Von Frau Doktor
Leben, Politik, Stuttgart 21 . 17:32 Uhr
Groß angekündigt und jetzt das: Wolfgang Drexler, Vizelandtagspräsident und SPD-Mitglied, ist Mister S21. Naja dann, herzlichen Glückwunsch für den Lobbyposten, Herr Drexler. Super kreative Idee. Der hat schon die Neue Messe beim 100 Prozent über Budget Gehen schön geredet, der wird das hier auch hinkriegen. Über soviel strategischen Dilletantismus bin ich echt platt. Das Wort hat die Stuttgarter Zeitung.
#1 Stadtwanderer . 24.07.09 . 21:47 Uhr
Manchmal scheint es dass dies ein geschickter Schachzug ist um seinen (eigentlichen) politischen Gegner bei der nächsten Wahl zu schwächen. Nach dem Motto: hole Deinen Gegner ins eigene Boot und gib ihm eine vermeintlich wichtige Aufgabe.
Bei so viel ablehnender Haltung in der Bevölkerung wird die Wut über kommende teure Imagekampagnen weder der Landesregierung noch der Bahn angelastet werden, sondern sich alleine auf Herrn Drexler und seine Partei konzentrieren und sich im Wahlergebnis niederschlagen.
Auch bei der Diskussion um den Lern- und Gedenkort Hotel Silber in der Dorotheenstraße 10 preschte Herr Drexler mit einer eigenen Broschüre “Weg der Erinnerung” als Handreichung des Landtags vor. Einen Tag bevor ein externer Experte über die Stuttgarter Situation und das Konzept für dieses Haus einen Vortrag hielt.
War es Angst um die eigene Stauffenberg-Gedenkstätte oder purer Zufall dass gerade dann auf die vielen bereits vorhandenen Gedenkstätten hingewiesen wurde? Abgesehen davon dass hier ein komplett anderes Konzept an einem der letzten authentischen Orte in Stuttgart zugrunde liegt dass sich als zeitgemäße Ergänzung und nicht als Konkurrenz versteht.
Fakt ist, dass sich die Landesregierung gegenüber allen Gesprächsangeboten von Bürgerinitiativen vehement verweigert. Auf der anderen Seite agiert dann ein Mensch als Zielscheibe und zieht alles auf sich, lenkt ab von den eigentlichen Strategen.
Ist das bewusstes Märtyrertum oder war es die Verführung zu einer falschen Profilierung ohne sich der Folgen bewusst zu sein?
#2 nick . 25.07.09 . 11:44 Uhr
Das Schlimmste: Wenn Fehler eingeräumt werden, dann nur, dass die Bevölkerung “falsch informiert” wurde. Eigentlich dachte ich ja, dass sich in der Bevölkerung ein Wille bildet und die “Volksvertreter” diesen umzusetzen haben. Doch die Politiker sehen sich anscheinend dafür zuständig, Projekte erst zu planen und daraufhin die Zustimmung in der Bevölkerung zu erwerben. Wenn das nicht klappt, sehen sie die eigenen Imagekampagnen fehlgeschlagen. Der Volkswille wird für dumm und dämlich erklärt. Solche Volksvertreter möchte ich einfach nicht haben.
#3 Josh von Staudach . 25.07.09 . 16:56 Uhr