Von Alex
Vermischtes, Leben . 09:19 Uhr
Seit nunmehr zwei Jahren wohne ich im Stuttgarter Speckgürtel - mittlerweile gefällt es mir aber so gut hier, dass ich in vier Wochen direkt nach Stuttgart ziehe, also relativ direkt: Sonnenberg. Und da ich noch viele Jahre hier verweilen möchte, stellt sich mir die Frage, ob es nicht sinnvoll sein würde, die schwäbische Staatsbürgerschaft anzustreben.
Dabei stellt sich natürlich die Frage, was genau ist das: “Schwäbische Staatsbürgerschaft”, kann man die überhaupt erlangen, und wenn, dann wie. Wichtiges Kriterium ist ja die Sprache, aber da habe ich schon erfahren, dass die “unlernbar” sei, jedenfalls nicht in dem Maße, als dass man nie wieder als “Nicht-Schwabe” entlarft werden könnte - andererseits, wie viele Schwaben können denn noch schwäbisch?
Also, Diskussion: ON, schöne Woche wünscht,
Alex
#1 Christine . 16.10.06 . 10:59 Uhr
ein intensives Befassen mit der Kehrwoche ist natürlich das A und O ;-)
weiterhin ist das schwäbische “Understatement”
#2 Christine . 16.10.06 . 11:01 Uhr
upps, zu früh abgeschickt:
schwäbisches “understatement”: ja nicht zu viel und zu entusiastisch sprechen:
“net schlecht” entspricht: “das ist super-toll”
“i han da a häusle” heisst: ich habe eine Villa am Killesberg
usw.
#3 FetterOtter . 16.10.06 . 11:02 Uhr
Also dann war das “Understatement”, als die neuen Vermieter erwähnten, dass sie es mit der Kehrwoche nicht so genau nehmen und es reiche, wenn man hin und wieder mal das Treppenhaus (von unserer Wohnung bis zur Haustür) durchfegt?
#4 Christine . 16.10.06 . 11:02 Uhr
eine gute Hilfestellung gibts bei
http://www.petermangold.de/
#5 Wegschaffel . 16.10.06 . 11:31 Uhr
Endlich mal Schwabenseiten die nicht nur Folklore bieten, sondern substantielle Informationen und Hintergründe zur (Seelen)Welt der Schwaben. Die Seiten gehören hier eigentlich als Schwaben-FAQ fest verlinkt.
#6 Herr S . 16.10.06 . 19:52 Uhr
andererseits, wie viele Schwaben können denn noch schwäbisch?
Alle. Schwabe ist, wer schwäbisch spricht, darin sind sich Schwaben (ausnahmsweise) einig. Woraus sich im Umkehrschluss ergibt, dass, wer nicht schwäbisch spricht, vielleicht weiß Gott was ist, aber ganz sicher kein Schwabe. Und lernen kann man das natürlich schon, man muss nur saufrüh anfangen damit. Oder halt üben, üben und nochmal üben.
#7 Kai Nehm . 16.10.06 . 22:10 Uhr
Das mit der schwäbischen Staatsbürgerschaft wird wahrscheinlich nix.
Heiraten darf, wer die hohe Kunst des Rettichschneidens beherrscht.
Ansonsten gilt für Schwaben imho die Weisheit von Hans Söllner über Saupreißn in Bayern:
“bei uns dahoam wird gearbeit und net auf die andern gschobm!
Die andern und die Mir die habm si schon allweil guat vertrogn.”
#8 Henning . 17.10.06 . 03:11 Uhr
@Kai
Das erklärt natürlich, die vermehrten Single-Haushalte. Wobei vermehrt da jetzt vielleicht doch zu sehr an Vermehrung erinnert.
Ich kenne aber tatsächlich Schwaben, die hier geboren sind, aber trotzdem kein schwäbisch sprechen. Gelten die etwa nicht als Schwaben?
P.S.: Es ist doch bezeichnend, dass gerade die Kehrwoche Kehrwoche heißt und nicht Kehrwöchle. Das sagt viel aus.
#9 Henning . 17.10.06 . 03:12 Uhr
P.P.S.: Wobei sich da natürlich die Frage stellen würde, ob ein Wöchle ne Fünf-Tage-Woche ist. Aber das ist wohl doch wieder eher ein Thema für Gewerkschafter.
#10 yolantevonscheußlich . 17.10.06 . 13:49 Uhr
@henning, des hoisd wenn überhaubt kehrwoch, kerwoche saget bloß d’neigeschmeggde.
#11 Henning . 17.10.06 . 14:18 Uhr
Das “wenn überhaupt” gefällt mir… :-)