menschen kommen wenn ihnen nichts, aber auch gar nichts Neues mehr einfällt ist schon erstaunlich…
Naja, Hauptsache es macht fun und artet in irgendwie zum Event aus, das reicht ja gemeinhin schon um die Massen in Ekstase zu bringen…

#4 Herr S . 24.10.05 . 22:57 Uhr

Also bitte, mein lieber Herr Professor, nur kein unbotmäßiges Genörgel. Das Projekt ist super, hätte ich nur ein wenig mehr Zeit, Sie würden mich unter den ekstatischen Teilnehmermassen finden! Dass es Verwandtes schon gab, wen juckt es? Erst vorgestern habe ich eine Flasche Bier getrunken, was mich nicht davon abhält, heute schon wieder eine zu trinken. Sie verstehen das Gleichnis?

#5 [m]alex . 15.11.05 . 16:47 Uhr

Ich find das projekt klasse… schau ich mir doch gleich mal genauer an.

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