Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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07 12.06

Beuys wiedersehen – im Kunstklub

Von Frau Doktor
Kultur, Freizeit . 12:10 Uhr

Kurz bevor das Jahr 2006 seine Tore schließt, hat auch die Staatsgalerie gemerkt, dass sich der Todestag des bedeutendsten deutschen Künstlers der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum zwanzigsten Mal jährt. Und dass man eine der wenigen Institutionen ist, die einen komplett originalen Beuys-Raum beherbergt. Vom größten Aufreger der jüngeren Kunstgeschichte noch selbst eingerichtet. Mit einer sehr schönen langen BeuysNacht am letzten Samstag hat man die lange Vernachlässigung dieses beeindruckenden Ensembles aber etwas wettgemacht. Und setzt heute abend noch einen drauf:

Im Rahmen des Kunstklubs werden junge Künstler über die Bedeutung Beuys’ für ihre eigenen Arbeit sprechen, es gibt eine Performance in Hommage an den Vater aller Aktionen. Und das tollste: Zwei der wichtigsten Beuys-Aktionen sind als Video-Aufzeichnung zu sehen – vor allem die ganz wunderbare Aktion “I like America and America likes me”. America wird von einem Coyoten lässig-verspielt und charmant verkörpert, Ich ist natürlich Beuys. Mehr Infos gibt’s auf der Kunstklub-Seite.
Anschließend natürlich wieder Lounge.

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7 Kommentare zu Beuys wiedersehen – im Kunstklub

#1 Thomas Weise . 08.12.06 . 12:16 Uhr

Mit der Beuys-Nacht am vergangenen Samstag liegen Sie ja ganz richtig Frau Doktor, die war eine richtig gute Mischung aus Videos, Gespräch und Führung durch den Beuys-Saal der Staatsgalerie. Beim gestrigen Kunstklub bin ich mir allerdings nicht ganz sicher. Die Performance war echt lustig und der performer eine echte Rampensau - und das ist ausdrücklich anerkennend gemeint! Das muss man sich erst einmal trauen, sich öffentlich als wiedergeborener Elvis in weißem Anzug und Cape mit Gltzerapplikationen zu präsentieren und dabei zu den Klängen von “Only You” einen vergoldeten Einkaufswagen mit Bärenkopf an langen Ketten durch den Raum zu schleudern. Auch die andern Künstlerinnen und Künstler schienen mir ganz spannende Dinge zu machen, aber davon kam so wenig rüber, wahrscheinlich weil der Moderator der Gesprächsrunde damit überfordert war von seinem vorher aufgeschriebenen Fragen abzuweichen. Mehr Zeit für wengier Künstler statt einer pseudo-akademischen Gesprächsrunde wäre besser gewesen. Gelohnt hat sichs trotzdem!

#2 Wegschaffel . 08.12.06 . 13:44 Uhr

Schleudernder Einkaufswagen mit Bärenkopf? Mist! Schon wieder was verpasst …

#3 flo . 21.12.06 . 21:30 Uhr

Wer definiert, welcher Künstler der bedeutendste deutsche Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist? Und warum soll das ausgerechnet Beuys sein?

#4 Frau Doktor . 22.12.06 . 10:59 Uhr

@ Flo: Natürlich das International Art and Culture Evaluation Comitee, gegründet 1550 von Giorgio Vasari (kurz: IACEC). Fünf ältere Herren, einer im Cord-Anzug und Rolli, die anderen im seriösen Zwirn mit Einstecktuch, alle mit Brille und schon stark ins Weißhaarige tendierend.

Die treffen sich immer am Anfang des Jahres in der Cafeteria des MoMa in New York, immer am gleichen Tisch. Dem, wenn man zum Skulpturenhof durchgeheht, gleich rechts. Und da legen sie bei Kaffee und Bagels den kunsthistorischen Kanon fest. Mitglied kann man nur durch Kooptierung werden, und auch nur dann, wenn einer der Herren zum größten Künstler von allen abberufen wird. Vorschläge und Änderungswünsche des Publikums werden gehört, aber nicht unbedingt erhört. Änderungswünsche bitte an mich. Ich gehöre zum weltweit operierenden Team der Evaluation Enforcer und bin autorisiert, Vorschläge einzureichen.
Erfahren lässt sich der gerade aktuelle Kanon übrigens durch den Besuch größerer Museen und die Lektüre kunsthistorischer Standard-Lexika. Seit neuestem arbeitet die IACEC auch mit der Wikipedia zusammen. Hier der Artikel zu Beuys.

#5 kesselblick . 22.12.06 . 16:25 Uhr

Evaluation Enforcer

Glückwunsch! Hört sich nach viel Spaß an. Kann Frau Doktor sich nicht für 2007 entschließen, uns hier Unwissenden so einmal im Monat die besten Off-Vernissagen für Stuggi-Town zu empfehlen? Mich dürstet nach neuer Kunst und kriege irgendwie nix mit…

#6 Frau Doktor . 22.12.06 . 17:41 Uhr

@ Kesselblick: Danke schön. Die besten Aufgaben sind ja die, die man sich selbst stellt.
Den guten Vorsatz hat die Frau Doktor übrigens schon gefasst. Jetzt muss nur noch genug Disziplin, Überblick und rein körperliches Durchhaltevermögen her, damit die Gute das auch in die Tat umgesetzt bekommt. Sie tendiert ja sehr zum Projekte machen, hat aber gewisse Schwächen in der Umsetzung.
Zur Orientierung: Off-Vernisagen? Wie in Off-Broadway? Oder die ganz abgedrehten Dinger in Bunkern, Ex-Brauerein und bei Freunden zu Hause?

#7 kesselblick . 23.12.06 . 13:23 Uhr

Ja, diese ganz abgedrehten Sachen oder was so am Nordbahnhof passiert…

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