Von irrlicht
Vermischtes, Leben, Befindlichkeiten . 18:34 Uhr
Leidiges Thema : Radfahren in Stuttgart……
An das schlechte Radwegnetz hab ich mich in der langen Zeit in der ich hier wohne echt gut gewöhnt, oder besser gesagt ich hab mich damit arrangiert…
Aber, was mir wohl auf ewig fremd bleiben wird ist die Ignoranz des einen oder anderen Mitbürgers und auch der einen oder anderen Mitbürgerin.
Speziell die der blinden Autofahrer … weil , ich gehe davon aus das diese Menschen blind sind, sonst würden sie nicht kreuz und quer und ohne Hemmungen auf den Radwegen stehen , parken , rechts ran fahren ohne zu gucken…
Die andere geliebte Spezies ist die der tauben Fußgänger die mir nichts , dir nichts auf den Radwegen spazieren und sich auch durch ein Klingeln, ich meine hier nicht dieses fiese, hektische Dauerklingeln, sonder das höfliche , wohlwollende Klingeln meiner Fahrradklingel aus der Ruhe brinen lassen… Ok , manchmal wir dann auch mein Klingeln fies und dauerhaft, aber auch das scheint nicht weiter zu stören… es gibt Tage das wünsche ich mir ein Nebelhorn *grummel*
So , das wollte ich einfach mal loswerden nachdem ich gerade heim gekommen bin mit Zornesfalten auf der Stirn nachdem ich mich an eben besagten Fußgängern und Autofahrern vorbei gequält habe…
PS: ich bin sonst nicht so nörgelig , lebe auch gern in Stuttgart aber heute war echt ein Tag um die Hutschnur zum Platzen zu bringen.
#1 Basti . 20.08.09 . 19:15 Uhr
Ja, das leidige Thema Rücksichtslosigkeit und Ignoranz gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern. Warum das gerade in Stuttgart so schlimm ist? In den Niederlanden funktioniert es doch ganz hervorragend.
#2 Exilostfriese . 21.08.09 . 09:11 Uhr
Manchmal denke ich, dass es Auswirkungen hat, wenn man nicht so allzu weit schauen kann. In Holland kann man kilometerweit schauen, und man ist anscheinend auch vorausschauender. In Stuttgart kommen einem Fußgänger entgegen, sehen einen lange vorher schon, aber aus dem Weg gehen die erst im allerletzten Moment, als ob die sich nicht vorstellen können, wie die Situation nach 1, 2 oder 3 Sekunden aussieht. Die Hügel begrenzen anscheinend so manch einem den Horizont.
Oder kommt es öfter vor, dass sich entgegenkommende plötzlich -Puff- in Luft auflösen?
#3 Sunshine . 21.08.09 . 09:38 Uhr
Wenn sich dieser Post lediglich auf die speziell gekennzeichneten Radwege bezieht, stimme ich dem Autor voll zu.
Aber ich habe den Eindruck, dass die Radfahrer in Stuttgart auch auf die normalen Fußgängerwege die gleiche Rücksicht erwarten, z.B. im Schlosspark und dem Neckar entlang. Auch dort, wo die Leute entspannt spazieren gehen wollen (und dürfen!), drängeln und klingeln ständig irgendwelche Radfahrer!
Gibt es eigentlich in Stuttgart Alleen, die für Radfahrer gesperrt sind?
#4 Exilostfriese . 21.08.09 . 11:20 Uhr
Da muß man aber auch fragen, ob man im Schlosspark denn Radfahren darf?
Wenn dem so ist, muß man sich dann nicht mit denen arrangieren oder müssen die dann so lange abwarten bis sich die Spaziergängergruppe dann doch mal nicht über die gesamte Wegesbreite verteilt?
Den Stadtpark nutze ich nur selten um dort mit dem Rad durchzufahren. Dabei fahre ich allermeistens sehr rücksichtsvoll. Manchmal packt mich aber auch fast die schiere Wut, wenn mir zum x-ten mal jemand im Weg steht oder einfach quer über den Weg läuft ohne überhaupt zu gucken, dass es fast zu einem Unfall kommt. Ausserdem kann man durchaus ein wenig Platz für Schnellere lassen. Das muß ja kein Radler sein, im Park laufen auch genug Jogger herum, die euch nicht terrorisieren wollen, sondern nur ihre Runde möglichst ungestört laufen wollen.
Andererseits ärgere ich mich auch öfter über andere Radfahrer, die meinen sie müssten im Park ein Rennen ausfahren. Da kommt man von einer langen Tour mit dem Rennrad und fährt halt rücksichtsvoll die letzten Meter durch den Park, dann kommt bestimmt ein überergeiziger Tourenradfahrer daher, der seine Chance gekommen sieht mit besonders kompromisloser Fahrweise gegen jegliche Vernunft mit voller Fahrt durch die Fußgänger den Rennradfahrer zu überholen. Falls einer von diesen mit jemanden zusammenstößt, dann bekommt er von mir noch einen saftigen Tritt dazu.
#5 TeeKay . 21.08.09 . 12:48 Uhr
Woche für Woche das gleiche Geheule. Die Engelswesen auf 2 Rädern werden ständig von debilen Fußgängern, Michael Schuhmacheresken Autofahrern, roten Nacktschnecken und überhaupt von allem was sich nicht in der gleichen Geschwindigkeit und hinter ihnen bewegt, auf der Mission zur Erschaffung des Weltfriedens gehindert. Ich kanns nimmer hören.
#6 Sunshine . 21.08.09 . 13:05 Uhr
Da muß man aber auch fragen, ob man im Schlosspark denn Radfahren darf?
Ja, darf man das? Bessere Möglchkeiten gibt es für die Radfahrer in dieser Gegend nicht, sie dürfen also im Schlosspark fahren.
Zur gleichen Zeit wird aber der Schlosspark als “Ort der Ruhe und Erholung” beworben. Dabei sind die Hauptalleen höchstens 2-3 Meter breit! Auf so eine enge Fläche können sich auch bei bestem Willen nicht gleichzeitig Fußgänger, Jogger, Radfahrer, Inlineskater und Muttern mit Kinderwägen frei und ruhig bewegen. Sie haben einfach unterschiedliches Verhalten und keine vergleichbare Geschwindigkeit. Daher wird es immer viele Unzufriedene geben.
Es sei den es werden ein paar Alleen speziell für Radfahrer und Jogger eingerichtet.
Manchmal packt mich aber auch fast die schiere Wut, wenn mir zum x-ten mal jemand im Weg steht
Das sind jedoch immer unterschiedliche Personen, nicht wahr? Bei entspannten Fußgängern ist es eher normal, dass sie ab und zu anhalten. Die können nichts dafür, wenn du zufällig am gleichen Tag mehrere solchen triffst und dich am Schluss darüber ärgerst.
oder einfach quer über den Weg läuft ohne überhaupt zu gucken, dass es fast zu einem Unfall kommt.
Es ist normal, wenn die Leute im Park nicht so sehr aufpassen wie auf der Straße. Es kann passieren, dass jemand einen Bekannten auf der Wiese liegen sieht und plötzlich quer läuft. Ja, klar, jeder muss schon aufpassen, aber die Radfahrer sollen auch etwas Verständnis für das mögliche Verhalten der Spaziergänger im Park haben und selber vorsichtiger sein anstatt zu drängeln.
Wenn ich im Park Rad fahre und jemand vor mir läuft, dann fahre ich einfach langsamer bis ich ihn ruhig überholen kann und keiner entgegen kommt. Aber ich klingel nicht rum und ärgere mich nicht, dass sie nicht gleich ins Grass springen (wollen), so dass ich schnell vorbei kann!
Ausserdem kann man durchaus ein wenig Platz für Schnellere lassen.
Wie oben gesagt, sind die Wege dafür viel zu eng. Wenn ein Pärchen Händchen hält und rechts geht und ein anderes in die andere Richtung (also links) läuft, ist schon fast die ganze Breite des Weges ausgenutzt.
Falls einer von diesen mit jemanden zusammenstößt, dann bekommt er von mir noch einen saftigen Tritt dazu.
Das will ich mal sehen, hoffentlich kommt es aber nicht dazu. :)
Zum Glück klappt das mit der Rücksicht doch irgendwie. Ich konnte im Internet keine Berichte über Unfälle im Schlosspark finden…
#7 Kalle2 . 21.08.09 . 19:55 Uhr
Eine “Entsolidarisierung” Fußgänger-Radfahrer halte ich für höchst krititsch. 99% der Verkehrswege stehen dem motorisiertem (Individual-) Verkehr zur Verfügung. Insofern wäre es für mich wünschenswert, dass die nicht-motorisierte Fraktion an einem Strang zieht.
#8 irrlicht . 21.08.09 . 21:44 Uhr
Die Engelswesen auf 2 Rädern
Mir ist auch klar das nicht alle Radfahrer vernünftig sind und es ne Menge von uns gibt die sich , Entschuldigung für die Ausdrucksweise, benehmen wie die sau. Aber, die mein ich nicht , ich mein einfach die Radler unter uns die weder hochleistungssportmässig noch wie die Wilden rumrasen sondern die von uns für die das Rad die Alternative zum Auto oder den öffentlichen Vierkehrmitteln ist.
Und was die “Entsolidarisierung” angeht , bin echt erstaunt das sich das Ganze hier so gegen die Fußgänger und nicht gegen die Autofahrer entwickelt… spannend , spannend… zumal ich auch oft als einer der selbigen unterwegs bin…….
Letztlich gehts wohl doch immer wieder aufs neue um gegenseitige Rücksichtnahme?
#9 nick . 22.08.09 . 15:15 Uhr
Zum Glück klappt das mit der Rücksicht doch irgendwie. Ich konnte im Internet keine Berichte über Unfälle im Schlosspark finden…
Ein Bekannter von mir ist dort auf dem Rad mal mit einem kleinen Kind zusammengeknallt, das ohne zu schauen ganz plötzlich seine Laufrichtung von längs zu quer geändert hat. Nach einer versuchten Vollbremsung hat es ihn mit dem Kopf voraus über den Lenker gehauen, zum Glück mit Helm…
#10 Exilostfriese . 24.08.09 . 14:04 Uhr
Für mich geht es nicht darum, dass immer Platz genug für Radler ist. Wenn der Park überfüllt ist, ist ein Radfahrer selber Schuld, wenn er dort fährt. Es geht eher darum, dass Leute im Weg stehen, wo es überhaupt nicht nötig ist. Wo ein wenig Köpfchen ausreichen würde, um dem Rest nicht im Weg zu stehen.
Um Kinder mache ich eh nen grösseren Bogen und beobachte genau, was sie machen, aber von Erwachsenen kann man meine ich verlangen, dass sie nicht ganz kopflos durch die Gegend laufen. Man ist halt nicht alleine.
#11 Sunshine . 24.08.09 . 16:21 Uhr
@ IRRLICHT: über aufm Radweg stehenden Autos und blinden Autofahrer gibt es keine zwei Meinungen, da sind sich die Fußgänger und Radfahrer bestimmt schon einig!
Bei der Rücksicht zwischen den verschiedenen Teilnehmern besteht i.A. eine totale Ordnung- der schnellere, der dem anderen Schaden verursachen kann, muss auf die langsameren aufpassen! Also:
f(Rücksicht): Autofahrer > Radfahrer > Fußgänger > Kinder
Deswegen ist nicht nur TEEKAY genervt, wenn sich die Radfahrer ständig über die Fußgänger beschweren (solange es sich NICHT um Radwege handelt).
@ EXILOSTFRIESE: normalerweise schon, aber beim Spaziergang im Park ist es schon ein bisschen anders. Ich kann plötzlich anhalten, weil ich einen Stein im Schuh entdeckt habe, oder weil ich einen Bekannten oder ein Eichhörnchen gesehen habe, oder weil du mir was romantisches gesagt hast und ich dich unbedingt gleich küssen will… :) Wenn es auf der Allee nur Fußgänger gäbe, würde man das ruhig machen können, weil der Geschwindigkeitsunterschied zu den anderen “Verkehrsteilnehmern” nicht so hoch ist.
Daher wieder meine Frage: Wo gibt es in Stuttgart Alleen, die nur für Fußgänger zugänglich sind?
Der Radfahrer im Park muss einfach extrem aufpassen, nicht nur bei Kindern. Und nicht ständig rumklingeln. Man kann nicht von den Spaziergängern erwarten, dass sie im Erholungsgebiet wie Roboter schnell und nur nach vorne gehen…
#12 Jürgen Lück . 24.08.09 . 19:57 Uhr
Das Problem im Stadtpark tritt ja nur dann auf, wenn Radfahrer mit voller Pulle Gas geben. Da könnte ich auch manchmal aggressiv werden. Wie immer gilt die Rücksichtnahme m.E für beide Seiten. Falls ein Radweg mal zugeparkt sein sollte, kann man auch als Radfahrer mal drumherum fahren.
#13 Geli . 24.08.09 . 22:45 Uhr
Probiers doch mal im Killesbergpark - da wird man schon ganz heftig angemotzt - wenn die Kontrolleure unterwegs sind und wenn man auf dem Radel sitzt…da steige ich brav ab und schiebe. Bis ich meinen Freund nicht mehr sehe, weil er mir davongeradelt ist. Ist die Luft rein und kein Menschenpulk unterwegs, steige ich mit schlechtem Gewissen wieder auf - und fahre fußgänger-rücksichtsvoll-ganz-degenmäßig-aber-illegal da wieder raus….ob Dir da die Alleen gefallen, Exilostfriese, kann ich Dir nicht versprechen…
#14 zmeu . 25.08.09 . 08:50 Uhr
@ Jürgen Lück
Falls ein Radweg mal zugeparkt sein sollte, kann man auch als Radfahrer mal drumherum fahren.
Was für eine Einstellung! Gilt das dann auch für die folgenden analogen Sätze…?
“Falls mal jemand sein Fahrrad mitten auf der Bebelstraße abgestellt haben sollte, kann man auch als Autofahrer mal drumherum fahren.”
“Falls ich mal ein Picknick auf der linken Spur der Theo veranstalten sollte, kann man auch als Autofahrer mal drumherum fahren.”
Auch wenn die Radwege in Stuttgart sowas von besch**** geplant wurden, sind es immer noch RADwege und keine Notparkplätze für Autos. Andernfalls bin ich dafür, sie abzuschaffen, Zone 30 in der ganzen Stadt und Aufhebung der “Radsperrzonen” (u.a. Rotebühlplatz).
#15 Exilostfriese . 25.08.09 . 09:21 Uhr
Doch bin da auch schon mit dem Rad herunter nach dem Bad. und auch schon Spazieren gegangen. Der Park ist ziemlich schön.
Im Wald dürfen die kleineren Wege eigentlich von Radfahrern nicht befahren werden. Nur macht dort Mountainbiken natürlich mehr Spaß und das Fußvolk tummelt sich eh lieber auf den grossen Wegen. Nur selten trifft man auf den kleinen Wegen Spaziergänger. Während man sich bei gutem Wetter auf den breiten Wegen, die man befahren darf, durch die Massen schlängeln müsste. :(
#16 BanAnne . 04.09.09 . 23:15 Uhr
Vielleicht ist das hier der Ort, meiner anhaltenden Betroffenheit über den tödlichen Verkehrsunfall an der Neckarstraße am 18.08.2009 Worte zu verleihen. Ich bin Tags drauf an der Stelle vorbeigekommen. Freunde trauerten.
Ich bin gut ein Jahr die Strecke zur Arbeit geradelt. Ich war mir immer dem Risiko, übersehen zu werden, bewusst. Im Zweifel, ob ich auf den Gehsteig ausweichen sollte, obwohl 10 Meter weiter ein Radweg aus dem Nichts auftaucht.
Aur der Homepage der Stadt ist zu lesen “1990 gab es in Stuttgart 68 km Radwege, mittlerweile sind es 140 km”. Sind das umbenannte Feld-, Wald- und Wiesenwege außerhalb der Ballungszentren?
Ich sehe Gemeinderat und Stadtverwaltung in der Verantwortung für das reibungslose Zusammenleben der BürgerInnen zu arbeiten. Offensichtlich gibt es zu wenig Raum für nicht motorisierte VerkehrsteilnehmerInnen.
Es tut mir so leid für die Freunde des Verunglückten. Und für den Fahrer des beteiligten Fahrzeugs, der nun damit klar kommen muss.
Aber wissen die Verkehrsplaner auch, um ihre Verstrickung?