Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
17 04.13

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei

Von Ralf Schmid (Hrsg.)
Vermischtes . 22:32 Uhr

Der jüngste Fernbeitrag vom Oostender Strand bringt es auf den Punkt:

Unserer Ansicht nach müsste man […] von allen, die immer noch Beiträge und/oder Kommentare in den Blog einstellen, eine Erklärung verlangen bzw. […] Überlegungen anstellen, welche undurchsichtigen Motive dahinter stecken könnten.

Beides tun wir nicht, sondern kündigen kurz und bündig das offizielle Ende des Stuttgart-Blogs an, das ja in Wahrheit schon länger ziemlich öde vor sich hin dümpelt. Wir tun das ohne nennenswertes Gefühl. Was im, neben und hinter dem Stuttgart-Blog in den vergangenen siebeneinhalb Jahren lief, lässt sich aus unserer Sicht etwa dritteln. Ein Drittel zum Davonlaufen, ein Drittel geht so und ein Drittel war hoch bis höchst erfreulich. Wenn Sie diese Gewichtung zu negativ finden, liegt das wahrscheinlich daran, dass sich das erste Drittel vorwiegend hinter den Kulissen abspielte (und sich anteilig leider immer mehr steigerte). Egal wie, es ist okay. Wir haben keine Gewinnabsicht verfolgt, sondern wollten einfach sehen, was passiert. Und das haben wir jetzt.

Zum Abschied also kein Pathos, sondern klare Ansagen:

  • Am Freitag, 17.05. fällt im Laufe des Nachmittags der Hammer dergestalt, dass sich Autoren nicht mehr einloggen können. Sie haben also 30 Tage Zeit, Ihre Beiträge herauszukopieren, -exportieren oder was auch immer. Ob wir das Blog als eine Art Denkmal stehen lassen werden, wissen wir noch nicht. Sicher ist, dass wir uns ab dem genannten Zeitpunkt nicht mehr um das Projekt kümmern werden.
  • Wenn Sie im Kommentarwesen kondolieren möchten, können Sie das ebenfalls noch bis zum Stichtag tun, danach wird es zumindest hier kein Kommentarfeld mehr geben. Sie müssten also twittern oder eine Gedächtnisgruppe bei Facebook gründen.
  • Falls Sie das Stuttgart-Blog für unverzichtbar halten und es folglich übernehmen möchten, können Sie versuchen, uns einen Vorschlag machen, den wir nicht ablehnen können. Was aber nur der Fall sein wird, wenn Sie uns so richtig begeistern.

Den (meisten) Autoren danken wir herzlich fürs Mitmachen und danke natürlich auch an alle Leser und Kommentatoren. Mitunter hat es wirkllch Spaß gemacht.

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10 05.13

Probleme mit meinem Mann, was tun?

Von Lau
Vermischtes . 13:29 Uhr

Hi Leute,

bin neu hier, aber dachte ich könnts ja einfach mal ausprobieren…vielleicht könnt ihr mir ja helfen..
Bin seit 3 Jahren mit meinem Mann zusammen. Seit 1,5 Jahren sind wir jetzt schon verheiratet. Aber haben immer mehr Stress grad. Weiß einfach nicht weiter.
Mein Problem ist das:
Wir haben uns in einer Disko kennengelernt und uns immer wieder dann getroffen. Er ist eher so ein Aufreißertyp. Italiener und so ein typischer Macho und flirtet immer gern mit Frauen. Aber es hat bei uns einfach gefunkt und wir haben viel geredet, bevor wir zusammen gekommen sind, weil ich Angst hatte, dass er mir nicht treu sein wird. Aber damals hat er mir versprochen, dass es jetzt mit den ganzen Flirterein ein Ende hat. Ich hab ihm geglaubt und dann sind wir zusammen gekommen und er war auch ganz lieb. Und er hat sich wirklich auch geändert, war für mich da und hat mir immer gezeigt, wie arg er mich liebt und so.. konnte dann auch gut Vertrauen aufbauen. Dann bin ich schwanger geworden, wir waren grad 1 Jahr zusammen. War zwar nicht geplant, aber haben jetzt unseren kleinen süßen Sohn Elias. Haben dann entschieden, dass wir heiraten, aus Liebe und einfach auch weil es geschickter ist, wenn wir Elias jetzt haben. Das war vor 1,5 Jahren. Seitdem hat sich aber so viel verändert und er ist so geworden, wie ich immer Angst davor hatte. Er geht abends mit seinen Kumpels weg, während ich mit Elias daheim sitz. Ich glaub, dass er dann auch mit anderen Frauen flirtet und kann ihm einfach nicht vertrauen. Er hats immer abgestritten, aber vor kurzem kam zufällig ein Anruf auf sein Handy und ich hab gesehen, dass ihn eine fremde Frau angerufen hat. Hab ihn dann drauf angesprochen und dann ist er völlig ausgerastet, wieso ich einfach an sein Handy geh und so. Gab einen riesen Streit zwischen uns, das war vor 2 Wochen. Haben jetzt mal drüber geredet, weil ich geglaubt hab, dass er mich mit der betrügt, was auch gestimmt hat. Er hat sich jetzt vor 2 Tagen bei mir entschuldigt und gesagt, dass es ihm so Leid tut, er liebt nur mich und will die Ehe und auch ein guter Vater für Elias sein. Aber ich weiß nicht, ob ich das verzeihen kann. Ich will eigentlich unsere Ehe retten und ihn behalten.
Was würdet ihr in meiner Situation machen? Wie können wir das wieder schaffen und zusammen finden? Habt ihr irgendwelche Tipps?
Oder sagt ihr, dass man des jetzt eh vergessen kann und ich auf ihn scheißen soll?

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09 04.13

Wo ist Paul?

Von Paul geht baden
Vermischtes . 18:56 Uhr

Was?! Seit wann müssen frühere Beiträger Auskunft darüber geben, wo sie geblieben sind bzw. warum sie jetzt nichts mehr schreiben? Ein solches Ansinnen ist, soweit wir sehen, nicht nur überhaupt beispiellos, sondern auch beispiellos dreist, insbesondere, wenn man bedenkt, in welchem Kontext die kaum verklausulierte Forderung nach neuem Stoff erhoben wird, nämlich in einem wahren Geisterschiff von einem Blog, den jede lebende Seele schon vor Jahren verlassen hat, und dessen Zustand den größtmöglichen Abstand, den man zu diesem Wrack halten, und das tiefste Schweigen, in das man sich hüllen kann, ohne weiteres von selbst rechtfertigt. Unserer Ansicht nach müsste man — im Gegenteil — von allen, die immer noch Beiträge und/oder Kommentare in den Blog einstellen, eine Erklärung verlangen bzw. — weil das ja mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nichts fruchtet — Überlegungen anstellen, welche undurchsichtigen Motive dahinter stecken könnten. Oder bedarf es keiner Erklärung, wenn jemand in den Wind spricht? Noch einmal: Die Frage, wo Paul abgeblieben ist, ist unserer Meinung nach eine bodenlose Frechheit. Wir überlassen es Ihnen, Herr Wegschaffel, darüber zu rätseln, warum wir sie trotzdem beantworten.
Paul hat nach der Trennung von V., der Straßenbau-Ingenieurin, und ihren beiden Töchtern, die Stadt und das Land, aber nicht Europa verlassen. Es ist ja bekannt, dass die Redaktion Ingenieuren gegenüber begründete Vorbehalte hegt, weshalb wir nie viel von der Verbindung zwischen Paul und V. gehalten haben, worauf Paul seinerseits den Kontakt zu uns abreißen ließ (und uns damit als Redaktion unseres eigentlichen Daseinszwecks beraubte, was allerlei krisenhafte Entwicklungen nach sich zog). Tatsache scheint nun aber zu sein, dass, zumindest wenn man dauerhafte Beziehungen als erstrebenswert betrachtet, nicht V. die Sache vermasselt hat, sondern Paul (wie, kann man sich unschwer vorstellen). Jedenfalls entnehmen wird das dem Verhalten, das Paul nach der Trennung an den Tag gelegt hat und das man, jedenfalls aus unserer Sicht, nicht anders nennen kann, als eine einzige Bußübung, eine Selbstkasteiung. („Zu so etwas“, sagt Frau Tschini, „sind, glaube ich, nur Männer imstande.“) Paul hat im Frühsommer letzten Jahres nicht nur den Job hingeschmissen und Stuttgart und seinen Bädern und dem schwäbischen Sprachraum den Rücken gekehrt, sondern führt seitdem an der belgischen Nordseeküste ein „erschütternd zielloses“ (Clemens Eigenrauch) Leben. Wovon er eigentlich lebt (wenn nicht von Zuwendungen seines väterlichen Freundes Clemens, den er einst aus einem Seitenarm der Alster gefischt und ihm so das Leben gerettet hat), ist unklar. Er betreibt zwar eine Strandbibliothek (siehe Foto), aber viel abwerfen kann Strandbibliotheek sie eigentlich nicht, zumal die Sommer an der Küste dort oben kurz und der Wind steif ist. Abends kann man Paul in Oostendes Kneipen allein und schweigend vor einem Trappistenbier sitzen sehen, gelegentlich spielt er, auch das schweigend, mit einem Fremden eine Partie Carambolage (Billard ohne Löcher). Und das ist eigentlich alles. Ob er nach Stuttgart zurückkehren, ob er seine Tätigkeit, die so segensreich war, wieder aufnehmen wird (falls er dazu überhaupt Gelegenheit bekommt)? Wir wissen es nicht.

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02 04.13
28 03.13

Fernsehturm

Von nick
Kultur, Leben . 00:13 Uhr

Kein Aprilscherz also, der Stuttgarter Fernsehturm wird von heute auf morgen für Besucher geschlossen, weil er nicht den modernen Brandschutzverordnungen entspricht. Ein Teil Stuttgarter Kultur geht verloren, vielleicht für immer.

Bei Stuttgart 21 läuft’s anders. Die Tunnelröhren, bei denen sämtliche Brandschutzverordnungen missachtet werden, dürfen neu gebaut werden. Sondergenehmigung, Sondergenehmigung, Sondergenehmigung, Sondergenehmigung, Sondergenehmigung.

Mir geht’s hier nicht um diesen dummen Bahnhof, sondern um Verhältnismäßigkeit. Ich finde es traurig, dass der Fernsehturm ab morgen geschlossen ist.

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