Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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18 07.09

Anschreiben

Von stuttgartfrischling
Essen und Trinken . 15:03 Uhr

Eigentlich ist es ja ein uraltes Stereotyp, der ewig abgebrannte Student oder Junggeselle, der in sämtlichen Kneipen und Läden der Umgebung in der Kreide steht. Bis heute früh war ich der festen Überzeugung, dass das ein Zustand vergangener Tage ist, hinweggefegt aus der Geschichte gemeinsam mit Ohrensesseln und gitarreklampfenden Liedermachern.

Doch weit gefehlt. Der Zufall hat mich heute früh in eine kleine Metzgerei im Westen verschlagen, und als mein Wunschzettel zu einer gut gefüllten Tüte mutiert war, hieß es dann: “12,10 bitte.”

Hektisches Kramen. 5+2+2 geben keine 12. Die 10000 Yen helfen auch nicht. Leichte Röte im Gesicht, “öhm, ich glaube, die Saiten muss ich hier lassen, tut mit Leid.” Boden, kannst Du Dich mal bitte genau hier und jetzt auftun?

“Ist doch kein Problem, zahlen Sie einfach nächste Woche. Wie heißen Sie gleich noch mal? Dann kann ich´s aufschreiben.”

Das nenne ich schwäbisches Gottvertrauen. Ich war nämlich zum allerersten Mal dort. Aber bestimmt nicht zum letzten Mal (das Hackfleisch war jedenfalls schon mal ausgezeichnet, der Rest bleibt noch zu probieren).

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