Von Alex
Vermischtes, Freizeit, Sport . 21:24 Uhr
Kürzlich ging die Tour de France zu Ende - wir waren sogar in Paris, mussten aber um 4 die Flucht von der Champs Elysee ergreifen, um den Flieger noch rechtzeitig zu bekommen. Wir sind also über 4 Stunden an der Pariser Hauptstraße rumgestanden - nur um die Werbekaravane zu sehn.
Bis Heute dachte ich, dass sei das Höchstmaß an Fahrradsport-Verrücktheit.
Wenn man vom Weilimdorfer Industriegebiet nach Ehningen fahren möchte, ein Bedürfnis, dass mich täglich gegen 18:00 überkommt, ist man Dank der Baustelle darauf angewiesen, der Bergheimer Steige zum Schloss Solitude zu folgen.
Neuerdings, angesteckt von der Tour de France und der Deutschland-Tour, haben Hobby-Radfahrer die Strecke für sich entdeckt und sorgen zur Rushhour für eine zusätzliche Verkehrsbehinderung. In ihrer Wahrnehmung gehört ihnen die Straße allein und wenn man versucht sie abzudrängen wird man wüst beschimpft. Dabei fühle ich mich im Recht und denke es dürfte möglich sein so einen Hodenpflaster-Träger gewaltsam mittels anschupsen vom Fahrrad zu trennen. Die Strecke ist schließlich unübersichtlich genug, ich fahre nicht schneller als 50 und mal ganz von meiner Aggression abgesehen dürfen Drahtesel, die nicht der Straßenverkehrsordnung entsprechen ohnehin nicht auf öffentlichen Straße betrieben werden.
Also ihr gedopten Hobby-Radler, fahrt dahin wo der Pfeffer wächst. Ich hab Angst um euch - es gibt Leute die ihre Aggressionen nicht nur verbal absondern…
#1 derCobold . 07.08.06 . 22:32 Uhr
Schon als Autofahrer hat man es schwer und es passiert oft genug, dass gerade die bergab fahrenden Fahrer die Kurven schneiden. Mehr als einmal bin ich nur knapp einem Unfall entgangen, mit dem Fahrrad würde ich dort nicht hoch fahren. Normalerweise sollte diese Straße für die Fahrradfahrer gesperrt werden. Mich wundert es eh, dass dort nicht mehr Unfälle passieren.
#2 Herr S . 07.08.06 . 23:41 Uhr
Ich kann den Herren nicht nur zustimmen, sondern würde sogar soweit gehen, auch Fußgängern während der Hauptverkehrszeit den Aufenthalt außerhalb geschlossener Gebäude und Unterführungen strikt zu untersagen. Nur weil diese lahmen Krücken überall wild herumlaufen, kommt es immer wieder vor, dass sie über den Haufen gefahren werden und wir Automobilisten dürfen uns dann wieder das blöde Gezeter anhören von wegen rücksichtslos und so.
#3 Uwe Keim . 08.08.06 . 06:17 Uhr
Genau! Und für Autos unter 150 PS auch sperren. Und für Frauen. Ach, am Besten auch für Männer.
#4 Alex . 08.08.06 . 08:01 Uhr
Also ich hab dort noch keine Fussgänger auf der Straße hochlaufen gesehen - wenn, dann hätte ich sie natürlich umgehend in den Straßengraben befördert…
#5 Wegschaffel . 08.08.06 . 08:45 Uhr
Alles richtig. Am meisten regen mich aber die militanten Fussgänger auf, die per Knopfdruck an der Ampel den kompletten Verkehr zum erliegen bringen. Können diese Vollspacken nicht mit dem Auto fahren wie alle anderen auch?
#6 Alex . 08.08.06 . 09:23 Uhr
Fragen über Fragen, wieso müssen Fussgänger den Verkehr per Knopfdruck lahmlegen, warum müssen Frauen überhaupt Auto fahren, warum müssen Rentner Samstags die Kassen im Supermarkt blockieren, wenn sie doch die ganze Woche Zeit haben - WIESO müssen Hobbyradler im Berufsverkehr eine vielbefahrene, unübersichtliche, saugefährliche Straße blockieren UND wer ist der A****, wenn es tatsächlich mal zu einem Unfall kommt?
#8 kesselblick . 08.08.06 . 12:00 Uhr
Ja, das Verhältnis zwischen Rad- und Autofahrern ist nicht das Beste. Meines Erachtens liegt dem ein komplexes Moralmuster zugrunde. Fakt ist: Fahrradfahren ist per se gut. Kein Energieverbrauch, keine Schadstoffe und der Gesundheit förderlich - alles Dinge, mit denen man moralisch auf der Sonnenseite der Gesellschaft steht. Die Automobilisten frustriert das. Ihr teures Gefährt steigert nun nicht mehr ihr soziales Ansehen. Kein Schulterklopfen mehr fürs ausgesuchte Cabrio oder die sportliche Fahrweise. Ade, du schöne Ersatz-Cowboy-Welt. Heutzutage erobern Radler die Frauenherzen im Sturm. Kleines Psychoeinmaleins: Frustration führt zu Agression. Hinzu kommt, dass auch die Pedalisten gerne ihre moralische Überlegenheit ausspielen und Rechte reklamieren, die sie gar nicht haben, z.B. die StVO ignorieren.
Übrigens: Ich fahre beides. Und versuche mir im Verkehr vor allem eines anzugewöhnen: Langmut, Großzügigkeit und Safety First. Für alle!
#9 derCobold . 08.08.06 . 13:18 Uhr
Was ist denn hier los? Ich stimme zwar zu, dass der Verfasser des Blogeintrages ein sehr eigensinniges Verständnis der Verkehrsmoral von Autofahrern gegenüber Radfahrern hat, aber es ging eigentlich um die Bergheimer Steige unterhalb der Schloss Solitude und nicht um ein generelles Fußgänger und Fahrradverbot auf Deutschlands Straßen! Dass manche Kommentatoren überreagieren wirft bei mir die Frage auf, wer von den Leuten denn eigentlich die wirklich aggressiven sind.
Und um aufs Thema zurückzukommen:
Was die Bergeheimer Steige betrifft denke ich, dass dort Fahrrad fahren einfach zu gefährlich ist.
#10 Alex . 08.08.06 . 13:36 Uhr
Also hat mich doch noch jemand verstanden. Um vielleicht mein eigensinniges Verständnis etwas zu beleuchten:
Gestern war ich das vierte Auto in einer Schlange von Fünf, Tempo: ca. 20Km/h, verursacht durch einen Amateur-Sportler auf Rennrad. Fahrzeug Nummer Fünf beginnt das wilde Hupen und setzt nach 300m zum Überholen an (genau, von ganz hinten). Es kommt wie es kommen muss (von oben), Fahrzeug Fünf muss also eine Vollbremsung hinlegen - genau wie das ihm entgegenkommende Fahrzeug - Kollege Fahrradfahrer strampelt wie wild weiter - klar, Testosteronpflaster sind nicht billig.
Wieso man das nicht, leicht polemisch, ok, hinterfragen darf verstehe ich nicht.
#11 kesselblick . 08.08.06 . 15:49 Uhr
@ Alex
Weil jeder auf dieser Scheiß-Straße fahren darf. Basta! Wenns nen Traktor wäre, würde das jeder als “Pech gehabt!” hinnehmen, weils aber ein Strampler ist, der dort angeblich nicht fahren “muss”, wird sich über “Verkehrsbehinderung” beschwert, nur weil irgendson spätpubertärer Cabrioflitzer 3 Minuten später als sonst nach Hause kommt. Und die Story mit dem überholen: Man sollte da nicht Ursache und Wirkung verwechseln. Sie argumentieren so ähnlich wie diejenigen, die vergewaltigten Frauen sagen: “Zieh dich halt nicht so aufreizend an!”
#12 Herr S . 08.08.06 . 16:24 Uhr
@ Alex
Und was ist das eigentlich ewig für eine Nummer mit diesen ominösen Hormonpflastern? Das artet ja langsam zur fixen Idee aus …
#13 derCobold . 08.08.06 . 16:42 Uhr
Auf der gesamten Solitude Straße existiert ein Radweg und daher fahren die Fahradfahrer dort auch nicht auf der Straße — warum dann ausgerechnet auf der Bergeheimer Steige? Da sollte man mal überprüfen wo der Radweg bis zum Schloss hoch weiter geht.
#14 Alex . 08.08.06 . 16:44 Uhr
Hormonpflaster:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/...
Kesselblick:
Also müssen sich, ich schätze mal, 300 Autofahrer behindern lassen, damit ein spätpubertärer Rennradflitzer während des Berufsverkehrs am Berg profilieren kann?
#15 derCobold . 08.08.06 . 17:05 Uhr
Ich sehe es kommen: heute abend fahren ein paar Radfahrer in Stuttgart-Blog.net-T-Shirts non-stop die Bergeimer Steige auf und ab nur um Alex zu ärgern, der dann wahrscheinlich doch nicht hoch fährt. ;-)
Auf mich müsst ihr nicht warten, ich bin mit dem guten alten VVS unterwegs.
#16 kesselblick . 08.08.06 . 17:26 Uhr
@ Alex
Genau, das ist die Freiheit, die wir meinen. Es gibt kein Recht auf freie Straßen…
#17 flawed . 08.08.06 . 18:00 Uhr
Wer - völlig egal, welcher Anlass - auf der Bergheimer Steige zu überholen versucht, ist derjenige, dem man das Fahren auf öffentlichen Straßen verbieten sollte.
#18 Alex . 08.08.06 . 20:32 Uhr
LOL - ich bin heute tatsächlich S-Bahn gefahren ;-)
#19 Henning . 08.08.06 . 21:38 Uhr
Wir machen Fortschritte… :-)
#20 Franklin . 09.08.06 . 08:25 Uhr
Wo gibt’s diese Hormonpflaster denn?
#21 Alex . 09.08.06 . 09:25 Uhr
Auf Rezept, beim Hausarzt deines Vertrauens.