Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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23 10.08

Automobile Dinosaurier

Von circulus
Leben, Befindlichkeiten . 18:46 Uhr

Heute dominant in den Nachrichten: Zunächst die weiter sinkenden Börsen-Indizes. HA. Dann der Gewinneinbruch bei Daimler. HA HA HA. Statt Schmunzeln muss ich immer lauter Lachen. Absatzprobleme, heißt es. Ach nee!? Na Leute, da seid ihr aber echt überrascht worden, hmm? Seit Jahren verschlafen die deutschen Hersteller eine Entwicklung nicht nur verbrauchsärmerer Fahrzeuge, sondern entbehren auch jeglicher Vision, was nach dem Verbrennungsmotor den Individualverkehr antreiben soll.

Meine Prognose: es wird denen gehen wie vor Jahrzehnten den Kamera- und Unterhaltungselektronik- Herstellern. Die Automarken werden aufgekauft und abgewickelt. Die Daimler AG steht bei weiter sinkenden Aktienkursen sowieso ganz oben auf den Kauflisten. Wobei - zur Zeit wird gar nichts gekauft. Deren Glück, sollte man meinen.

Gefährdung der Arbeitsplätze? Na und, sag ich da. Die Produktpolitik bei Daimler ist dermaßen daneben - mit ein bißchen gesundem Menschenverstand ist es doch so offensichtlich, dass das Unternehmen (nicht an die Wand, sondern) über den Abgrund hinaus gefahren wird. Die Modellpalette wurde in jede noch so kleine Nische hinein erweitert. Das kostet enormen Entwicklungsaufwand, bringt aber keine neuen Käuferschichten, sondern Konkurrenz im eigenen Lager.

Mercedes GLK - Unsinn auf 4 Raedern

Besonders die völlig überdimensionierten Fahrzeuge der M-, GL- und R-Klasse, neuerdings der absurde GLK! Dass die überhaupt noch Kürzel finden, die sie hinten drauf pappen können!? ‘Mercedes frei interpretiert’ verkünden sie in den aktuellen Werbespots. HA HA. Das ist doch wieder einen herzlichen Lacher wert. Darf man auch die Verlustmeldung an der Börse frei interpretieren, Herr Zetsche? Ihr Stuhl ist angesägt, Sie sind angezählt, das dauert nicht mehr lang bis zum Rücktritt, vielleicht noch dieses Jahr? Nehmen Sie Herrn Mehdorn bitte mit? Ach, sie mögen sich nicht? Oke, verstehe.

Es sind die automobilen Dinosaurier, die in Deutschland (speziell in Stuttgart) entwickelt und gebaut werden - egal bei welcher Marke. Anachronistische Typen, zum Aussterben verurteilt. Und es waren die (neureichen) Bonzen, die diese Karren gekauft haben - um zu demonstrieren: ’schaut her, ich kann es mir leisten, den Sprit zu verheizen!’ … Schon länger habe ich die Idee, einen schwer zu entfernenden Aufkleber für die Heckscheiben von Cayenne & Co. drucken zu lassen, auf dem steht ‘Ich freu mich auf den Klimawandel’. Klar klebt den niemand selber drauf, nein, das machen Aktivisten wie ich. Auf Parkplätzen oder in Parkhäusern. Ein paar Kilometer müssen die dann so rumfahren, bis sie Zeit und Gelegenheit haben, den Aufkleber zu entfernen. Ist das nicht auch einen Lacher wert?

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18 Kommentare zu Automobile Dinosaurier

#1 muzz . 23.10.08 . 20:02 Uhr

Aktivismus, der die Welt verändert.

#2 Michael . 24.10.08 . 00:27 Uhr

Die Autobauer bauen das Auto was die Kunden wollen. Also mehr Leistung und weniger Verbrauch. Ich freue mich aber, dass es dich glücklich macht Aufkleber zu verteilen. Damit wird es uns sicher allen besser gehen! Überhaupt zeigen doch die momentanen Temperaturen eindeutig, dass wir den Klimawandel brauchen - viel zu kalt! *brrr*

#3 tepes0711 . 24.10.08 . 09:26 Uhr

Gefährdung der Arbeitsplätze? Na und, sag ich da.

gute Aussage…was denkst du wie es der ganzen Region geht wenn Daimler massenhaft Leute entlassen würde? Das wird jeden hier indirekt treffen, auch dich!
Ich kann mich Michael nur anschließen

Die Autobauer bauen das Auto was die Kunden wollen

. Cirkulus, du bist mit Sicherheit kein Kunde von Daimler, das ist mir auch klar. Wenn du was gegen den Klimawandel tun willst, kleb am besten gleich noch Aufkleber auf alle Kühe die du siehst. Die sind wesentlich schädlicher fürs Klima als ein Auto mit Stern auf der Haube.

#4 Dradts . 24.10.08 . 11:49 Uhr

Irgendwie finde ich Deine Artikel sowie Ansichten völlig daneben.

#5 Mythen in Tüten . 24.10.08 . 13:03 Uhr

Kein Mensch wird dazu gezwungen einen GLK zu kaufen. Die Modellpalette an mobiler Automobilität ist mittlerweile so groß, dass da für jeden was dabei ist. Im übrigen baut Daimler auch den Smart und der kommt demnächst als Elektroversion auf den Markt. Ich persönlich finde die Modellpolitik von Mercedes auch nicht grandios, aber so lange es Leute gibt, die sich GLK und Co. auf den Hof bzw. in die Tiefgarage stellen, wird es auch solche Autos geben. Sätts Marktwirtschaft und mir tausend mal lieber als die Wahl zwischen Trabbi und Wartburg, die 10 mal mehr CO2 in die Luft geblasen haben, als jeder GLK.

#6 Exilostfriese . 24.10.08 . 16:16 Uhr

Mercedes wird es schon noch einige Jahre geben. Dafür ist der Mercedes zu sehr der konservative Geschäftswagen und das traditionelle Taxi. Damit werden die sich noch einige Jahre über Wasser halten.

@Michael: Genau das muß einem Sorge machen. Nur wenn der Geldbeutel drückt, läßt man vom Grössenwahn ab.
Ich verstehe nicht, warum man immer mehr PS braucht. 75PS sind vollkommen ausreichend. Alles mehr sollte zusätzlich Verschwendungssteuer kosten.

#7 thomas . 24.10.08 . 17:38 Uhr

Mythen:
Geh zurück in den Chemieunterricht. Kohlendioxid is direkt proportional zur verbrannten Spritmenge. Und Du willst mir bitte nicht erzählen, dass Trabi oder Warti mehr schlucken auf 100km als ein Cayenne RS oder ein 5l Hubraum Daimler mit knapp 3t Kampfgewicht.

Alle jomern, dass die Autos soviel brauchen. Aber die Scheben hochkurbeln will auch keiner. Oder den Sitz von Hand verstellen oder den Spiegel rechts. Zig airbags, alles innen mit Plastik vernagelt, ja glaubtz ihr des wiegt nix? Das ist es: die Karren, selbst die kleinstwagen, wiegen viel zu viel.

Ich fuhr mal einen Citroen AX Diesel. Wunderbar, 5l auf 100km.

#8 Peter . 24.10.08 . 18:18 Uhr

Also ich halte den Artikel für völlig daneben.

Es ist quatsch, dass deutsche Autohersteller die Entwicklung von verbrauchsärmeren Autos verschlafen haben. VW hat mit dem Lupo 3L ein annähernd 3-Liter-Auto rausgebracht. Die Nachfrage nach dem Auto war aber so gering, dass die Entwicklung eingestellt werden musste. Es ist aber richtig, dass uns japanische Autohersteller im Moment bei Elektroautos voraus sind, die Marktwirtschaft wird dafür sorgen, dass das sich in ein paar Jahren anders verhält.

Man muss die Produktpolitik von Mercedes-Benz nicht gut finden, aber bei allem auf und ab war und ist Mercedes-Benz nach wie vor eine sehr erfolgreiche deutsche Automarke. Und gerade wegen der Modellvielfalt sind deutsche Automarken doch so stark. Die Kunden wollen eine große Auswahl an Autos und die Hersteller reagieren darauf. Im übrigen machen es Audi und BMW vor, dass sich verschiedene Modelle auf einer gleichen technischen Plattform aufbauen lassen, so dass sich der Mehraufwand in der Entwicklung und Fertigung in Grenzen hält.

Und wenn wir schon von Kunden und ihren Vorlieben sprechen. Es ist schon richtig, dass ein GLK oder ein Porsche höchst unvernünftig ist und die Umwelt mehr belastet als ein Kleinwagen. Aber jeder setzt seine Prioritäten anders und es ist doch so, dass man sich in so vielen Bereichen umweltbewusster verhalten könnte. Die neuesten Heizungstechnologien sind effizienter als alte Ölheizungen. Der TFT-Monitor benötigt weniger Strom als der Röhrenfernseher. Das Brot vom Bäcker ums Eck hat eine bessere Umweltbilanz als das Brot vom Discountbäcker oder der Hopfpfisterei. Gemüse und Obst aus der Region zur richtigen Zeit sind besser als spanische Tomaten im Winter. Kleider von Schneidern hier sind besser als die in China, Indien oder Indonesien hergestellte Massenware. Und der Urlaub per Flugzeug könnte auch durch den Urlaub in der Region ersetzt werden.

Die allermeisten werden sich nicht überall einschränken wollen. Wenn Circulus das kann, dann zolle ich ihm Respekt. Ich kann aber dem Langstreckenkomfort eines größeren Autos nicht widerstehen. Und einer isrealischen Melone statt einem deutschen Apfel auch nicht.

#9 der Flaneur . 25.10.08 . 10:59 Uhr

Manchmal stelle ich mir die Frage, ob Geld allein das Recht verleiht, mehr von den nicht vermehrbaren Resourcen ( wie z. B. Luft, Wasser, Boden, Öl) unserer Erde zu verbrauchen, als die Menschen, die weniger oder nichts haben.

Gerade jetzt beobachte ich auf den Straßen so eine Art Endzeitstimmung: schnell noch im Jeep/SUV ordentlich Sprit verbrennen, es ist vielleicht die letzte Gelegenheit.

Oder suchen doch eher Ängste und mangelndes Selbstbewusstsein (oft auch das Alter) ihren Ausgleich in stahlgewordener Aggressivität und Potenz?

Ich habe Leute gekannt, die haben sich den Arsch abgearbeitet mit Zweit- und Drittjobs, nur wegen eines CD-Symbols auf den Nackenstützenüberzügen und den passenden Kissen auf der Rückbank.
Und dann sind die Dinger auch noch soooh häääßlich …!

Da ich aber annehme, dass viele der “Trucks” kreditfinanziert sind, löst sich das Problem ja womöglich bald von selbst ;-)

#10 PhilGrooves . 25.10.08 . 11:31 Uhr

Klingt irgendwie mehr nach Neid als nach ehrlichem Willen zur Innovation.

#11 der Flaneur . 25.10.08 . 17:10 Uhr

Der Begriff “Neid” bzw. “Neiddebatte” ist DAS - wirklich geniale - Totschlagargument, gegen jede Kritik an gesellschaftlichen Zuständen, in der die Frage nach Gerechtigkeit gestellt wird.

Gerechtigkeit heißt doch: Es ist den Armen wie den Reichen gleichermaßen verboten unter Brücken zu schlafen!
Und wo Gerechtigkeit herrscht, ist kein Platz für Neid.

Und wenn ich das Wort “Innovation”, eines dieser inhaltsleeren Neu-Sprech-Worte wie “Reform”, “Herausforderung” u. v. a. mehr höre, möchte ich schon aufspringen, die Arme hochreißen und “Bullshit-Bingo” brüllen.

Aber ich tu es nicht.
Und ich schaue gelb vor Neid auf allem, die meinen, Kraft ihres Geldbeutels die letzten fossilen Energiereserven unseres Planeten in Wärme, Vortrieb und Abgase verwandeln zu dürfen - und hätte ich dieselbe Fähigkeit zu Verdrängen dessen, was ich glaube zu wissen bzw. tagtäglich sehe, höre und lese, ich gebe zu, ich täte es ihnen gleich.

#12 Lomovogt . 25.10.08 . 18:10 Uhr

Etwas überspitzt formuliert hat er, der Circulus. Aber in der Sache hat er definitiv recht…

Aber es ist ohnehin nur eine Frage der Zeit, bis sich das Bewusstsein ändert, und eine dicke Kiste kein Statussymbol mehr, sondern nur noch peinlich ist.

Vielleicht hinkt der Vergleich: durch massive Aktionen gegen das Tragen von Pelzmänteln hat sich das öffentliche Bewusstsein auch geändert - und das Statussymbol von einst ist heute quasi untragbar.

Das Image, das mit einem Auto mitverkauft wird, kann auch durch entsprechende Werbung geprägt werden. Der Bedarf nach kleineren, smarteren, energie-effizienten Autos kann geweckt werde, dazu muss aber in den Konzernen die Einsicht in die Notwendigeit zur Kehrtwendung herrschen - und die sehe ich weit und breit nicht…

#13 Dennis . 25.10.08 . 21:32 Uhr

Ich kein Autofan und verstehe den Hype, der immer um Autos gemacht wird, gar nicht. Ein Auto sollte meiner Meinung nach als Gebrauchsgegenstand gesehen werden, wie in Frankreich. Aber jedem das seine ;)

#14 MC . 26.10.08 . 00:26 Uhr

Kleines Ego = Grosses Auto

;)

#15 Mythen in Tüten . 27.10.08 . 16:49 Uhr

#7

Und Du willst mir bitte nicht erzählen, dass Trabi oder Warti mehr schlucken auf 100km als ein Cayenne RS oder ein 5l Hubraum Daimler mit knapp 3t Kampfgewicht.

Aber genau so isses: Lt. aktueller auto, motor und sport schluckt der GLK 9,5 ltr. auf 100 km und das bei einem Hubraum von 3.500 ccm. Ein Trabbi verbraucht lt. meiner Recherche etwa 7 ltr. auf 100 km bei gerade mal 600 ccm. Wenn du also die GLK-Leistung auf die Trabbi-Leistung runterrechnest, liegt der GLK gerade mal bei 1,63 ltr. auf 600 ccm. Mit so wenig Sprit fährt kein Trabbi der Welt. *g*

#16 circulus . 27.10.08 . 18:07 Uhr

Großes Kino! Da war ja was los übers Wochenende! Aufstand der Touareg-Fahrer oder wie?? HA HA …

Als erstes wollte ich gerne fragen, wie es dazu kommt, dass Autobauer die Autos bauen, die die Kunden wollen.
Ist es so, dass bei Daimler ganze Fluten von Briefen eingehen, in denen der Wunsch geäußert wird, ein möglichst großes Auto fahren zu dürfen? Mit Skizzen, wie der Bolide auszusehen hat! … Vielleicht sind es auch weihnachtliche Wunschzettel von der Sorte ‘Ich brauch noch mehr Hubraum, weil da hat mich letztens so ein Japaner überholt, diese Schmach kann und will ich nicht ertragen – also lieber Zetsche, bau mir schnell einen noch dickeren Schlitten, damit ich die Feiertage wieder genießen kann!’ … Oder verschickt irgendein Autobauer Fragebögen mit Modellen zum ankreuzen?

Nein!

Da wurde mal fein nachgeplappert, was vom produzierenden Gewerbe unisono behauptet wird: ‘Wir sind unschuldig – stellen nur her, was der Kunde will’. Bullshit. Es wird hergestellt, was sich die Marketingabteilung ausdenkt, der Produktmanager auskotzt bzw. was der Baukasten hergibt. Und es wird geschaut, was macht die Konkurrenz da. Hoppla, die verkaufen ein paar Stück von diesem SUV, dann müssen wir das auch entwickeln. Könnte auf die Plattform von soundso passen. Schwupps, isses im Programm. Woher kommen nun die unsinnigsten Modelle? Aus den USA natürlich. Und die doofen Deutschen müssen es nachmachen. Weil sie keine eigenen Ideen haben?

Es wird keiner gezwungen, solche Modelle zu kaufen? HA. Der Zwang entsteht durch Werbebotschaften, Suggestion, Aufbau einer heilen Scheinwelt, in der man nach Belieben durch unberührte Landschaften oder leergefegte Städte brausen kann. Und dadurch, was die Nachbarn in der Garage stehen haben. Das ist Marktwirtschaft, die nur dazu da ist, sich selbst und den Konsum aufrecht zu erhalten – auf Kosten der Umwelt und der nachkommenden Generationen.

Denn hier kommen die Aspekte, die ihr (Michael, Tepes0711, Dradts, Mythen in Tüten, Peter, Philgrooves) völlig vernachlässigt:

1. Jedes neue Fahrzeug (egal ob GLK oder Lupo) hat während des Herstellungsprozesses soviel Energie verbraucht (und CO2 emittiert), wie es während seiner noch so effizienten Nutzungsdauer niemals einsparen kann.

2. Die Effizienz einzelner Modelle spricht nicht für die gesamte Flotte. Soll heißen, die paar ‘blauen’ Umweltautos verbessern nicht die Gesamtbilanz eines Herstellers.

3. Auch wenn die Motoren effizienter werden, in der Gesamtheit gibt es immer mehr davon (Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren) und die emittieren immer mehr CO2.

Ein Kraftfahrzeug hat dann eine passable Umweltbilanz, wenn es effizient hergestellt wird und solange wie irgend möglich genutzt wird! (Wobei das für so gut wie alle Produkte gilt). Insofern hat ein alter Strich-8 (oller Mercedes) trotz Mehrverbrauch eine bessere CO2-Bilanz als ein neuer GLK!

Hey, vor über 20 Jahren hab ich alter Sack im Erdkundeunterricht vermittelt bekommen, dass fossile Energie endlich ist und die Menschheit sparsam damit umgehen sollte. Von dieser Erkenntnis ist in die Vorstandsetagen und zu den Bossen in der Produktentwicklung nichts durchgedrungen. Ich bin nicht der einzige, der die Autoindustrie für soviel Blödheit scheltet. Das haben ein paar ‘Experten’ vor mir schon getan.

Die Autoindustrie hat sehr wohl verschlafen, neue Konzepte auf den Weg zu bringen. Und das rächt sich momentan weltweit. Bei allen Marken brechen Absatz und Umsatz ein! Besonders lachhaft: der Hilferuf nach staatlicher Hilfe, Konjunkturspritzen, Konsumanreize, etc. – wieder Bullshit! Die haben sich selbst kaputt gemacht mit der Modellpolitik und den Rabattschlachten.

Ja und die Arbeitsplätze!? Na was denk ich, wie es der Region dann geht? Beschissen! So beschissen, wie sie es verdient hat! Die Region hat jahrzehntelang nichts besseres gewußt, als mit aussterbenden Produkten Werte zu schöpfen, und die Arbeitnehmer haben ihr Hirn am Werkstor abgegeben. So wie jeder wählen kann, ob er einen Mercedes kauft oder nicht, so kann auch jeder wählen, wie er sich ausbilden läßt und wo er arbeitet.

Heute in der Zeitung: Werksschließungen. Kurzarbeit. Weiter fallende Aktienkurse.

Mein Aktionismus mit ein paar Aufklebern wird die Welt nicht verändern, schon klar. Der unsterbliche Glaube an Konsum und Wachstum jedoch hat die Welt verändert – zu dem, was sie heute ist: ein System, das an die Wand gefahren ist und momentan zusammenbricht.

Bin gespannt, wer als erster kontert, dass doch wenigstens das Öl grad billiger wird …

#17 thomas . 27.10.08 . 19:26 Uhr

@ mythen:
Okay, so gesehn magst Du recht haben. Die Motorentechnologie ist in der Tat sehr vorangeschritten und holt mehr Pferde auf die Straße statt in den Auspuff.

Aber der zweck der Möhre ist es, 5 Personen + ein bissle Gepäck (okay, GLK ein bissle mehr) von A nach B zu bringen.

Und da schneidet der Trabbi oder Warti halt ebenbürtig ab, oder besser?

Abgesehen davon halte ich einen Trabi ebenso für einen Stinker, wegen der 2-Takterabgase und des fehlenden Katalysators (letzte Generation mit VW-Viertakter ausgenommen)

Mein Punkt ist aber: Mehr “Nutzloses” gewicht rumzuschippern braucht halt mehr Leistung. Und die braucht tendenziell mehr sprit auf die Beförderungsleistung bezogen. Jedoch, Bequemlichkeit mag leiner Aufgeben, sonst würden wir mehr Bahnfahren.

Ordentliche Konzepte dieses Dilemma zu Lösen gibt es meiner Meinung nach nirgends im politischen Spektrum, und die intelligenzia (Forschung/Hochschulen) lässt Deutschland auch im Stich.

#18 Exilostfriese . 28.10.08 . 11:32 Uhr

Dazu kommt, dass in den Autozeitschriften seit Jahr und Tag so nutzlose Dinge wie Sprint von 0 auf 100km/h oder Höchstgeschwindigkeit als fast wichtigste Kaufentscheidungshilfen suggeriert werden. Das hat mit dem Alltag nichts zu tun, oder? Ampelsprint geht meist nicht bis 100km/h und ist auch eher verpöhnt.
Höchstgeschwindigkeit hat selbst mit Fahrspass Null zu tun.
Selbst wenn es darum geht Spaß beim Autofahren zu haben, sind diese Werte höchst irrelevant.
Das ist nur was für den Schw..vergleich. Und da gilt: Dickes Auto, kleiner …

Platz soll am besten für ne Großfamilie inklusive gesamten Hausrat da sein. Statt das man ein sinnvolles Maß sich ausdenkt.

Toyota hat mal versucht Sprit sparen in der Werbung zu thematisieren. Da wetteifern Yaris-Fahrer mit dem gerringsten Verbrauch. Leider war das vielleicht zur falschen Zeit.

Jetzt hat das Audi aufgegriffen. Nur ist das so dermassen unglaubwürdig, dass die Werbung wohl kaum zieht. Da hätten die eher den A2 mal wieder herausgeholt.

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