Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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23 07.08

An allen Ecken und Enden

Von Donna Lüttchen
Vermischtes . 23:41 Uhr

Es ist nämlich so: es drückt mich, nun ja, nicht eben der Schuh. Eher ist es noch schlimmer. Es drückt der Strumpf. Der Sparstrumpf. Der ist ziemlich eng geworden. Weil nichts mehr hinein geworfen wird von mir. Nicht, dass ich nicht wollen würde. Aber da ist nichts, was ich dem Socken geben könnte. Es ist zum Auswachsen. Und zudem so unbequem. Das kann man nicht aushalten, so eine ungefüllte Socke. Nachdem nun noch ein unhaltbarer Zustand dazu gekommen ist, ich nämlich aus Gram anfing, meine, ob fehlenden Mammons ohnehin schon reichlich unmanikürten Nägel zu kauen, dachte ich bei mir: Donna, nu is gut mit heulen! Ein Sparplan mußte her. Damit der Strumpf ein schöner wohl gefüllter wird. Meine Ideen verwarf ich sämtlich sofort wieder. Soll ich etwa nicht mehr essen, rauchen, malen, tanzen, lesen? Eine Freundin, die sofort verstand, dass ich nichts in meinem Leben missen kann, hatte den rettenden Einfall. Ich solle auf nichts verzichten. Eben nur ein wenig knappsen hier und da. Und vor allem solle ich die Buchhandlungen meiden. Und mich endlich in der jahresbesten Stadtbücherei anmelden! Deutschlandweit. Aber nicht weit von mir daheim. Ei, ei, ei. Drei Tage redete ich nicht mit ihr. So eine Dreistigkeit, mir das Bücher kaufen abzusprechen. Allein, der Strumpf. Was soll ich lange lamentieren: am End habe ich mich aufgemacht. Nach einem umständlichen Hüpfer über meinen Schatten stand ich heute in der Schlange. Mit einem Arm voll bedruckter Schätze. Die ich alle mitnehmen durfte. Ohne sie zu bezahlen. Ein freundlicher Automat verlangte nur einen lächerlichen Beitrag. Tja, auch die Stadtbücherei spart an allen Ecken und Enden. Dank ihr aber tue ich das nun auch. Die Bücher allerdings werde ich wohl zurück bringen. Sie riechen etwas merkwürdig und weisen zudem einige Gebrauchsspuren auf. Erst aber lese ich sie!

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6 Kommentare zu An allen Ecken und Enden

#1 liamara . 24.07.08 . 08:26 Uhr

Das wäre auch ratsam, die Bücher zurückzubringen. Ansonsten kostet das nämlich unter Umständen mehr, als nen Haufen neue zu kaufen… Und wenns ganz ganz schlecht läuft, klopft der Gerichtsvollzieher. Und wenns nooooooooooch schlechter läuft, klopft die Polizei. Alles schon in den Akten gehabt - für Bücher im Wert von 20 Euro ;)

#2 Mythen in Tüten . 25.07.08 . 13:05 Uhr

Oh Donna Wetter,
das tut mir aber leid. Ich war auch mal in der Situation (geht wohl allen so) und habe mich für den Rauchverzicht entschieden. Habe zwar ein paar Pfunde mehr auf den Bauch bekommen, dafür aber jeden Monat rund 120,- EURO mehr in der Tasche. Das macht im Jahr immerhin 1.440,- EURO aus und die kannst du dann wieder in neue Bücher investieren. Dann haste zwar immer noch nix im Strumpf, aber die Buchverlage gerettet. Ist doch auch was.

#3 Donna Lüttchen . 25.07.08 . 23:28 Uhr

Immer hübsch eins nach dem anderen. Man braucht schließlich für jedes, was man aufgibt einen passenden Ersatz.

#4 Exilostfriese . 28.07.08 . 13:37 Uhr

Wenn Du soviel rauchst wie Liamara, dann kannst Du als Ersatz öfter ins Kino, Theater, Konzert, Freibad usw. gehen von dem ganzen Geld.

Ist ein echter Irrsinn was da tagtäglich in die Luft geblasen wird.

Als Rauschersatz einfach mal wieder sporteln. Soll ja auch ein paar Glückshormone freisetzen. Ist zudem auch ein klein wenig gesünder als rauchen.

#5 liamara . 28.07.08 . 14:40 Uhr

Ich wusste gar nicht dass man Kaffee rauchen kann? *kratz*

#6 Exilostfriese . 28.07.08 . 16:00 Uhr

Äääh, da war wohl ein Versehen meinerseits. Denn nicht Liamara hat aufgehört zu rauchen, sondern “Mythen in Tüten”.
Da war wohl ein Knick in der Optik.

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