Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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28 05.09

Bitte melden Sie sich!

Von Wegschaffel
Leben, Befindlichkeiten, Exil . 22:08 Uhr

Refugium
Fotografiert in den Schrebergärten der Wangener Höhe.

[Das Refugium (lat.) bezeichnet leicht veraltet den Zufluchtsort (auch: Unterschlupf) eines Individuums. (sagt: Wikipedia)]

Welches arme Stuttgarter Schwein flüchtet denn hierher?
Vor was? Vor wem?


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9 Kommentare zu Bitte melden Sie sich!

#1 Paul-geht-baden . 28.05.09 . 23:19 Uhr

Ich bin da auch schon vorbeigekommen, mein lieber Wegschaffel, aber so seltsam wie Sie fand ich es nicht, dass jemand seinen Garten am Hang (= sein Plätzchen im Grünen) ‘Rückzugs-’ bzw. ‘Ruheort’ nennt; denn auch das sind Synonyme für ‘Refugium’, wie Sie hier nachlesen können. Mir fällt zwar gerade keine passende Textstelle ein, auf die ich Sie verweisen könnte, aber in der romantischen Literatur dürfte das Wort, an dem Sie sich stoßen, öfter in dem genannten Sinne verwendet worden sein.

#2 Wegschaffel . 29.05.09 . 09:20 Uhr

___PGB: Da hab ich mich wohl undeutlich ausgedrückt. Gegen das Wort “Refugium” und seine Bedeutungen hab ich ü-ber-haupt gar nichts. Auch die Vorliebe des dort zurückgezogen Ruhenden für grossflächig in die Erde eingelassene Marmorbuchstaben lässt mich kalt. Und selbst die vollflächig blick- und schussfeste Edelstahlverrammelung mit geschliffener Finger-Ab-Bekronung würde mich nicht weiter interessieren - wenn das Grundstückle in Bagdad oder Bogota läge. Auf der lauschigen Wangener Höh’ umgeben von Streuobstwiesen und Mini-Ponderosas finde ich diese Blechfestung allerdings seeeehr seltsam. (Und ausserdem gehört die Hecke längst mal wieder zurückgeschnitten!)

#3 Exilostfriese . 29.05.09 . 09:46 Uhr

Da hat der Fotograf aber mal Glück gehabt, nicht von der Selbstschussanlage erschossen worden zu sein.

Ja, befremdlich finde ich so etwas auch.

.. und ehrlich gesagt, ich möchte eigentlich nicht so reich (oder bekannt?) sein, dass ich mich so abschotten müßte. Da bin ich doch lieber normal.

#4 DonMatze . 29.05.09 . 10:37 Uhr

Nun leider kann ich als Angehöriger von Gütles Besitzern in ebenjener Gegend die “Verbarrikadierungstaktik” zu einem gewissen Grad nachvollziehen, da in diesen Gärten leider oft eingebrochen wird. Zum einen beschränkt sich das auf reinen Vandalismus - was wohl auf rowdiehafte Jugendliche schließen lässt - zum anderen werden aber auch oft teure Gerätschaften (Rasenmäher, Motorsägen, etc.) entwendet. Sich so zu verrammeln hat sicher zur Folge, dass sich die Diebesgesellen lieber ein leichter zugängliches Objekt suchen.

Oder es ist der geheime Garten von Brangelina…

#5 Wegschaffel . 29.05.09 . 12:55 Uhr

___Donmatze: Eine Festung für den Rasentraktor und die Stihl-Säge? Und am Wochende wird im Dreischichtbetrieb das Mostfass bewacht? Mein lieber Scholli, Ihr Gütles-Gesellen habts auch nicht leicht, aber wirklich …

#6 Suzie . 29.05.09 . 13:44 Uhr

Also ein Schwabe wird es doch schon sein, oder?
Wer sonst pachtet einen Schreberbarten auf der Wangener Höh’? Kann doch nur ein Insider sein.

Deshalb meine Theorie: der Pächter oder die Pächterin arbeiten im Rollladen und Torgeschäft und haben einen günstigen Mitarbeiterrabatt genutzt. Oder bei der R&T-Messe ein Ausstellungsstück mitnehmen dürfen und wussten nicht wohin damit. Also dann eben in den Schrebergarten. Schrebergarten mit Stil.

Vielleicht auch nur ein Werbefritze, der in der City ein cooles Appartment ohne Garten sein Eigen nennt und weiss, wo er noch ungestört chillen kann. Die Alternative zur Toskana.

Bin auf die Auflösung gespannt.

#7 kavaliersschmerz . 30.05.09 . 15:31 Uhr

Man beachte die “Kreuztoleranz” zum Artikel “Stuttgart - das Spießerkaff in Schwaben?”.

#8 DonMatze . 02.06.09 . 12:15 Uhr

@WEGSCHAFFEL & KAVALIERSSCHMERZ: Zum einen habe ich gerade deshalb geschrieben “zu einem gewissen grad” geschrieben, da auch ich die optische Anmutung des Edelstahltores befremdlich finde - aber dennoch Ihren Zweck zu durchschauen denke, zum anderen kann ich nicht nachvollziehen, was Vandalismus- und Diebstahlsprävention mit Spießigkeit zu tun haben soll, was von Ihrer Seite offensichtlich angedeutet wird.

#9 kavaliersschmerz . 02.06.09 . 16:08 Uhr

Mehr amüsieren, weniger ärgern. Ist doch alles rosa. Wollte edelstahltorhafte Optikanmutungen in keiningenster Kleingartenweise durch Spießigkeitsunterstellungen besamen.

Ich sehe den Garten öfter und finde ihn super. Würde da sofort einziehen und an jenen armen Teufeln ergötzen, die mir “Spießigkeit” vorwerfen und diese im gleichen Atemzug um eine “Spießigkeits”-Definition erfragen.

Man kann sich doch auch mal freuen, wenn sich Klischees bis hin zur ironischen Extremstausprägungs-Dingsda bestätigt sehen lassen können sollen tun.

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